Guter Teamgeist und interessante Projekte, doch Kommunikation und Wertschätzung könnten besser sein
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre leidet unter einem spürbaren Mangel an Vertrauen. Leistung wird primär über BI-Dashboards und Zeitbuchungen gemessen und kontrolliert – ein transparenter Umgang oder ein offenes Gespräch auf Augenhöhe findet dagegen kaum statt. Kritisch sehe ich zudem, dass Vorgesetzte nicht immer diskret mit der Leistung einzelner Mitarbeiter umgeht und sich gegenüber Dritten abwertend äußert, wenn diese einmal hinter den Erwartungen zurückbleibt. Mehr Vertrauen und Vertraulichkeit im Umgang miteinander würden der Atmosphäre spürbar guttun.
Image
Das Image bei Microsoft ist gut.
Work-Life-Balance
Die Work-Life-Balance ist grundsätzlich in Ordnung – allerdings hängt sie stark davon ab, wie gut man selbst Grenzen ziehen kann. Wer es schafft, sich innerlich von den Themen zu distanzieren und nach Feierabend abzuschalten, kommt gut zurecht. Schwieriger wird es für diejenigen, denen das weniger leichtfällt: Sie laufen Gefahr, stärker in Themen hineingezogen zu werden – teilweise entsteht der Eindruck, dass dies sogar bewusst in Kauf genommen wird. Eine gesunde Balance ist hier also möglich, erfordert aber ein gutes Maß an Selbstabgrenzung.
Karriere/Weiterbildung
Man muss sich schon selber kümmern.
Gehalt/Benefits
Bei Gehalt und Sozialleistungen gibt es die üblichen Standard-Benefits wie EGym Wellpass oder ein JobRad. Die Löhne und Gehälter sind nicht astronomisch, aber insgesamt wahrscheinlich fair. Ein Wermutstropfen ist allerdings der Bonus: Aus den unterschiedlichsten Gründen wird er in den meisten Jahren nicht in voller Höhe ausgezahlt – und in den Fällen, in denen er eigentlich voll zustünde, wird er am Ende doch noch nach unten korrigiert. Hier wäre mehr Verlässlichkeit und Transparenz wünschenswert.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Mitarbeiter werden mitunter für kurze Meetings quer durch die Bundesrepublik geschickt. Das ist im Consulting allerdings nicht ungewöhnlich und würde ich daher nicht per se negativ bewerten. Positiv hervorzuheben ist, dass es seit Kurzem drei verschiedene Mülltonnen in der Küche gibt – ein erster Schritt in Richtung Mülltrennung und Umweltbewusstsein, der durchaus anerkennenswert ist.
Kollegenzusammenhalt
Der Kollegenzusammenhalt ist hervorragend. Untereinander wird sich gegenseitig geholfen und der Rücken freigehalten, was die tägliche Arbeit deutlich angenehmer macht. Wie so oft gilt: Der Zusammenhalt im Team wird tendenziell besser, je weniger optimal die organisatorischen Rahmenbedingungen sind – und das spiegelt sich hier durchaus wider. Auf die direkten Kollegen ist jedenfalls Verlass, und das ist einer der klaren Lichtblicke.
Umgang mit älteren Kollegen
Beim Umgang mit älteren Kollegen sehe ich Verbesserungspotenzial. Es ist zu beobachten, dass erfahrene Mitarbeiter kaum noch aktiv eingebunden werden und wenig Gelegenheit bekommen, sich im Projektalltag einzubringen und zu beweisen. Wer nicht bereit ist, sich kontinuierlich in neue Technologien einzuarbeiten, wird schnell als „altes Eisen” wahrgenommen und findet entsprechend wenig Beachtung. Hier würde ich mir wünschen, dass die Erfahrung älterer Kollegen stärker wertgeschätzt und gezielter genutzt wird.
Vorgesetztenverhalten
Die Vorgesetzten sind persönlich meistens in Ordnung. Häufig handelt es sich jedoch um ehemalige Kollegen aus derselben Linie, die schlicht am längsten dabei sind und das Vertrauen der Geschäftsführung genießen – nicht unbedingt um diejenigen, die am besten für eine Führungsrolle geeignet sind. Entsprechend agieren sie im Zweifel eher im Interesse des Unternehmens als im Interesse ihres Teams. Hier würde ich mir wünschen, dass Führungspositionen stärker nach Eignung als nach Betriebszugehörigkeit besetzt werden.
Arbeitsbedingungen
Bei den Arbeitsbedingungen gibt es Licht und Schatten. Die Hardware ist durchaus in Ordnung und der Support zu den Geräten funktioniert bestens – das ist positiv hervorzuheben. Die Büroräume hingegen lassen zu wünschen übrig und wurden schon lange nicht mehr renoviert. Was man beispielsweise auf LinkedIn sieht, zeigt häufig die Büros oder Veranstaltungen aus den Niederlanden – in Deutschland sieht die Realität deutlich anders aus.
Kommunikation
Die interne Kommunikation hat sowohl Stärken als auch Schwächen. Positive Entwicklungen, Erfolge und gute Nachrichten werden zuverlässig dokumentiert und offen kommuniziert. Bei negativen oder unangenehmen Themen ist die Kommunikation dagegen deutlich zurückhaltender. So wird beispielsweise das Ausscheiden von Mitarbeitern kaum aktiv mitgeteilt – häufig erfährt man davon eher zufällig oder muss es selbst herausfinden.
Gleichberechtigung
Beim Thema Gleichberechtigung gibt es aus meiner Sicht noch Luft nach oben. Es ist erkennbar, dass Meinungen und Entscheidungen weiblicher Kolleginnen häufiger hinterfragt und zur Diskussion gestellt werden als die ihrer männlichen Kollegen. Leider gibt es – auch in der eigenen Linie – einzelne Kollegen, die sich mit der Beteiligung von Frauen erkennbar schwertun.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben sind überwiegend interessant und abwechslungsreich, repetitive Tätigkeiten gibt es nur wenige. Das liegt allerdings weniger an der Firma selbst als vielmehr am Aufgabenfeld: Im Consulting – und gerade im Dynamics-Umfeld – gehört abwechslungsreiche und anspruchsvolle Arbeit schlicht dazu. Wer dieses Umfeld sucht, kommt inhaltlich also durchaus auf seine Kosten, sollte sich aber bewusst sein, dass dies eher dem Kontext als einer besonderen Leistung des Arbeitgebers zuzuschreiben ist.


