Keine Empfehlung!
Gut am Arbeitgeber finde ich
- Zwei Tage Home-Office die Woche
- Moderne Büroräume (wenn die Klima und Heizung mal funktioniert)
- Abwechslungsreiche Aufgaben mit Kunden aus den unterschiedlichsten Branchen
- Nette und offene Kollegen & Teamspirit in den einzelnen Abteilungen
- Sommerfest und Weihnachtsfeier
- Firmenwagen für bestimmte Positionen (falls noch aktuell)
- Parkplätze
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Bereits alles erwähnt...
Verbesserungsvorschläge
Gefühlt muss das Unternehmen generalüberholt werden. Hier nochmal ein paar Denkanstöße:
1. Führungskräfte austauschen oder gezielt schulen: solange sich an der Führungsebene nichts grundlegend ändert, bleibt die Unternehmenskultur problematisch. Niemand braucht Vorgesetzte, die ihre Launen und Stress ungefiltert an die Belegschaft weitergeben.
2. Transparente Kommunikation etablieren: Mitarbeitende haben ein Recht darauf, rechtzeitig informiert und aktiv eingebunden zu werden.
3. Seinen eigenen Mitarbeitenden mehr Vertrauen entgegenbringen: Mikromanagement sollte reduziert und Eigenverantwortung gezielt gefördert werden.
4. Faire Work Life Balance ernst nehmen: Überstunden dürfen nicht als selbstverständlich vorausgesetzt werden. Zudem sollten Mitarbeitende nicht in Vorleistung gehen müssen und Auslagenerstattungen zeitnah erfolgen.
5. Endlich Kritik ernst nehmen und eine echte Feedback Kultur etablieren: konstruktive Kritik sollte als Chance zur Verbesserung verstanden werden, nicht als persönlicher Angriff.
6. Schluss mit subtilen Drohungen!
Arbeitsatmosphäre
Die Mitarbeitenden machen im Arbeitsalltag natürlich viel aus. In unserem Team herrschte untereinander ein sehr gutes Verhältnis, wir hatten viel Spaß und haben uns immer gegenseitig unterstützt.
Unsere Führungskraft hat das Team zwar häufig gelobt und den Eindruck vermittelt, uns den Rücken zu stärken, in der Praxis blieb davon jedoch oft wenig spürbar, sodass es sich letztlich eher wie reine Worte als wie eine tatsächliche Unterstützung angefühlt hat.
Die Atmosphäre ist allgemein stark von Misstrauen und Druck geprägt. Besonders in Bezug auf die höhere Führungsebene: Mitarbeitende trauen sich kaum, offen zu sprechen, da Kritik sofort sanktioniert wird. Anstatt eine Kultur des Miteinanders zu fördern, wird mit Kontrolle und Drohungen gearbeitet. Es gibt keine Wertschätzung – stattdessen wird erwartet, dass man „funktioniert“. Fehler werden selten als Lernchance verstanden, sondern immer negativ bewertet.
Kommunikation
Die interne Kommunikation war aus meiner Sicht einer der größten Schwachpunkte. Zwar fanden regelmäßig Update Meetings statt, dort wurden jedoch überwiegend positive Themen behandelt. Kritische oder für die Mitarbeitenden relevante Themen wie die Abschaffung von Benefits, Änderungen bei Gehaltsgesprächen oder Kündigungen wurden hingegen kaum oder gar nicht transparent kommuniziert.
Neue Titelrollen oder Positionsveränderungen im Unternehmen wurden ebenfalls nicht offen oder nachvollziehbar kommuniziert. Insgesamt hatte man häufig das Gefühl, dass man wichtige Informationen nur über Umwege oder deutlich zu spät erhielt.
Kollegenzusammenhalt
Innerhalb der eigenen Abteilung ist die Zusammenarbeit sehr gut. Man sitzt im selben Boot und unterstützt sich gegenseitig, sodass jeder für den anderen einsteht. Allerdings gab es auch viele Lästereien sowie eine ausgeprägte Ellenbogenmentalität im Umgang mit anderen Standorten.
Work-Life-Balance
Die Work-Life-Balance ließ deutlich zu wünschen übrig. Ein festgelegtes Kontingent an unbezahlten Überstunden war bereits im Arbeitsvertrag verankert, sodass regelmäßige Mehrarbeit von Anfang an erwartet wurde – unabhängig von der tatsächlichen Auslastung. Selbst bei darüber hinausgehenden Überstunden oder Wochenenddiensten war es nicht gern gesehen, Ausgleichstage zu nehmen. Diese Haltung wurde auch offen so kommuniziert.
Außerdem gab es hier Unterschiede was die Standorte betrifft: die Kollegen aus Düsseldorf durften sich Überstunden dank der damaligen Führungskraft aufschreiben (sollten dies jedoch vor den Kollegen aus Mannheim verheimlichen).
Darüber hinaus kam es regelmäßig vor, dass Führungskräfte Mitarbeitende auch außerhalb der Arbeitszeit (auch bei Krankheit) privat über WhatsApp kontaktierten oder im Urlaub ansprachen.
Homeoffice war auf zwei Tage pro Woche begrenzt und wurde streng per Kontrollliste im Blick behalten...
Vorgesetztenverhalten
Katastrophe! Der Umgang durch Vorgesetzte war aus meiner Sicht teilweise mehr als problematisch. Eine transparente Führung im klassischen Sinne war kaum erkennbar vielmehr habe ich das Verhalten teilweise als respektlos, intransparent, belastend und toxisch erlebt. Nicht nur einmal, wurde von der obersten Führungsebene mit einer sogenannten "Black-List" gedroht, wo einzelne Mitarbeiter vermerkt wurden. Ebenso wurde zeitweise eine Krankheitsliste geführt??!
Auch innerhalb des Führungsteams hatte ich den Eindruck, dass das Verhältnis untereinander nicht stabil war. Es wurde nicht selten hinter dem Rücken über andere Personen gelästert, wodurch eine Kultur des Misstrauens statt offener Kommunikation entstand. Zudem wurden Mitarbeitende teilweise aufgefordert, kritische Punkte über andere Führungspersonen zu dokumentieren und „nachzuweisen“, was zu einer stark angespannten Atmosphäre führte. Hinzu kam, dass Informationen teilweise bewusst gefiltert oder beschönigt weitergegeben wurden, um die Stimmung in der Abteilung zu halten.
Auch sehr private Themen (egal ob Beziehungsprobleme oder familiäre Verhältnisse) über andere Führungskräfte wurden im Kollegenkreis munter weitergetragen...
Interessante Aufgaben
Agenturtypisch gab es viele verschiedene Aufgaben mit teilweise spannenden Kunden. In den letzten Jahren konnten allerdings kaum neue Projekte dazugewonnen werden. Wo die Aufgaben anfangs noch recht abwechslungsreich waren und viele Herausforderungen boten, empfand ich sie gegen Ende nur noch als eintönig.
An Pitches und größeren Schlüsselprojekten durften gefühlt nur ausgewählte Personen teilnehmen. Aus meiner Sicht entstand dabei teilweise der Eindruck, dass die Auswahl nicht immer transparent erfolgte, sondern eher persönliche Sympathien eine Rolle gespielt haben.
Gleichberechtigung
Frauen auch in der Führungsebene vorhanden. Wechselt aber auch immer mal wieder durch. Es gab zwischenzeitlich Lichtblicke mit guten Vorgesetzten, jedoch wurden diese auch schnell wieder gegangen.
Umgang mit älteren Kollegen
Gibt es kaum, da auf junge Kollegen gesetzt wird. Auch eine gezielte Wertschätzung langjähriger Erfahrung gab es nicht.
Arbeitsbedingungen
Vor einigen Jahren hätte ich diesen Punkt noch deutlich besser bewertet. Gegen Ende meiner Zeit im Unternehmen hat sich die Situation jedoch spürbar verschlechtert.
Im Mannheimer Büro gab es über Jahre hinweg erhebliche Probleme mit der Klimaanlage und der Heizung. Gerade im Sommer und Winter beeinträchtigte dies das Arbeiten teilweise erheblich, sodass wir teilweise z.B. mit Winterjacke arbeiten mussten. Nach mehrfachen Beschwerden wurden zwar Ventilatoren und Heizgeräte angeschafft, diese reichten jedoch nicht aus, um die Situation nachhaltig zu verbessern.
Da sich trotz der lang andauernden Probleme keine dauerhafte Lösung abzeichnete, entstand bei mir der Eindruck, dass eine Reparatur bewusst hinausgezögert wurde.
Die Laptops und Firmenhandys waren teilweise sehr alt. Für neuere und leistungsfähigere Geräte musste man sich in vielen Fällen aktiv einsetzen und teilweise auch längere Zeit darauf warten.
Auch die Büroausstattung war nicht durchgängig einheitlich oder für alle Mitarbeitenden gleich. Höhenverstellbare Tische wurden zwar irgendwann eingeführt, ich selbst hatte jedoch nie einen erhalten.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Nicht vorhanden.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt ist agenturtypisch im Durchschnittsbereich. Allerdings habe ich auch von Kollegen erfahren, dass einzelne Positionen sehr schlecht vergütet waren. Ein Firmenwagen für Senior Titel war meines Wissens zeitweise möglich, ich kann jedoch nicht beurteilen, ob dies aktuell noch der Fall ist.
Nach der Übernahme durch HAVAS hat sich die Situation aus meiner Sicht deutlich verschlechtert. Gegen Ende meiner Zeit waren zusätzliche Benefits kaum noch vorhanden. Selbst kleinere Dinge wie ein Obstkorb wurden abgeschafft.
Hinzu kam eine dauerhaft angespannte Parkplatzsituation, da schlicht zu wenig Stellplätze für die Mitarbeitenden vorhanden waren.
Ein von meinem Teamlead angekündigtes internes Firmenevent wurde zwar immer wieder versprochen, fand jedoch nie statt.
Gehaltserhöhungen oder Boni waren insgesamt mit erheblichem Aufwand verbunden und wurden kaum transparent kommuniziert. Informationen dazu erhielt man häufig nur über Umwege, etwa dass plötzlich nur noch zwei feste Zeitpunkte pro Jahr für Anpassungen vorgesehen waren. In der Praxis entstand häufig der Eindruck, dass notwendige Gespräche oder Entscheidungen bewusst hinausgezögert wurden, bis Fristen einfach verstreichen.
Image
Mehr Schein als Sein. Von außen noch um einiges besser wie intern.
Karriere/Weiterbildung
Während meiner Zeit im Unternehmen wurden weder interne Schulungen noch externe Weiterbildungen angeboten oder gefördert. Die fachliche und persönliche Weiterentwicklung musste daher vollständig in Eigeninitiative erfolgen, obwohl Mitarbeitende teilweise Aufgaben übernehmen sollten, für die eine entsprechende Einarbeitung oder Qualifizierung sinnvoll gewesen wäre.
Mir und weiteren Kollegen wurde zwar eine Weiterbildung zugesagt, die Genehmigung wurde jedoch über fast zwei Jahre immer wieder mit dem Hinweis auf eine fehlende Freigabe der Geschäftsführung verschoben.
Auch klare Karriereperspektiven oder transparente Kriterien für Beförderungen waren nicht erkennbar.
Auch klare Karriereperspektiven oder transparente Aufstiegskriterien waren nicht erkennbar. Die Vergabe von Positionen, z.B. von Führungsrollen wie Teamleitungen, wirkte teilweise wenig nachvollziehbar und wurde nicht transparent kommuniziert.
Zwar gab es jährliche Bewertungsbögen, diese wurden jedoch vor allem als Begründung genutzt, warum keine Gehaltserhöhung möglich sei. Wenn man sich selbst auf die eigenen Bewertungen oder Leistungen berufen wollte, spielten diese hingegen keine erkennbare Rolle.