Technisch anspruchsvolle Aufgaben und gute Verdienstmöglichkeiten. Erhebliche Defizite bei Führung und Kommunikation
Gut am Arbeitgeber finde ich
- Interessante und technisch anspruchsvolle Aufgaben
- Gute Verdienst- und Entwicklungsmöglichkeiten
- Fachliche Leistung kann durchaus anerkannt und finanziell honoriert werden
- Inzwischen existiert zumindest ein internes psychologisches Beratungsangebot
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Die Kommunikation durch Führungskräfte empfand ich teilweise als indirekt, misstrauisch und unnötig belastend. Anerkennung für fachliche Leistungen und der konkrete Umgang im Arbeitsalltag passten für mich nicht immer zusammen.
Verbesserungsvorschläge
Erwartungen direkt und transparent formulieren, statt Mitarbeitende erraten zu lassen, welche Handlung gewünscht ist. Rückfragen zu Aufwand und Leistung sachlich stellen und bereits erfolgte fachliche Abstimmungen berücksichtigen. Führungskräfte stärker in wertschätzender Kommunikation, Konfliktführung und psychologischer Sicherheit schulen. Ein internes Beratungsangebot ist positiv, sollte aber durch Veränderungen der Führungskultur ergänzt werden.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre war für mich gemischt. Es gab interessante technische Aufgaben, fachliche Anerkennung und gute finanzielle Entwicklungsmöglichkeiten. Gleichzeitig habe ich die Art der Kommunikation durch Führungskräfte wiederholt als misstrauisch und psychisch belastend erlebt.
Positiv finde ich, dass inzwischen ein niedrigschwelliges innerbetriebliches Angebot zur psychologischen Beratung existiert. Aus meiner Sicht ersetzt ein solches Angebot jedoch nicht die notwendige Auseinandersetzung mit belastender Kommunikation und fehlender psychologischer Sicherheit im Arbeitsalltag.
Kommunikation
Erwartungen wurden aus meiner Erfahrung teilweise bewusst nicht direkt ausgesprochen. Statt klar zu sagen, welche Handlung gewünscht war, sollte man selbst darauf kommen.
Besonders negativ blieb mir eine Situation in Erinnerung, bei der für ein Ticket 13 Stunden erfasst worden waren und der Aufwand zuvor mit dem zuständigen Teamlead abgestimmt worden war. Dennoch wurde ich von einer Führungskraft zunächst gefragt, ob ich das Ticket überhaupt bearbeitet hätte. Danach folgte sinngemäß die Bemerkung, man hoffe angesichts der 13 Stunden, dass ich dabei auch etwas gemacht hätte. Die Nachricht wurde später in eine sachlich formulierte Arbeitsanweisung umgeändert.
Unabhängig von der späteren Bearbeitung vermittelte mir die ursprüngliche Formulierung deutliches Misstrauen und fehlende Wertschätzung.
Kollegenzusammenhalt
Die direkte Zusammenarbeit mit vielen Kolleginnen und Kollegen war angenehm, hilfsbereit und fachlich konstruktiv. Probleme habe ich weniger im Kollegenkreis als in der Kommunikation zwischen Führungsebene, Teamleitungen und Mitarbeitenden erlebt.
Work-Life-Balance
Die Arbeitszeiten und die grundsätzliche Vereinbarkeit von Arbeit und Privatleben waren überwiegend gut. Meine stärkste Belastung entstand nicht durch die reine Anzahl der Arbeitsstunden, sondern durch Erwartungsdruck, indirekte Kommunikation und den Umgang mit Leistung und Fehlern.
Vorgesetztenverhalten
Fachliche Leistungen wurden durchaus erkannt. Meine Arbeit wurde von mehreren Teamleitungen und teilweise auch auf höheren Ebenen positiv anerkannt. Nachdem ich ein Zwischenzeugnis angefordert hatte, wurde mein Gehalt kurze Zeit später deutlich erhöht.
Gleichzeitig empfand ich das Führungsverhalten wiederholt als unnötig indirekt und psychisch belastend. Mir wurde in einer konkreten Situation erklärt, dass eine erwartete Handlung bewusst nicht direkt kommuniziert worden sei, weil ich selbst darauf kommen sollte.
Diese Art der Führung führt aus meiner Sicht nicht zu Eigenverantwortung, sondern zu Unsicherheit und unnötigem psychischem Druck. Ich hätte mir klare Erwartungen, sachliches Feedback und einen grundsätzlich vertrauensvolleren Umgang gewünscht.
Interessante Aufgaben
Technisch bot das Unternehmen sehr interessante und anspruchsvolle Aufgaben. Meine Tätigkeit bestand nicht nur aus der Umsetzung einzelner Features, sondern auch aus der Konzeption und Entwicklung wiederverwendbarer Architektur- und Infrastrukturkomponenten