Vom Traumjob zur Fehlentscheidung!
Gut am Arbeitgeber finde ich
Zum Schluss waren es nur noch die Kolleg:innen, die den Arbeitsalltag erträglich gemacht haben – fachlich wie menschlich ein klarer Lichtblick.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Vetternwirtschaft, die deutlich überhandnimmt. Dadurch werden Mitarbeitende benachteiligt und teilweise in Positionen gebracht, für die sie nicht geeignet sind.
Kritik, Fragen oder Verbesserungsvorschläge sind offiziell erwünscht, führen in der Praxis jedoch häufig zu negativen Konsequenzen. Das ist intern bekannt und wird von Kolleg:innen auch so weitergegeben.
Zusätzlich verschlechtern sich die Arbeitsbedingungen zunehmend: Bereits geringe Gehälter werden durch kurzfristige Änderungen weiter entwertet. Nachtschichten wurden für bestimmte Mitarbeitende gestrichen, bezahlte Samstage entfallen, und Überstunden müssen abgebaut werden. Kurz darauf folgte, entgegen vorheriger Aussagen wie „wir schaffen das“, die Einführung von Kurzarbeit.
Organisatorisch gibt es ebenfalls Defizite: Platzmangel führt zu schlecht koordinierten Arbeitsabläufen, und auch die Parksituation ist unzureichend.
Die Führungsebene – einschließlich HR – hinterlässt insgesamt einen sehr negativen Eindruck.
Verbesserungsvorschläge
Eine grundlegende Überarbeitung der Führungsstruktur wäre sinnvoll, um mehr Professionalität, Transparenz und Fairness im Umgang mit Mitarbeitenden zu gewährleisten.
Es sollte stärker darauf geachtet werden, dass Entscheidungen unabhängig und im Sinne des gesamten Teams getroffen werden.
Die Einführung eines unabhängigen und mitarbeiterorientierten Betriebsrats wäre wünschenswert.
Eine Anpassung der Gehaltsstrukturen an branchenübliche Standards (z. B. Orientierung an IG Metall) wäre ein wichtiger Schritt zur Verbesserung der Mitarbeiterzufriedenheit.
Zudem sollte in einen geeigneteren und ggf. größeren Standort investiert werden, um effizientere Arbeitsabläufe, ausreichend Platz sowie eine bessere Parksituation zu ermöglichen.
Nicht zuletzt wäre es wichtig, zugesagte Maßnahmen und Versprechen zuverlässig einzuhalten.
Arbeitsatmosphäre
Unter den Kolleg:innen war die Atmosphäre insgesamt in Ordnung, mit einigen Ausnahmen. Dies ist jedoch stark abhängig von Abteilung und Schicht.
Leider wurden viele Maßnahmen nicht gut umgesetzt oder eingeführt, wodurch der Unmut innerhalb der Belegschaft spürbar zugenommen hat und sich die Stimmung entsprechend verschlechtert hat.
Image
Das Unternehmen hatte möglicherweise früher ein besseres Image. Bereits zu meinem Einstieg war dieses jedoch nicht mehr erkennbar und hat sich im Verlauf eher weiter verschlechtert.
Work-Life-Balance
Abhängig von der Abteilung kann die Work-Life-Balance in Ordnung sein. Im 3-Schicht-System ist sie jedoch insgesamt eingeschränkt.
Karriere/Weiterbildung
Weiterbildungs- und Entwicklungsmöglichkeiten werden zwar gelegentlich angesprochen, jedoch selten konsequent umgesetzt. Auf geäußertes Interesse folgen oft keine weiteren konkreten Schritte.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt ist aus meiner Sicht nicht angemessen und sollte dringend überprüft und angepasst werden.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Ein klares und erkennbares Engagement in diesem Bereich ist nicht ausreichend sichtbar.
Kollegenzusammenhalt
Der Zusammenhalt unter den Kolleg:innen war überwiegend gut und zählt zu den wenigen positiven Aspekten im Unternehmen.
Umgang mit älteren Kollegen
Der Umgang wirkt nicht durchgehend wertschätzend. Erfahrung und langjährige Betriebszugehörigkeit werden nicht immer ausreichend berücksichtigt.
Vorgesetztenverhalten
Das Verhalten der Führungskräfte ist insgesamt kritisch zu bewerten.
Es entsteht der Eindruck, dass über Mitarbeitende in deren Abwesenheit gesprochen wird, was das Vertrauen innerhalb des Teams beeinträchtigt.
Zudem sind Entscheidungen häufig nicht nachvollziehbar und werden nicht transparent oder ausreichend abgestimmt kommuniziert.
Auf Nachfragen zu bestimmten Entscheidungen wird ausweichend reagiert oder es werden widersprüchliche Aussagen getroffen. Teilweise entsteht dabei das Gefühl, dass kritische Fragen unerwünscht sind und negative Konsequenzen nach sich ziehen könnten.
Arbeitsbedingungen
Die Arbeitsbedingungen sind grundsätzlich funktional, jedoch mit deutlichem Verbesserungsbedarf.
Es standen teilweise zu wenige Prüfmittel zur Verfügung, zudem befanden sich einige davon in einem nicht mehr optimalen Zustand.
Die Hygienesituation war insgesamt unzureichend und wirkte trotz externer Reinigungsfirma oft nicht zufriedenstellend.
Darüber hinaus waren die klimatischen Bedingungen am Arbeitsplatz problematisch: Es zog häufig stark, während gleichzeitig Klimaanlagen selbst im Winter auf sehr niedrige Temperaturen (ca. 17 °C) eingestellt waren. Dies führte zu einem unangenehmen Arbeitsumfeld.
Kommunikation
Kommunikation fand teilweise in Form von vierteljährlichen Updates statt, wirkte jedoch häufig beschönigt und kam oft verspätet.
Wichtige bzw. gravierende Änderungen wurden teilweise sehr kurzfristig kommuniziert.
Gleichberechtigung
Der Eindruck entsteht, dass persönliche Beziehungen und Netzwerke einen größeren Einfluss haben als Leistung und Qualifikation. Mitarbeitende mit entsprechenden Kontakten scheinen deutlich im Vorteil zu sein.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben können grundsätzlich interessant sein, verlieren jedoch durch strukturelle und organisatorische Probleme an Attraktivität.

