Großes Potenzial, aber deutliche Defizite in Führung und Wertschätzung
Gut am Arbeitgeber finde ich
Der größte Pluspunkt ist für mich ganz klar der Zusammenhalt unter den Kolleginnen und Kollegen. Gerade in stressigen Situationen unterstützt man sich gegenseitig, springt füreinander ein und versucht gemeinsam, den Betrieb bestmöglich aufrechtzuerhalten.
Auch das Haus selbst ist besonders: Die Immobilie, das Produkt und die Marke haben grundsätzlich sehr viel Potenzial. Mit den richtigen Strukturen, ausreichender Personalbesetzung und einer stärkeren Wertschätzung der Mitarbeitenden könnte daraus auch als Arbeitgeber deutlich mehr entstehen.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Vor allem die fehlenden klaren Strukturen, die aus meiner Sicht schwache Kommunikation und die geringe Wertschätzung gegenüber den Mitarbeitenden.
Besonders kritisch empfinde ich den Umgang mit Personalmangel und Arbeitszeit. Trotz hoher Auslastung wird vielerorts mit sehr knapper Besetzung gearbeitet, gleichzeitig wird bei Kosten und Personal stark gespart. In meiner Erfahrung wurden betrieblich notwendige Überstunden teilweise nicht anerkannt bzw. gestrichen, wenn sie nicht vorab genehmigt waren.
Hinzu kommt ein Gehaltsgefüge, das aus meiner Sicht nicht zu Verantwortung, Arbeitsbelastung und dem eigenen Luxusanspruch des Hauses passt. Insgesamt besteht eine deutliche Diskrepanz zwischen dem Anspruch, auf höchstem Niveau zu arbeiten, und den dafür tatsächlich geschaffenen personellen und organisatorischen Voraussetzungen.
Verbesserungsvorschläge
Klare und verlässliche Führungsstrukturen schaffen und Verantwortlichkeiten eindeutig definieren. Die Kommunikation zwischen Direktion, Führungskräften und operativen Teams sollte transparenter und verbindlicher werden.
Vor allem sollte ausreichend Personal eingeplant werden, wenn gleichzeitig der Anspruch besteht, ein Luxushotel auf höchstem Niveau zu führen. Permanenter Personalmangel und Sparmaßnahmen passen aus meiner Sicht nicht zu diesem Anspruch.
Geleistete und betrieblich notwendige Arbeitszeit sollte vollständig anerkannt werden. Eine fehlende vorherige Genehmigung von Überstunden darf aus meiner Sicht nicht dazu führen, dass tatsächlich geleistete Mehrarbeit nachträglich gestrichen wird – insbesondere dann nicht, wenn sie aufgrund von hoher Auslastung und Personalmangel notwendig war.
Darüber hinaus wären ein marktgerechteres Gehaltsgefüge, mehr echte Wertschätzung sowie eine strukturierte Mitarbeiterentwicklung wichtig. Weniger Fokus auf Außendarstellung und kurzfristige Einsparungen, dafür mehr Investitionen in die Menschen, die das Produkt täglich für die Gäste umsetzen.
Arbeitsatmosphäre
Die Unternehmenskultur wirkt nach außen deutlich besser als sie intern tatsächlich gelebt wird. Es fehlt aus meiner Sicht an klaren Strukturen, verlässlicher Kommunikation und echter Wertschätzung gegenüber den Mitarbeitenden. Viele Entscheidungen wirken kurzfristig und wenig durchdacht, operative Probleme werden häufig von den Teams aufgefangen. Positiv hervorzuheben ist fast ausschließlich der sehr gute Zusammenhalt unter den Kolleginnen und Kollegen, die sich gegenseitig stark unterstützen.
Gehalt/Benefits
Das Gehaltsgefüge empfinde ich gemessen an Verantwortung, Arbeitsbelastung und dem Anspruch eines Luxushotels als deutlich zu niedrig. Gleichzeitig wird von den Mitarbeitenden eine hohe Flexibilität und Einsatzbereitschaft erwartet.
Besonders kritisch sehe ich den Umgang mit Mehrarbeit. In meiner Erfahrung wurden betrieblich notwendige Überstunden teilweise nicht anerkannt bzw. gestrichen, wenn diese nicht vorab genehmigt waren – obwohl gleichzeitig eine sehr hohe Auslastung und erheblicher Personalmangel bestanden. Das vermittelt wenig Wertschätzung für den tatsächlich geleisteten Einsatz.
Weiterentwicklungsmöglichkeiten sind grundsätzlich vorhanden, aus meiner Sicht fehlt jedoch häufig eine klare, strukturierte und nachhaltige Mitarbeiterentwicklung.
Arbeitsbedingungen
Grundsätzlich arbeitet im Haus ein vielfältiges und internationales Team zusammen. Im täglichen Umgang unter den Kolleginnen und Kollegen habe ich dies überwiegend positiv erlebt. Die eigentlichen Probleme liegen aus meiner Sicht weniger im Bereich Vielfalt, sondern vielmehr in den Führungsstrukturen, der Kommunikation und der fehlenden Wertschätzung gegenüber den Mitarbeitenden.
Arbeitsumgebung
Das Haus selbst bietet grundsätzlich ein hochwertiges und modernes Arbeitsumfeld. Die tatsächlichen Arbeitsbedingungen werden jedoch stark durch Personalmangel, hohe Auslastung und fehlende Strukturen beeinträchtigt. An vielen Stellen wird versucht, mit möglichst wenig Personal einen sehr hohen Anspruch zu erfüllen. Dadurch entsteht dauerhaft hoher Druck auf die operativen Teams. Anspruch und tatsächlich vorhandene Ressourcen passen aus meiner Sicht nicht zusammen.
Gleichberechtigung
Grundsätzlich arbeitet im Haus ein vielfältiges und internationales Team zusammen. Im täglichen Umgang unter den Kolleginnen und Kollegen habe ich dies überwiegend positiv erlebt. Die eigentlichen Probleme liegen aus meiner Sicht weniger im Bereich Vielfalt, sondern vielmehr in den Führungsstrukturen, der Kommunikation und der fehlenden Wertschätzung gegenüber den Mitarbeitenden.