Arbeitstechnische Zeitenwende
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Der aktuelle Eindruck ist, dass oft auf kurzfristige Lösungen gesetzt wird, ohne eine durchdachte Planung. Das zeigt sich in vielen Projekten, die mehr Kosten verursachen als Nutzen bringen, sowie in der Einführung von Tools, die in der Praxis nicht angewendet werden. Die Projektplanung lässt stark zu wünschen übrig, Themen werden unkoordiniert angegangen, und es kommt häufig zu Überschneidungen, da wichtige Kolleginnen und Kollegen nicht frühzeitig eingebunden werden oder kurzfristig nicht verfügbar sind.
Es werden zahlreiche Chancen nicht genutzt, was insbesondere durch fehlende Investitionen und eine unzureichende Budgetierung die Attraktivität des Unternehmens mindert. Die Ausstattung ist veraltet, und es gibt kaum Weiterbildungsangebote, die die Mitarbeiter langfristig fördern würden. Meiner Meinung nach wurde hier in den letzten Jahren viel kaputt gespart und an anderen Stellen aus dem Fenster geworfen.
Die Entscheidung, die Möglichkeit zur mobilen Arbeit vollständig zu streichen, empfinde ich als absolut nicht zeitgemäß und für den Standort nachteilig. Ich befürchte, die aktuelle Situation erschwert es, qualifizierte und motivierte Mitarbeiter zu gewinnen oder gar langfristig zu halten. Zudem entsteht der Eindruck, dass die Mitarbeitenden insgesamt wenig Wertschätzung erfahren, was sich negativ auf die Motivation und das Arbeitsklima auswirkt.
Verbesserungsvorschläge
Wieder den Fokus auf das Hauptwerk legen und das Potenzial in diesem Bereich stärker zu nutzen, anstatt sich verstärkt auf andere Firmen oder Themen zu konzentrieren. Es hat den Eindruck, dass in den letzten Jahren an wichtigen Stellen gespart wurde, was langfristig auch das Mitarbeiterengagement beeinträchtigen kann. Ein starkes "Wir-Gefühl" sollte wieder aufgebaut werden – das "teamhoppecke" muss mehr als nur ein Slogan sein.
Es ist enttäuschend, dass Veranstaltungen wie die Weihnachtsfeier am Hauptstandort abgesagt werden, insbesondere wenn man auf Social Media sieht, wie an anderen Standorten Feiern stattfinden. Vielleicht könnte man in Zukunft stärker abwägen, welche Maßnahmen wirklich notwendig sind und welche langfristig den Zusammenhalt und die Motivation der Mitarbeiter fördern.
Zum Thema Lean: Es wäre wünschenswert, dass Führungskräfte die Lean-Methoden nicht nur punktuell anwenden, sondern wirklich in die Praxis umsetzen. Lean sollte nicht nur ein theoretisches Konzept bleiben – Führungskräfte sollten sich selbst ein Bild von den Arbeitsbedingungen und den Prozessen vor Ort machen. Dies umfasst nicht nur veraltete Ausstattungen, Schubladendenken in einigen Bereichen oder unzureichende Büros, sondern auch die unzureichende Infrastruktur, wie zum Beispiel der Parkplatz mit Schlaglöchern und fehlender Beleuchtung. Eine echte Auseinandersetzung mit den Arbeitsbedingungen und eine ernsthafte Planung können dazu beitragen, dass sich die
Belegschaft wieder wertgeschätzt fühlt und das Vertrauen in die Führung gestärkt wird.
Arbeitsatmosphäre
Derzeit scheint es eine angespannte Phase zu geben, in der die Angestellten als Hauptursache angesehen werden. Ihnen wird mangelnde Produktivität vorgeworfen, was ich kritisch sehe, insbesondere wenn man die gesamte wirtschaftliche Lage betrachtet und menschliche Arbeitsleistung in Kilowattstunden bewertet wird. Dies führt zu Unsicherheit unter den Mitarbeitenden und dem Eindruck, dass der Mensch bei Hoppecke nur noch eine untergeordnete Rolle spielt. Vor allem durch Umstrukturierungen und Verlagerungen in andere Bereiche entsteht diese Unruhe. Jetzt ist es entscheidend, dass alle gemeinsam an einem Strang ziehen und das gegenseitige Konkurrenzdenken überwinden.
Image
Man möchte wer sein und etwas repräsentieren, im Vergleich zu anderen Firmen ist aber deutlich Aufholbedarf. Firmenkleidung? Nicht bei HOPPECKE, da werden andere Standorte bedient, hier darf Imagefördernde Kleidung privat bezahlt werden.
Work-Life-Balance
Es gibt mehr Arbeit als Köpfe, das ist bekannt und auch gewünscht. Es ist kaum möglich, seine Arbeit zu schaffen, was dem hohen Workload geschuldet ist. Auch das Thema Mobilarbeit pauschal zu streichen ist alles andere als zeitgemäß. Personal unter der Prämisse "Mobilarbeit möglich" einstellen und dann von heute auf morgen streichen
wird sich als "Boomerang" entwickeln. Gratis Wasser und Kaffee wird dafür als Benefit geboten, sorry das kann ich nicht nachvollziehen, zumal es durchaus Ausnahmen geben soll, und zeugt eher von einem tiefen Misstrauen.
"All hands on Deck", das mag bei einer Yacht oder Captains Dinner stimmen, aber bei einer Galeere ist das kontraproduktiv, vor allem wenn es stürmt.
Karriere/Weiterbildung
In diesem Bereich sehe ich leider Verbesserungspotential. Die interne Akademie bietet nur selten Schulungen an, die wirklich weiterhelfen. Statt maßgeschneiderter Programme wird man häufig mit Standardangeboten abgespeist, die eher wenig für fortgeschrittene Mitarbeiter oder Experten bieten. Es gibt kaum sichtbare Förderprogramme oder konkrete Möglichkeiten zur Weiterentwicklung. Die Kommunikation mit den "HR-Kundenbetreuern" läuft oft an den Bedürfnissen der Mitarbeiter vorbei und Gespräche auf Augenhöhe sind leider selten.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt ist für die Region angemessen, auch wenn es unter dem Tarif liegt. Positiv hervorzuheben ist, dass es stets pünktlich ausgezahlt wird. Allerdings sollte die „freiwillige“ Zusatzvereinbarung, die eine 40-Stunden-Woche statt der tariflichen 35 Stunden vorsieht, dringend überdacht oder abgeschafft werden. Die vermeintliche Freiwilligkeit führt in
der Praxis immer wieder zu Diskussionen, insbesondere wenn sie in Relation zum Gehalt betrachtet wird. Eine klare und faire Regelung würde hier für mehr Transparenz und Zufriedenheit sorgen.
Es gibt eine Kantine mit Essenszuschuss, viele Gesundheitsförderungen oder Sportprogramme und zur Weihnachten ein traditionelles Geschenks der Inhaberfamilie.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Umweltbewusstsein wird im Unternehmen großgeschrieben, und es werden bereits einige Maßnahmen in diese Richtung umgesetzt. Allerdings gibt es noch Verbesserungspotenzial, insbesondere bei der Mülltrennung zwischen Papier und Restmüll. Positiv hervorzuheben sind die Kooperationen mit lokalen Kitas, die Mitarbeitenden mit Kindern zugutekommen. Bis vor Kurzem war auch Homeoffice möglich, was ebenfalls einen nachhaltigen Beitrag leisten könnte, beispielsweise durch reduzierte Pendelzeiten. Weitere konsequente Schritte könnten das Engagement für Nachhaltigkeit zusätzlich stärken, aber alles in allem aber positiv was Awards belegen.
Kollegenzusammenhalt
Eine gewisse Gruppenbildung ist zwar normal, jedoch ist sie hier besonders stark ausgeprägt. Abteilungsübergreifende Zusammenarbeit findet nur selten statt, da viele Bereiche lieber ihr eigenes Süppchen kochen, statt im Sinne des gesamten Unternehmens zu denken. Zudem gibt es einige Mitarbeitende, die vorwiegend ihre eigenen Interessen verfolgen, anstatt das Wohl des Teams oder der Organisation in den Vordergrund zu stellen. Das sorgt für Unverständnis und Durcheinander, insbesondere wenn Bereiche in ihrem stillen Kämmerlein nur für ihren Bereich
werkeln anstatt die Themen Ganzheitlich anzugehen.
Umgang mit älteren Kollegen
Kann ich bisher nichts Negatives zu sagen, auch wenn diese sich eher im Management befinden. In der Außendarstellung wird überwiegend mit jüngeren Personen geworben, Leute über 30 sucht man vergeblich. Vielleicht auch ein Nachwuchsthema denn die aktuelle Jugend lockt man mit anderen Benefits und Wertevorstellungen.
Vorgesetztenverhalten
Das Verhalten der Vorgesetzten lässt in einigen Bereichen zu wünschen übrig. Entscheidungen werden oft ohne Rücksprache oder Verständnis der Mitarbeitenden getroffen, was zu einem Gefühl von mangelnder Wertschätzung führt. Zudem wird Feedback von unten entweder ignoriert oder nicht ernst genommen, häufig wird ein autoritärer
Führungsstil bevorzugt.
Die Kommunikation mit den Vertriebsleitungen gestaltet sich schwierig, da entscheidende Informationen und Weisheiten oft nur in einzelnen Personen verankert sind. Teuer angeschaffte Software oder Initiativen wie „Back-to-Lean“ werden diese grundlegenden Probleme nicht lösen können. Ein Handwerker wird schließlich auch mit neuem Werkzeug nicht automatisch besser, wenn ihm der Umgang damit fehlt.
Es ist essenziell, abteilungsübergreifend zu denken und zu handeln sowie alle Beteiligten an einem Strang ziehen zu lassen. Mehr Führungskompetenz und klare Entscheidungsprozesse sind gefragt, während die Fachexpertise den dafür ausgebildeten Experten überlassen werden sollte. Auch und insbesondere die Vorgesetzten sollten sich ebenfalls hinterfragen, was sie besser machen können.
Arbeitsbedingungen
Laute Großraumbüros, lahmendes Internet, modernisierte Büros, in denen es zu laut ist. Hier heißt es, alle mit anpacken vom Ingenieur bis zum Sekretariat, jeder darf mal den Müll rausbringen oder Staub putzen, das stärkt das WIR-Gefühl.
Kommunikation
Obwohl Offenheit propagiert wird, scheint sie in der Praxis oft nicht gewollt zu sein. Verbesserungsvorschläge werden häufig ignoriert, abgelehnt oder durch belehrende Reaktionen der Führungskräfte abgetan, die ohnehin glauben, es besser zu wissen. Ein Ende des Mikromanagements wäre wünschenswert, da von qualifizierten Fachkräften eine fundierte Expertise erwartet werden kann, die Vertrauen verdient. Wichtige Informationen erreichen die
Mitarbeitenden häufig nicht oder zu spät. Strategien und Zukunftspläne werden selten rechtzeitig kommuniziert, stattdessen steht die Belegschaft oft vor vollendeten Tatsachen. Die Mitarbeitenden werden kaum einbezogen, was dazu führt, dass viele Verbesserungsprojekte und Lösungsansätze ins Leere laufen.
Gleichberechtigung
Frauen in Führungspositionen? Leider sind mir keine bekannt. Ein stärkerer Fokus auf emotionale Intelligenz und mehr Frauen-Power würde dem Unternehmen sicherlich gut tun. Aktuell dominieren erfahrene männliche Kollegen die höheren Ebenen, was eine recht einseitige Perspektive schafft. Die jüngeren Nachrücker machen einen positiven Eindruck mit einer moderneren und aufgeschlosseneren Einstellung. Eine gezielte Förderung von Vielfalt und
Gleichberechtigung, insbesondere durch die Einbindung von Frauen in Führungsrollen, wäre ein wichtiger Schritt nach vorn.
Interessante Aufgaben
Es gibt stets zahlreiche Aufgaben und ständig neue Themen, die angegangen werden müssen. Diese könnten jedoch deutlich effizienter bewältigt werden, wenn sie ganzheitlich und langfristig im Sinne eines unternehmerischen Denkens angegangen würden, anstatt dass jeder nach eigenem Ermessen handelt. Leider wird seit Jahren verstärkt der Rotstift angesetzt, wodurch zukunftsorientierte Initiativen, die das Unternehmen voranbringen könnten, aufgrund
der Kosten gestrichen werden. Ein strategischeres Vorgehen mit einem klaren Fokus auf nachhaltige Entwicklung wäre dringend erforderlich.


