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Mehr Schein als Sein! Wollen kranken Leuten angeblich helfen, vernachlässigen dabei aber die Gesundheit der Arbeitnehmer

2,5
Nicht empfohlen
Ex-Angestellte/r oder Arbeiter/inHat bis 2023 im Bereich Marketing / Produktmanagement in Hannover gearbeitet.

Gut am Arbeitgeber finde ich

- flexible Arbeitszeiten
- mir wurde Verantwortung übergeben
- die Bezahlung traf stets pünktlich ein
- ich hatte einige Freiheiten bei der Contenterstellung
- meine Texte wurden positiv bewertet
- Rabatte auf die Produkte

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

- die Kommunikation über WhatsApp
- die Art und Weise mich zu kündigen und mit mir zu kommunizieren
- das Vertrösten meine Stunden aufzustocken
- die Aussage 24 Urlaubstage wären ausreichend, da das die gesetzliche Mindestanzahl ist
- dass es keine Aufstiegsmöglichkeiten gab
- die hohe Erwartungshaltung an mich und die teils fehlende Wertschätzung

Erst erst gegen Ende und auf Nachfrage wurden mir die Kurse kostenlos zur Verfügung gestellt und ein paar Tipps gegeben wie ich meine Histaminprobleme angehen könnte (schließlich waren sie Experten und indem sie mir geholfen hätten, hätten sie eine gesunde und somit belastbarere Mitarbeiterin gehabt).
Mein letztes Gehalt falsch berechnet, somit erhielt ich ca. 40€ zu viel. Da mir allerdings eine Geschäftsreise noch nicht bezahlt wurde, wollte ich abwarten, wie die Differenz am besten beglichen werden sollte, dass die Buchhaltung stimmt. Mir wurde dann direkt mit dem Anwalt gedroht. Was ein Witz war, nachdem ich eine nicht rechtsgültige Kündigung erhalten hatte und mir mein noch ausstehendes Urlaubsgeld falsch berechnet und überwiesen wurde.

Verbesserungsvorschläge

- Respekt und Wertschätzung dem Arbeitnehmer gegenüber
- keine privaten Nachrichten aufs Handy und schon gar nicht zu unmöglichen Tageszeiten (Tools wie Asana und E-Mail nutzen)
- nicht so ein krasses Arbeitspensum verlangen, das für 4 Personen ausgelegt ist
- Gewährung von krankheitsbedingten Ausfällen
- Kündigungen auf dem Postweg mit Original Unterschrift und nicht per Email
- selbstständige Übernahme der Rücksendekosten des Arbeitsgeräts
- besseres Equipment
- Aussicht auf Lohnerhöhung und Sozialleistungen
- Bereitstellung der Kurse für Mitarbeiter direkt am Anfang des Arbeitsverhältnisses
- Weiterbildungen

Arbeitsatmosphäre

Die Kollegen und Chefs schienen auf den ersten Blick nett und entgegenkommend. Leider stellte sich im Verlauf heraus, dass es mehr um Zahlen und Profit als um Menschlichkeit ging, wie es anfangs schien. Von Fairness war nicht wirklich etwas bei dem hohen Arbeitspensum, das ich als einziger Content Manager zu erledigen hatte, zu spüren. Meine Texte wurden zwar gelobt, gleichzeitig hieß es ich würde nicht mehr das Pensum schaffen wie noch zu Beginn. Klar, es war auch nicht zu bewältigen… Im Vergleich mit Leuten in der gleichen Position bei unterschiedlichen Firmen hatte ich 4 Mal so viele Aufgaben. Ich konnte zudem nie wirklich von der Arbeit abschalten, da ständig Nachrichten in der WhatsApp Gruppe reinkamen, selbst wenn man Urlaub hatte.

Image

Das Wohl der Firma stand im Vordergrund. Nach der Sendung „Die Höhle der Löwen“ liefen die Verkäufe gut. Allerdings hieß es trotzdem immer man könne meine Stunden jetzt noch nicht aufstocken oder mehr Gehalt bezahlen. Auf Social Media wurde das Bild präsentiert, dass der Mensch im Vordergrund steht. Dennoch wurde ich nach einer Krankheitsphase direkt gekündigt, um Geld einzusparen. Zumindest entsprachen die Produkte der Aufmachung.

Work-Life-Balance

Positiv waren die flexiblen Arbeitszeiten im Home Office. Bereits im Bewerbungsgespräch ging ich offen damit um, dass ich gesundheitliche Probleme habe. Mir wurde zugesichert, dass es sogar gewollt ist Mitarbeiter mit Histaminproblemen einzustellen, da der Leser wahrnehmen würde, ob der Texter nur über ein Thema schreibt oder dieses auch versteht und selbst lebt. Auf dem Papier hatte ich weniger Stunden als ich schlussendlich gearbeitet habe, denn mir wurden viel zu viele Aufgaben aufgetragen. Es war unmöglich diese effizient in der vorgegebenen Zeit zu erfüllen.
Teilweise bearbeitete ich auch noch um Mitternacht gewünschte Aufgaben, da kurzfristig danach gefragt wurde. Aufgrund einer Op fiel ich irgendwann aus. Bereits am nächsten Tag wurde ich gefragt wann ich wieder arbeitsfähig wäre. Ein paar Wochen nach der Op verletzte ich mich an der linken Daumenkapsel und hatte zusätzlich eine Sehnenscheidenentzündung. Auf meine Nachfrage, ob ich nochmal „krank machen“ könne, wurde abgelehnt mit den Worten „du bist doch erst ausgefallen“. So musste ich einhändig mit Verband tippen, was zur Folge hatte, dass meine Hand nie vollständig verheilen konnte und die Kapsel immer wieder riss.

Karriere/Weiterbildung

Mir wurde nie eine Weiterbildung angeboten. Ich habe mich selbstständig mit SEO beschäftigt und es mir von einer Ex-Kollegin erklären lassen. Von einer Gehaltserhöhung oder einer höheren Position war nie die Rede.

Gehalt/Benefits

Das Gehalt war meiner Meinung nach durchschnittlich. Es reichte, um meine Rechnungen zu bezahlen (in der Zeit, als ich Vollzeit arbeitete). Sozialleistungen wurden nicht angeboten. Die Löhne gingen pünktlich aufs Konto ein. Mit 24 Urlaubstagen bei einer Vollzeitstelle war ich mehr als unzufrieden.

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Die entwickelten Produkte erfüllten einen hohen Qualitätsanspruch, enthielten keine unnötigen Zusatzstoffe und waren meist frei von allergenen Inhaltsstoffen. Die Lebensmittel waren alle Bio-zertifiziert.

Kollegenzusammenhalt

Mit den Kollegen verstand ich mich oberflächlich betrachtet gut, jedoch war die Kommunikation teilweise schwierig. Ich konnte meine Aufgaben oft nicht erledigen, da die SEO-Arbeit teils nicht gemacht war, was dazu führte, dass ich selbst Aufgaben übernahm, für die ich nicht zuständig war. Da hätte ein weiterer Mitarbeiter Entlastung schaffen können. Wenn ich aus dem Urlaub kam oder mal krank war, stapelten sich zudem meine Aufgaben, es gab keinen Ersatz zu dem Zeitpunkt meines Arbeitsverhältnisses.

Umgang mit älteren Kollegen

Da das Unternehmen ein junges Start-up war, kann ich dazu nicht viel sagen. Die älteste Mitarbeiterin war die Mutter einer der Geschäftsführerinnen. Die restlichen Kolleginnen waren noch sehr jung und auch noch nicht lange im Unternehmen.

Vorgesetztenverhalten

Mir wurde bei der Einstellung versprochen ich würde bald eine Vollzeitstelle bekommen. Leider zog es sich ewig hin bis ich endlich mehr Stunden und damit mehr Lohn erhielt. Ich wurde jeden Monat aufs Neue vertröstet, hatte mehr Ausgaben als Einnahmen und dadurch erhebliche Schwierigkeiten meine laufenden Kosten zu decken. Wie bereits erwähnt wurde mir nicht zugestanden mich mit meiner verletzten Hand auskurieren, was Folgeschäden nach sich zog. Irgendwann bekam ich eine Nachricht, dass meine Stunden wieder reduziert werden sollen, da ich zu teuer sei. Auf meine Aussage hin, dass ich mit weniger Gehalt meine Wohnung in Köln nicht bezahlen und meinen Lebensunterhalt nicht bestreiten könne, wurde ich ohne Vorwarnung eine Woche vor meinem Geburtstag ohne eine rechtskräftige Unterschrift per E-Mail gekündigt. Ich sollte dann das Arbeitsgerät zurückschicken. Auf meine Aussage hin, ob ich ein Retourenlabel wegen der Rücksendekosten gestellt bekomme, erhielt ich die genervte, schnaubende Antwort am Telefon: „Bevor wir den Laptop gar nicht mehr wieder kriegen…!“

Arbeitsbedingungen

Ich erhielt ein neues MacBook, allerdings ohne extra Tastatur, größeren Bildschirm und Maus, was ein bequemeres Arbeiten bedeutet hätte. Meine Arbeit fand ausschließlich im Home Office statt.

Kommunikation

Es fanden regelmäßige Meetings statt, in denen wichtige Infos mitgeteilt wurden. Die Kommunikationsplattformen waren professionell, bis auf die WhatsApp-Gruppe. Zu dieser wurde man auf dem Privathandy hinzugefügt, ohne dass vorab das Einverständnis eingeholt wurde. Regelmäßig trudelten Nachrichten ein, selbst am Wochenende, an Feiertagen und nach Feierabend. Ich wurde zudem per Privatnachricht über WhatsApp selbst um 23 Uhr noch angeschrieben, ob ich noch eine Aufgabe erledigen könnte, beispielsweise ein Bild auf der Homepage tauschen.

Gleichberechtigung

Ich habe keine Ahnung wie der Verdienst der Kollegen war. Zudem waren wir bis auf einen Praktikanten gegen Ende meiner Arbeitszeit ausnahmslos Frauen. Mir teilte man mit ich würde das höchste Gehalt der Belegschaft erhalten.

Interessante Aufgaben

Die Content-Erstellung machte Spaß, ich durfte zu unterschiedlichen Themen im Gesundheitsbereich schreiben. Gemeinsamer Nenner war stets das Thema „Histamin“, da es um Produkte und Dienstleistungen für histaminintolerante Menschen ging. Ich durfte auch Texte für Social Media schreiben und Newsletter erstellen. Ich hatte viel Verantwortung und mir wurde etwas zugetraut.

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