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Heraeus 
Gruppe
Bewertung

Geld gut – Rest ausbaufähig

2,1
Nicht empfohlen
Ex-Angestellte/r oder Arbeiter/inHat bis 2025 im Bereich Produktion bei Heraeus Covantics – Heraeus Quarzglas Bitterfeld GmbH & Co. KG in Bitterfeld-Wolfen gearbeitet.

Verbesserungsvorschläge

Aus meiner Sicht bestehen in mehreren Bereichen konkrete Verbesserungspotenziale:

* Führungsverhalten:
Ein stärker vertrauensbasierter Führungsstil sowie ein offenerer Umgang mit Mitarbeitenden könnten das Arbeitsklima deutlich verbessern. Weniger Kontrolle und mehr Transparenz würden zur Motivation beitragen.
* Kommunikation:
Die Erreichbarkeit von Führungskräften sollte verbessert werden, um schnellere Abstimmungen und effizientere Arbeitsabläufe zu ermöglichen. Klare und frühzeitige Kommunikation wäre hier entscheidend.
* Work-Life-Balance / Arbeitszeit:
Eine konsequente und verlässliche Umsetzung der Gleitzeitregelungen würde die Flexibilität im Arbeitsalltag wieder erhöhen.
* Weiterbildung & Entwicklung:
Eine aktive Förderung von Weiterbildungen sowie realistische Aufstiegsperspektiven könnten die Mitarbeiterbindung deutlich stärken.
* Arbeitsorganisation & Aufgabenvielfalt:
Mehr Abwechslung, beispielsweise durch Aufgabenrotation, würde die Tätigkeit langfristig attraktiver gestalten.
* Umgang mit Mitarbeitenden:
Ein wertschätzender und fairer Umgang mit allen Altersgruppen sollte stärker im Fokus stehen.
* Arbeitsbedingungen:
Verbesserungen bei der Ausstattung sowie pragmatischere Lösungen im Bereich der persönlichen Schutzausrüstung (PSA) könnten den Arbeitsalltag erleichtern.
* Planungssicherheit:
Eine klarere und langfristigere Personalplanung würde das Vertrauen der Mitarbeitenden in das Unternehmen stärken.

Arbeitsatmosphäre

Die Arbeitsatmosphäre war insgesamt eher angespannt. Während der Zusammenhalt unter den Kollegen größtenteils gut war, wurde das Arbeitsklima durch ein hohes Maß an Kontrolle und ein geringes Vertrauen seitens der Führungskräfte belastet.

In der täglichen Arbeit entstand dadurch häufig das Gefühl, stärker überwacht als unterstützt zu werden. Dies wirkte sich spürbar auf die Motivation und das allgemeine Wohlbefinden aus.

Insgesamt bestand aus meiner Sicht Verbesserungsbedarf hin zu einer offeneren und vertrauensvolleren Arbeitskultur.

Image

Das Image des Unternehmens hat aus meiner Sicht in den letzten Jahren deutlich gelitten. Hintergrund ist unter anderem die wiederkehrende wirtschaftliche Unsicherheit, die sich auch auf die Personalplanung ausgewirkt hat.

Es kam mehrfach zu Situationen, in denen neue Mitarbeitende eingestellt wurden, während gleichzeitig kurz- bis mittelfristig betriebsbedingte Kündigungen ausgesprochen wurden. Dies wirkte auf mich widersprüchlich und hat das Vertrauen in die langfristige Ausrichtung des Unternehmens beeinträchtigt.

Insgesamt entsteht dadurch ein eher negatives Gesamtbild, insbesondere im Hinblick auf Stabilität und Planungssicherheit.

Work-Life-Balance

Grundsätzlich ließ sich der Job gut mit dem Privatleben vereinbaren. Die vorhandene Gleitzeit bot zunächst eine gewisse Flexibilität. Im weiteren Verlauf wurde diese jedoch zunehmend eingeschränkt, sodass ein spontaner oder kurzfristig flexibler Umgang mit der Arbeitszeit kaum noch möglich war.

Karriere/Weiterbildung

Das Unternehmen stellt sich nach außen als offen für Weiterbildungen und Aufstiegsfortbildungen dar. In meiner Erfahrung konnte ich dies jedoch nicht bestätigen. Anfragen bezüglich finanzieller Unterstützung, beispielsweise für Lehrgänge oder Lernmaterialien, wurden konsequent abgelehnt.

Zudem wurde mir vermittelt, dass selbst bei eigenfinanzierter Weiterbildung keine realistischen Aufstiegsmöglichkeiten innerhalb des Unternehmens bestehen.

Insgesamt fehlte es aus meiner Sicht an echter Förderung von Entwicklung und Karriereperspektiven.

Kollegenzusammenhalt

Der Zusammenhalt unter den Kollegen war insgesamt gut. Der Umgang miteinander war überwiegend hilfsbereit und kollegial, sodass man sich im Arbeitsalltag gegenseitig unterstützt hat.

Auch die Kommunikation im Team funktionierte schnell und unkompliziert, was die Zusammenarbeit erleichtert hat.

Trotz der insgesamt eher angespannten Rahmenbedingungen wurde der Teamzusammenhalt weitgehend positiv aufrechterhalten.

Umgang mit älteren Kollegen

Der Umgang mit älteren Mitarbeitenden wirkte aus meiner Sicht wenig wertschätzend. Es entstand der Eindruck, dass diese stärker kontrolliert wurden und ihnen teilweise sehr anspruchsvolle, zeitlich eng bemessene Aufgaben zugewiesen wurden.

Zudem hatte ich den Eindruck, dass älteren Kollegen wiederholt nahegelegt wurde, das Unternehmen mittelfristig zu verlassen. Dies wirkte sich negativ auf die Motivation und das Arbeitsklima aus.

Vorgesetztenverhalten

Das Verhalten der Vorgesetzten empfand ich als stark kontrollierend und wenig vertrauensvoll. In meiner Abteilung wurden Arbeitskontrollen deutlich intensiviert, was bei vielen Mitarbeitenden zu einem Gefühl ständiger Überwachung führte.

Zudem entstand der Eindruck, dass der Umgang mit der Arbeitszeiterfassung sehr genau beobachtet wurde, teilweise auch ohne offene Kommunikation darüber. Gesprächsinhalte wurden aus meiner Sicht häufig dokumentiert und später im Zusammenhang mit möglichen Konsequenzen aufgegriffen.

Insgesamt war das Verhältnis von Misstrauen geprägt, wodurch ein vertrauensvolles Arbeitsklima mit den Vorgesetzten kaum gegeben war.

Arbeitsbedingungen

Die Arbeitsbedingungen waren insgesamt durchschnittlich. Ein Teil der Tätigkeiten wurde an älteren bzw. teilweise stark verschmutzten Anlagen durchgeführt.

Positiv hervorzuheben ist, dass grundsätzlich auf Sicherheit geachtet wurde. Allerdings kam es im Bereich der persönlichen Schutzausrüstung (PSA), insbesondere bei Arbeitsschutzschuhen, zu wiederkehrenden Diskussionen. Individuell abweichende Modelle mussten häufig erst über einen längeren Prozess, beispielsweise über den Betriebsarzt, genehmigt werden.

Dies führte bei einigen Mitarbeitenden zu Einschränkungen im Arbeitsalltag

Kommunikation

Die Kommunikation innerhalb des Kollegenkreises war überwiegend unkompliziert und funktionierte gut. Der Austausch im Team war schnell und lösungsorientiert.

Herausfordernder gestaltete sich hingegen die Kommunikation mit den Führungskräften. Diese waren häufig schwer erreichbar, unter anderem aufgrund vieler Termine, wodurch zeitnahe Abstimmungen erschwert wurden.

In Situationen, die schnelle Entscheidungen erforderten, führte dies teilweise zu Verzögerungen im Arbeitsablauf. Gleichzeitig entstand der Eindruck, dass daraus resultierende Probleme im Anschluss kritisiert wurden.

Insgesamt bestand hier aus meiner Sicht Verbesserungsbedarf, insbesondere in Bezug auf Erreichbarkeit und Abstimmungsprozesse.

Gehalt/Benefits

Das Gehalt ist durch den Tarifvertrag der chemischen Industrie Ost auf einem guten Niveau angesiedelt. Auch die damit verbundenen Sozialleistungen sind insgesamt attraktiv und bieten eine solide Grundlage.

Insgesamt wird die Vergütung als überdurchschnittlich und fair wahrgenommen.

Interessante Aufgaben

Die Aufgaben entsprachen grundsätzlich den typischen Tätigkeiten eines produzierenden Betriebs und waren daher in weiten Teilen repetitiv. Allerdings wurde aus meiner Sicht nur wenig darauf geachtet, durch Aufgabenwechsel oder zusätzliche Tätigkeiten für mehr Abwechslung zu sorgen.

Dadurch blieb die Arbeit insgesamt eher monoton und bot nur begrenzte inhaltliche Vielfalt.

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Arbeitgeber-Kommentar

Claudia Bibo, Senior Manager Employer Branding
Claudia BiboSenior Manager Employer Branding

Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit genommen haben, Ihre Erfahrungen auch nach Ihrem Austritt so ausführlich zu schildern. Rückmeldungen wie Ihre nehmen wir ernst – gerade dann, wenn sie eine so große Bandbreite an Eindrücken zeigen.

Sie beschreiben den Kollegenzusammenhalt sowie Gehalt und Sozialleistungen sehr positiv. Gleichzeitig benennen Sie deutliche Kritik an Arbeitsatmosphäre, Führung, Entwicklungsmöglichkeiten und einzelnen Rahmenbedingungen. Diese Unterschiede möchten wir verstehen, einordnen und an einigen Stellen für die Leserinnen und Leser hier transparent ergänzen und auch klarstellen.

Zunächst zum Kontext:
Unser Markt ist seit jeher volatil, und wir gehen mit dieser Dynamik offen um. Veränderungen in den Rahmenbedingungen lassen sich dabei nicht immer vermeiden. Sie führen im Alltag auch zu Entscheidungen, die für Teams spürbar sind – etwa im Rahmen von Anpassungen wie einem Sozialplan. Diesen haben wir gemeinsam mit dem Betriebsrat verantwortungsvoll gestaltet: Wir haben transparent informiert und Lösungen gesucht, die sozialverträglich und in vielen Fällen einvernehmlich sind. Auch wenn wir so vorgegangen sind, ist uns bewusst, dass solche Situationen belasten und Frustration auslösen können. Diese Erfahrungen nehmen wir wahr und sehen, dass sie sich auch in Bewertungen wie Ihrer widerspiegeln.

Zu den einzelnen Punkten Ihrer Rückmeldung:
Arbeitszeit / Gleitzeit
Für Arbeitszeitmodelle bestehen klare Betriebsvereinbarungen. Diese regeln die beidseitig vereinbarten Rahmenbedingungen verbindlich. Deren Einhaltung verstehen wir nicht als Einschränkung von Flexibilität, sondern als verlässliche Grundlage für alle. Eine sukzessive Einschränkung von Gleitzeit hat aus unserer Sicht nicht stattgefunden.

Weiterbildung & Entwicklung
Sie schildern, dass Weiterbildungsanfragen aus Ihrer Sicht konsequent abgelehnt wurden. Unser Anspruch ist es jedoch, Entwicklung zu ermöglichen und Entscheidungen nachvollziehbar zu machen. Wir können daher weder bestätigen, dass Weiterbildungsanfragen “konsequent abgelehnt” wurden, noch entspricht dies unserer gelebten Praxis. Wir verfügen über eine strukturierte Weiterbildungsberatung, fördern individuelle Entwicklung sowohl finanziell als auch durch Freistellungen und arbeiten mit Mitarbeitenden aktiv an Entwicklungsplänen. Gleichzeitig gehört es zu unserer Verantwortung, transparent zu machen, wenn bestimmte Qualifizierungen perspektivisch nicht zu Einsatzmöglichkeiten im Werk führen. Diese Offenheit kann im Einzelfall als Einschränkung wahrgenommen werden, ist jedoch Teil einer fairen und ehrlichen Beratung.

Aufgaben und Arbeitsorganisation
Die Tätigkeiten in der Produktion sind naturgemäß an Prozesse gebunden; sie werden von vielen Mitarbeitenden aber gerade wegen ihrer Abwechslung und Verantwortungsbreite geschätzt. In den Teams schauen wir regelmäßig, wer neue Aufgaben übernehmen oder den Bereich wechseln kann, und setzen das Schritt für Schritt um.

Führungsverhalten
Wenn Führung als misstrauisch wahrgenommen wird, schauen wir genau hin. Unser Ziel ist es, dass Zusammenarbeit auf Vertrauen und Respekt basiert. Ein von Misstrauen geprägtes Führungsverständnis entspricht weder unserem Anspruch noch unserem Selbstbild. Gleichzeitig wissen wir, dass Führung im Alltag unterschiedlich erlebt werden kann – insbesondere in Phasen hoher Belastung. Hier arbeiten wir kontinuierlich an Klarheit, Erreichbarkeit und Zusammenarbeit – unter anderem durch klarere Abstimmungsstrukturen und eine stärkere Präsenz der Führung im Arbeitsalltag.

Umgang mit älteren Mitarbeitenden
Sie schildern den Eindruck, dass ältere Mitarbeitende benachteiligt werden oder enge Aufgaben erhalten. Diese Rückmeldung nehmen wir zum Anlass, genauer hinzuschauen. Unser Anspruch ist es, Erfahrung einzubinden und Aufgaben so zu gestalten, dass sie sinnvoll und entwicklungsorientiert bleiben. Gemeinsam mit dem Betriebsrat haben wir – auch vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen Situation – freiwillige und vielfach positiv angenommene Modelle für einen früheren Übergang in den Ruhestand geschaffen. Von daher können wir sagen, dass der von Ihnen geschilderte Eindruck nicht unserer Praxis gerecht wird. Unabhängig davon nehmen wir Ihre Rückmeldung ernst. Gerade in einem anspruchsvollen Umfeld ist entscheidend, wie Zusammenarbeit, Führung und Kommunikation erlebt werden. Daran arbeiten wir kontinuierlich. Viele unserer Mitarbeitenden schätzen insbesondere den starken Zusammenhalt, die verlässlichen Rahmenbedingungen und die vielfältigen Möglichkeiten, sich auch in einem anspruchsvollen Umfeld weiterzuentwickeln. Uns ist wichtig, dabei im Austausch zu bleiben und Entwicklung gemeinsam zu gestalten.

Für Ihren weiteren beruflichen und persönlichen Weg wünschen wir Ihnen alles Gute.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Heraeus Covantics HR-Team, Bitterfeld-Wolfen

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Anonym · Sieh, ob’s deinen Kolleg:innen auch so geht.