Mehr billige Arbeitskraft als echte Ausbildung – Übernahmechancen enttäuschend
Gut am Arbeitgeber finde ich
-In vereinzelten Abteilungen gibt es sehr freundliche Teams und eine gute, geschätzte Zusammenarbeit.
-Das Ausbildungsgehalt wird pünktlich ausgezahlt.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
-Stark abteilungsabhängige Betreuung: Die Qualität der Ausbildung und der Respekt im Umgang hängen fast komplett vom Zufall der zugewiesenen Abteilung ab.
-Zeitnot der Ausbilder: Nebenamtliche Ausbilder haben wegen ihres eigenen Tagesgeschäfts kaum Zeit für eine kontinuierliche und strukturierte Einarbeitung.
-Ausbildungsfremde Tätigkeiten: Azubis werden immer wieder als günstige Hilfskräfte für schwere körperliche Arbeiten wie Abteilungs- und Möbelumzüge eingesetzt.
-Monotone Routineaufgaben: Man verbringt Monate mit repetitiven Aufgaben, anstatt gezielt fachlich gefördert und gefordert zu werden.
-Unehrliche Übernahme-Kommunikation: Fehlende Transparenz bezüglich der Zukunftsplanung und das Vorschieben pauschaler Vorwände bei Übernahmeabsagen.
-Hierarchisches Denken: In vielen Teams herrscht eine spürbare Kluft – Regeln werden bei Azubis oft strenger ausgelegt als bei den festangestellten Kollegen.
-Unterdurchschnittliche Vergütung: Das Ausbildungsgehalt hält im Branchenvergleich (insbesondere gemessen an einer 40-Stunden-Woche) nicht mit anderen Betrieben mit.
Verbesserungsvorschläge
-Schulungen oder Didaktik-Kurse für Fachbetreuer anbieten, um eine einheitliche Betreuungsqualität in allen Abteilungen zu sichern.
-Auszubildende gezielter nach Ausbildungsplan einsetzen und nicht für ausbildungsfremde Aufgaben (wie Möbelumzüge) nutzen.
-Transparentere und ehrlichere Kommunikation bei Übernahmeentscheidungen nach dem Abschluss.
-Die Ausbildungsvergütung an den Branchendurchschnitt anpassen.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre steht und fällt komplett mit der jeweiligen Abteilung. Während es in vereinzelten Teams gut läuft, herrscht in den meisten Bereichen ein stark von Sympathien abhängiges Klima. Um dort eine gute Behandlung oder Anerkennung zu erfahren, muss man sich den Vorgesetzten oft stark anpassen und Wohlwollen suchen. Leistung allein reicht in vielen Abteilungen leider nicht aus, was für eine spürbar angespannte Stimmung sorgt.
Karrierechancen
Die Übernahmechancen nach der Ausbildung stehen extrem schlecht. Nach außen hin wird mit guten Zukunftsversprechen geworben, in der Praxis wird eine Übernahme jedoch mit wechselnden Vorwänden und Pauschalaussagen verwehrt. Selbst wenn die Fachabteilung einen konkreten Übernahmebedarf hat und einen behalten möchte, wird man am Ende mit Behauptungen über angeblich unzureichende Leistungen abgespeist. Transparente Kriterien oder echte Perspektiven für den Berufseinstieg fehlen hier komplett.
Arbeitszeiten
Die Arbeitszeiten sind grundsätzlich in Ordnung, bieten aber wenig Flexibilität im Branchenvergleich. Mit einer wöchentlichen Arbeitszeit von 40 Stunden liegt das Pensum spürbar höher als bei vielen anderen Betrieben in derselben Branche. Zwar werden Überstunden in der Regel abgebaut oder vermieden, allerdings wünscht man sich als Auszubildender zeitgemäßere Arbeitszeitmodelle
Ausbildungsvergütung
Die Ausbildungsvergütung ist unterdurchschnittlich. Im Vergleich mit Mitschülern aus der Berufsschule zeigt sich, dass andere Unternehmen in der gleichen Branche oft spürbar besser bezahlen – und das teils bei geringerer wöchentlicher Arbeitszeit. Das Preis-Leistungs-Verhältnis zwischen dem Arbeitsaufwand und dem Gehalt passt hier leider nicht ganz.
Die Ausbilder
Die Betreuung in den ersten Monaten ist aus meiner Sicht ausbaufähig. Die Ausbilder sind keine Vollzeit-Ausbilder, sondern reguläre Büroangestellte, die die Betreuung der Azubis zusätzlich zu ihrem normalen Tagesgeschäft erledigen. Dadurch fehlt schlichtweg die Zeit, sich voll auf die Ausbildung zu konzentrieren. Im Alltag sitzt man zu Beginn oft alleine mit Aufgaben im Raum, während Fragen meist von Azubis aus höheren Lehrjahren beantwortet werden, weil die Ausbilder nur sporadisch vorbeischauen können.
Spaßfaktor
Stark abteilungsabhängig. In einigen wenigen Abteilungen macht die Arbeit wirklich Spaß und man wird gut eingebunden. In der Mehrheit der Abteilungen sieht das leider anders aus. Das liegt vor allem daran, dass man vor Ort Fachbetreuern zugewiesen wird, die meist reguläre Büroangestellte ohne didaktische oder pädagogische Schulung zur Azubi-Betreuung sind. Die Betreuungsqualität und die Atmosphäre hängen dadurch extrem vom Zufall ab.
Aufgaben/Tätigkeiten
Die Aufgaben im Ausbildungsalltag sind leider sehr eintönig und häufig ausbildungsfremd. Anstatt schrittweise an komplexe und fachlich fordernde Tätigkeiten herangeführt zu werden, führt man oft monatelang dieselben Routinearbeiten aus. Die fachliche Entwicklung tritt dadurch stark in den Hintergrund.
Zudem entsteht regelmäßig der Eindruck, dass Auszubildende als günstige Arbeitskräfte für einfache oder körperliche Arbeiten eingesetzt werden. So kommt es immer wieder vor, dass Azubis für ausbildungsfremde Tätigkeiten wie tagelange Abteilungs- und Möbelumzüge über mehrere Etagen herangezogen werden. Solche Aufgaben stehen in keinem Zusammenhang mit dem eigentlichen Ausbildungsberuf und nehmen wertvolle Lernzeit weg.
Variation
Die Abwechslung lässt stark zu wünschen übrig. Über lange Zeiträume hinweg macht man dieselben monotonen Aufgaben, ohne neue Impulse zu bekommen. Zwar durchläuft man verschiedene Abteilungen, doch die Art der Tätigkeiten ändert sich dabei kaum. Richtige Abwechslung oder das Kennenlernen neuer, anspruchsvoller Themengebiete bleibt eher die Ausnahme.
Respekt
Der respektvolle Umgang ist extrem abteilungsabhängig. In wenigen Teams wird man geschätzt und auf Augenhöhe behandelt. In der Mehrheit der Abteilungen fehlt es jedoch spürbar an Wertschätzung gegenüber Auszubildenden. Oft hat man das Gefühl, nicht als gleichwertiges Teammitglied wahrgenommen zu werden. Zudem werden bei Betriebsregeln gefühlt zweierlei Maß angelegt: Für Azubis gelten stellenweise deutlich strengere Vorgaben als für die festangestellten Kollegen, was zu einer unfairen Arbeitsatmosphäre führt.


