Organisationskultur fragwürdig
Gut am Arbeitgeber finde ich
Das Projekt ist wirklich spannend, inhaltlich ausgereift und mit viel Herzblut entwickelt. Ich hoffe, dass es trotz allem gut in die Umsetzung kommt.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Fehlende Einarbeitung: Keine strukturierte Einführung in Prozesse wie die Beschaffung in SAP, aber Zuweisung von Verantwortung und Aufgaben Fehlende Zuständigkeiten: Aufklärungsversuche führten zu wiederholten Verweisen auf andere Stellen, ohne verbindliche Klärung.
Silodenken: Abteilungen konzentrieren sich stark auf ihre eigenen Themen und Interessen und verlieren dadurch den Blick für andere Bereiche und die Zusammenarbeit.
Verbesserungsvorschläge
A: Der Einarbeitungsprozess sollte wirklich als Prozess gestaltet werden. Das bedeutet:
1. Nicht nur eine Aneinanderreihung von Terminen
2. Echte Prozessbeschreibungen anstatt wahlloser Zusammenstellung von Links, Kontakten, Zuständigkeiten und Themenfeldern
3. Klare Definition von Entscheidungsträgern
4. Respekt vor der Rolle und dem Aufgabenfeld der ausgeschriebenen Stelle (nicht noch beiläufig weitere Aufgaben ohne Absprache zuweisen, vor allem nicht im Einarbeitungsprozess, während dessen der/die Neuankömmling noch gar nicht weiß, was genau alles zum Tätigkeitsfeld gehört)
B: Die Kultur in einer Organisation ist oft über Jahrzehnte gewachsen, deshalb erscheint sie uns oft träge und veränderungsresistent. ABER: eine Kultur wird von Menschen gestaltet: Ich kann mich jeden Morgen neu entscheiden, wie ich meinen Kollegen und Kolleginnen/den Studierenden begegne. Das bedeutet nicht, dass ich nicht mal einen schlechten Tag haben kann. Aber wenn die Antwort auf individuelle Überforderung Unhöflichkeit ist, dann gibt es ganz konkret Möglichkeiten, sofort zu handeln und erste Schritte in Richtung einer besseren Kultur zu gehen.
Arbeitsatmosphäre
Zum Teil habe ich respektlosen Umgang in Gesprächen erlebt.
Kollegenzusammenhalt
Anstatt sich im Spannungsfeld zwischen Bürokratie und freier Leere gemeinsam den sich ergebenden Herausforderungen zu stellen, beharrt jede Abteilung darauf, dass ihre Herangehensweise die Richtige ist. Es gibt falsche Anleitungen in offiziellen Dokumenten und wenn man sich daran nicht hält, weil die Anleitung den allgemeinen Richtlinien widerspricht, wird der Umgangston respektlos.
Vorgesetztenverhalten
Direkte Vorgesetzte sind freundlich und interessiert, haben aber zu wenig Einfluss, um an der Lösung der Probleme mitzuarbeiten.
Kommunikation
Eine unzählige Flut von e-Mails und wenig Bereitschaft auf andere Kanäle umzusteigen in Kombination mit einem Intranet, das jede Abteilung/jede Fakultät nach seinen Bedürfnissen füllt, so dass es ohne Struktur und System aufgestellt ist, macht die Kommunikation aufgebläht und intransparent.
