Zwischen Kaffeeduft und Chaos, ein ehrlicher Blick hinter die Kulissen. Solider Arbeitgeber mit Luft nach oben.
Gut am Arbeitgeber finde ich
Man gibt sich durchaus großzügig: kostenlose Parkplätze für die reisefreudigen Karossen, Trinkwasser für das gemeine Fußvolk und wahlweise Bohnen- oder Filterkaffee, eine Wohltat für Geist und Kreislauf. Auch Urlaubs- und Weihnachtsgeld finden ihren Weg auf das Konto, was in heutigen Zeiten fast schon nach ritterlicher Freigebigkeit klingt.
Die Arbeitskleidung hingegen besitzt den Charme einer mittelalterlichen Rüstung, funktional, aber alles andere als bequem. Immerhin: Die Urlaubstage übersteigen den gesetzlichen Mindestwert, was man hier wohl als modernen Ausdruck von Gnade verstehen darf.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Ein wahres Schauspiel menschlicher Eitelkeiten: Ignoranz im Gewand der Arroganz, Ehrlichkeit so selten wie ein ehrlicher Politiker, und Selbstreflexion, vermutlich seit geraumer Zeit verschollen. Statt Gerechtigkeit regiert die feine Kunst der Nasenpolitik, bei der persönliche Sympathie schwerer wiegt als jede Kompetenz. Und wer es wagt, Missstände anzusprechen, erlebt keine Einsicht, sondern Empörung, als hätte man dem Hofe persönlich die Krone beleidigt.
Verbesserungsvorschläge
Heim & Haus besteht beileibe nicht nur aus selbständigen Fachberatern und Montagepartnern. Es gibt auch jene stillen Zahnräder im Hintergrund, die Angestellten, deren Arbeit das Getriebe überhaupt erst am Laufen hält. Sie verdienen die gleiche Wertschätzung, auch wenn ihr Beitrag oft weniger glänzt, dafür aber umso tragfähiger ist. Denn ohne sie würde der viel beschworene Motor des Erfolgs vermutlich schon beim ersten Anlassen stottern.
Arbeitsatmosphäre
Wahrlich, ein gar köstliches Schauspiel der modernen Arbeitswelt:
Die hohe Kunst der Denunziation hat hier offenbar ihren Renaissance-Moment erlebt. Statt dass man sich dem eigenen Tun in ehrbarer Selbstreflexion widmete, scheint mancher Kollege sein Seelenheil darin zu finden, mit Argusaugen die Fehltritte anderer zu katalogisieren, ein Hobby, das offenkundig selbst in den oberen Etagen als Tugend missverstanden und gar kultiviert wird.
Gewiss, ich hege noch den kecken Verdacht, dass irgendwo da draußen auch ehrliche Gesellen existieren, die lieber arbeiten, statt zu wachen. Doch gegenwärtig, so scheint’s, regiert der Geist des Misstrauens, mit feinem Federhut und spitzer Zunge.
Image
Das Image wirkt, als hätte man es mit reichlich Marketingpolitur auf Hochglanz gebracht, ein Glanz, der beim genaueren Hinsehen recht dünn ausfällt. Ein Blick auf die jüngsten Kununu-Bewertungen lässt vermuten, dass dort vor allem Fachberater und Führungskräfte fleißig die Sterne streuen, während der Inhalt ihrer Lobeshymnen eher karg bleibt. Hauptsache, die Bewertungsskala leuchtet in makellosem Fünferglanz und der Gesamtscore steigt, Authentizität scheint da nur eine Randnotiz zu sein.
Work-Life-Balance
Wahrlich, nichts, womit Heim & Haus sich schmücken sollte, doch ebenso wenig ein Grund, die Hände über dem Haupt zu ringen. Ein gar mittelprächtiges Gleichgewicht zwischen Mühsal und Muße, wenn man so will.
Ich las unlängst in einer anderen Chronik, man nennt sie wohl „Kununu“ den weisen Satz: „Erst Work, dann Balance.“ Welch erfrischende Offenbarung des modernen Knechtsgeistes! Jeder hat eben seine Prioritäten, seine persönlichen Neurosen und modischen Lebensentwürfe. Vermutlich ein Symptom jener viel besungenen Generation, die glaubt, ein Latte Macchiato könne die Sinnkrise ersetzen.
Karriere/Weiterbildung
Vom Tellerwäscher zum Millionär, ein Märchen, das bei Heim & Haus wohl nie erzählt werden wird. Aufstieg erfolgt hier weniger durch Leistung als durch Zufall: Manchmal hat man schlicht das Glück, dass jemand in der Führungsetage das Handtuch wirft. Dann darf der Nächste den Stuhl erwärmen, bis auch er erkennt, dass Glanz und Verantwortung hier nicht zwingend Hand in Hand gehen.
Gehalt/Benefits
Wie es in einem Konzern mit Direktvertrieb so Brauch ist, fließt der Goldstrom bevorzugt zu den Fachberatern, schließlich sind sie die Hohepriester des Umsatzes. Sollte danach noch ein kümmerlicher Rest im Schatzkämmerlein verbleiben, wird dieser nach bewährter Tradition ungleich verteilt: viel für wenige, wenig für viele.
Wer daran zweifelt, möge nur einen Blick auf die letzten Kununu-Bewertungen werfen, sie lesen sich stellenweise wie ein Kassenbuch der Ungerechtigkeit.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Heim & Haus ist gewiss keine Sozialstiftung, und man spürt das auf Schritt und Tritt. Je höher man die Hierarchieleiter erklimmt, desto dünner wird die Luft der sozialen Verantwortung. Auf den unteren Ebenen atmet man sie noch, weiter oben scheint sie sich in wohlkalkuliertem Eigeninteresse zu verflüchtigen.
Und was den Umweltsinn betrifft, ja, er existiert, irgendwo zwischen Alibi und Absichtserklärung.
Kollegenzusammenhalt
Zwischen den wackeren Mitstreitern herrscht ein bemerkenswerter Zusammenhalt, fast so, als hätte man vergessen, dass dies hier kein Ritterorden, sondern lediglich ein Arbeitsplatz ist. Doch Obacht, wer die Bande allzu freundschaftlich knüpft, riskiert, dass man ihn daran erinnert, dass Kameradschaft hier nur so lange geduldet ist, wie sie nicht die heilige Ordnung der Hierarchie stört.
Umgang mit älteren Kollegen
Die älteren Gefährten erfahren hier keine Sonderbehandlung, weder im Guten noch im Schlechten. Man begegnet ihnen schlicht wie allen anderen: ohne Fanfaren, aber auch ohne Geringschätzung. Ein Zustand, der zwar unspektakulär klingt, in der heutigen Arbeitswelt jedoch beinahe schon als Tugend gelten darf.
Vorgesetztenverhalten
Wohl an, ein gar diffiziles Thema. Es gibt sie tatsächlich, jene edlen Seelen, die sich redlich bemühen, den Mantel der Menschlichkeit nicht völlig im Schrank der Effizienz verstauben zu lassen.
Mein bescheidener Rat, so simpel wie alt: Ein Quäntchen Respekt auf allen Ebenen wirkt oft wundersamer als jede Managementschulung. Und wer seinen Mitstreiter behandelt, wie er selbst gern behandelt würde, könnte glatt den Eindruck erwecken, er verfüge über so etwas wie Charakter, ein Gut, das heutzutage seltener scheint als ein ehrlicher Kantinenkaffee.
Arbeitsbedingungen
Seit dem Cyberangriff scheint man plötzlich in der Gegenwart angekommen zu sein, fast wie durch einen digitalen Urknall. Davor allerdings wirkte alles, als hätte jemand die Unternehmensuhr anno 2015 angehalten und vergessen, sie wieder aufzuziehen. Fortschritt war bis dahin wohl eher ein theoretisches Konstrukt als gelebte Praxis.
Kommunikation
Im gemeinen Volk, pardon, im Team, herrscht noch ein Hauch von Kameradschaft, als hätte man das Miteinander nicht völlig verlernt. Doch sobald der Blick gen Firmament, also zur Obrigkeit, schweift, wird’s frostig wie in einer ungeheizten Burg im Januar. Von oben herab weht kaum mehr als ein laues Lüftchen des Pflichtbewusstseins, gerade genug, um das Nötigste zu murmeln, Kommunikation also in ihrer reinsten Verwaltungsform
Gleichberechtigung
Nun, es scheint, beim Thema Gleichbehandlung in der Entlohnung gibt es noch etwas Entwicklungspotenzial. Der Gender Pay Gap wirkt hier eher wie ein still geduldeter Begleiter als ein gelöstes Thema.
Doch immerhin, Luft nach oben ist reichlich vorhanden, und wer weiß, vielleicht weht ja irgendwann ein frischer Wind der Fairness durch die Gehaltsabrechnungen.
Interessante Aufgaben
Nun ja, die Aufgaben gleichen in ihrer Abwechslung etwa dem Ticken einer Standuhr, zuverlässig, berechenbar und von einer fast schon meditativ-langweiligen Gleichförmigkeit. Aber was will man erwarten? Ein Produzent von Bauelementen ist schließlich kein Zirkusdirektor. Hier regiert die Ordnung des Handwerks, nicht die Muse der Kreativität. Wer also geistige Akrobatik sucht, ist hier fehl am Platz, wer hingegen im Gleichmaß der alltäglichen Erfüllung findet, der darf sich wahrlich gesegnet nennen.


