Strukturelle und kommunikative Defizite prägen den Arbeitsalltag
Gut am Arbeitgeber finde ich
Teilweise interessante und fachlich anspruchsvolle Aufgaben
Einzelne Kolleginnen und Kollegen sind sehr hilfsbereit und engagiert
Umsatzbeteiligung kann bei entsprechender Auslastung attraktiv sein
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Schlechte und ausbleibende Kommunikation durch Führungskräfte
Unfaire bzw. ungleich verteilte Arbeitslast und Projektauslastung
Lange und ineffiziente Abstimmungsprozesse
Mangelnde Trennung zwischen Arbeits- und Privatleben (Erreichbarkeit auch außerhalb der Arbeitszeit)
Teilweise schlechte IT-Ausstattung und fehlende Ausstattung
Verzögerte Erstattung von Auslagen und teils intransparente Prozesse
Eingeschränkte echte Karriere- und Entwicklungsmöglichkeiten
Titelbeförderungen ohne inhaltlich spürbare Weiterentwicklung
Teilweise problematischer Umgang mit Datenschutz und Mitarbeiterdaten
Wahrgenommene Bevorzugung einzelner Mitarbeitender
Insgesamt hohe Unzufriedenheit mit Führungsverhalten und interner Kultur
Verbesserungsvorschläge
Kommunikation verbindlicher und zeitnaher gestalten
Jour fixes und Abstimmungen konsequent durchführen
Entscheidungs- und Abstimmungswege verkürzen
Arbeitslast fairer und transparenter verteilen
IT-Ausstattung und technische Infrastruktur verbessern
Klare Trennung von Arbeitszeit und Privatleben sicherstellen
Datenschutz bei Mitarbeiterdaten stärken
Echte Weiterbildung und Karrierepfade statt reiner Titelwechsel
Teilnahme an externen Netzwerken und Weiterbildungen zuverlässig ermöglichen
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre habe ich insgesamt als sehr belastend und wenig wertschätzend empfunden. Besonders schwierig war für mich die Kommunikation mit den Vorgesetzten: Auf Kontaktaufnahmen oder projektbezogene Fragen erhielt ich häufig über längere Zeit keine Rückmeldung. Gespräche über Teams verliefen teilweise einseitig, während erst dann reagiert wurde, wenn kurzfristig Ergebnisse oder Unterstützung benötigt wurden. Dieses Verhalten habe ich persönlich als ausgrenzend und herabwürdigend wahrgenommen.
Darüber hinaus empfand ich den Umgangston teilweise als unangemessen. Kritik wurde aus meiner Sicht nicht immer sachlich kommuniziert, sondern wirkte teilweise persönlich und respektlos. Dadurch entstand bei mir das Gefühl, nicht fair behandelt zu werden.
Zudem hatte ich den Eindruck, dass einzelne Mitarbeitende deutlich bevorzugt behandelt werden, was das Teamklima zusätzlich belastet hat. Insgesamt herrscht aus meiner Sicht eine starke Ellenbogenmentalität statt eines kooperativen Miteinanders. Vertrauen und gegenseitige Unterstützung waren nur eingeschränkt vorhanden.
Auch der Umgang mit Arbeitsmaterialien und Dateien wirkte auf mich teilweise wenig professionell, da wichtige
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Nach außen wirkt das Unternehmen modern und erfolgreich, während sich intern aus meiner Sicht ein deutlich anderes Bild zeigt. Die tatsächlichen Abläufe und Strukturen wirken teilweise nicht stimmig und stehen im Kontrast zur Außendarstellung.
Die internen Prozesse erinnern in ihrer Komplexität und Langsamkeit eher an einen Konzern. Abstimmungen dauern häufig sehr lange, was sich auch direkt auf die Bearbeitungszeiten von Kundenanliegen auswirkt, die dadurch teilweise erheblich verzögert werden.
Auch die aktuelle Auftragslage gibt aus meiner Sicht Anlass zur Skepsis, insbesondere vor dem Hintergrund, dass in einem eigentlich konjunkturstarken Bereich (Restrukturierung) keine entsprechend stabile Auslastung erkennbar ist.
Work-Life-Balance
Die Work-Life-Balance habe ich insgesamt als widersprüchlich erlebt. Einerseits gab es längere Phasen mit sehr geringer Auslastung, gleichzeitig bestand jedoch eine feste Anwesenheitspflicht im Büro, wodurch man auch ohne Aufgaben viele Stunden vor Ort verbringen musste.
Andererseits gab es auch stark arbeitsintensive Phasen, in denen regelmäßig sehr lange Arbeitstage von 12 bis 14 Stunden vorkamen und auch bei mir mehrfach Realität waren.
Zusätzlich hat die Projektauslastung direkten Einfluss auf die umsatzabhängige Vergütung. Dadurch entstand aus meiner Sicht eine ungleich verteilte Projektzuweisung: Einzelne Personen waren deutlich stärker in Projekte eingebunden und erzielten entsprechend höhere Umsätze, während andere deutlich weniger Projektanteile erhielten. Einzelne Personen, insbesondere solche mit engerer Anbindung an die Führungsebene, waren sichtbar deutlich stärker in Projekte eingebunden und erzielten dadurch entsprechend höhere Umsätze, während andere deutlich weniger/keine Projekte erhielten.
Insgesamt wirkte die Arbeitsbelastung dadurch wenig ausgeglichen und schlecht planbar.
Karriere/Weiterbildung
Es gibt hybride Schulungstage zu allgemeinen Themen für die i-unit sowie zweimal jährlich verpflichtende Schulungen in kleineren Gruppen zu festgelegten Inhalten, ohne große Wahlmöglichkeiten.
Karrierechancen und die Teilnahme an Netzwerktreffen werden zwar oft in Aussicht gestellt, scheitern in der Praxis jedoch häufig an fehlenden Freigaben.
Insgesamt wirkt Weiterentwicklung eher formell als inhaltlich: Beförderungen erfolgen häufig über Titel, während sich die Aufgaben und der tatsächliche Lernzuwachs kaum verändern.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt habe ich insgesamt als in Ordnung empfunden, die umsatzabhängige Beteiligung wirkt grundsätzlich attraktiv. Allerdings entstand aus meiner Sicht der Eindruck einer nicht durchgängig fairen Verteilung von abrechenbaren Stunden und Umsätzen, wodurch Vorteile teilweise stärker auf Führungsebene lagen.
Erstattungen von Auslagen erfolgten zudem häufig stark verzögert, teilweise erst nach zwei bis drei Monaten und auch erst nach mehrfacher Nachfrage, selbst bei relevanten Beträgen.
Zwar wird eine betriebliche Altersvorsorge angeboten, in meinem Fall war eine praktische Umsetzung jedoch nicht möglich.
Insgesamt habe ich die Sozialleistungen und Abrechnungsprozesse als verbesserungswürdig und teilweise wenig transparent erlebt.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Ein aktives Umwelt- oder Nachhaltigkeitsbewusstsein war aus meiner Sicht kaum erkennbar. Mitarbeitende wurden teilweise regelmäßig an Standorte eingeladen, ohne dass für mich ein klarer fachlicher Mehrwert ersichtlich war, was unnötige Wege und damit zusätzliche Belastungen verursacht hat.
Im Bereich Sozialbewusstsein wirkte die Standort- und Einsatzplanung teilweise wenig mitarbeiterorientiert. Einzelne Arbeitsorte lagen weit entfernt vom persönlichen Umfeld, ohne dass dies nachvollziehbar begründet wurde.
Zudem wurden Termine teilweise in Zeiten gelegt, in denen absehbar war, dass eine Teilnahme nicht möglich ist, obwohl es sich primär um interne Abstimmungen handelte. Insgesamt entstand dadurch der Eindruck einer geringen Flexibilität gegenüber individuellen Lebenssituationen.
Kollegenzusammenhalt
Der Kollegenzusammenhalt war aus meiner Sicht gemischt. Es gab einige Kolleginnen und Kollegen, die hilfsbereit, freundlich und unterstützend waren und den Arbeitsalltag dadurch angenehmer gemacht haben. Gerade auf persönlicher Ebene habe ich einzelne Mitarbeitende als sehr engagiert und kollegial erlebt.
Gleichzeitig hatte ich jedoch den Eindruck, dass bestimmte Personen innerhalb des Unternehmens deutlich näher an der Führungsebene standen und entsprechend bevorzugt behandelt wurden. Dadurch entstand aus meiner Sicht eine spürbare Ungleichbehandlung im Team. Mitarbeitende, die nicht zu diesem engeren Kreis gehörten, fühlten sich teilweise ausgeschlossen oder wurden wenig unterstützt.
Zudem gab es insgesamt nur wenige Möglichkeiten für offenen Austausch oder ein wirklich gemeinschaftliches Miteinander. Statt Zusammenarbeit entstand häufig eher Distanz zwischen den Mitarbeitenden. Das hat den Teamzusammenhalt aus meiner Sicht deutlich geschwächt.
Umgang mit älteren Kollegen
Ältere Kolleginnen und Kollegen werden grundsätzlich wie alle anderen Mitarbeitenden in den Arbeitsalltag eingebunden. Es gibt keine formalen Unterschiede in der Aufgabenverteilung oder Behandlung.
Vorgesetztenverhalten
Das Verhalten der Vorgesetzten habe ich insgesamt als stark belastend und wenig professionell erlebt. Die Kommunikation war häufig geprägt von mangelnder Reaktion auf Rückfragen sowie fehlender Unterstützung im Arbeitsalltag. Von einer gezielten Förderung kann hier natürlich keine Rede sein.
Darüber hinaus habe ich den Umgangston teilweise als sehr respektlos empfunden, vereinzelt auch als persönlich abwertend. Dies führte bei mir zu einem konstanten Gefühl der Unsicherheit im Umgang mit den Vorgesetzten.
Insgesamt habe ich das Führungsverhalten als wenig konstruktiv und nicht unterstützend wahrgenommen, was sich deutlich negativ auf die Zusammenarbeit und das Arbeitsklima ausgewirkt hat.
Arbeitsbedingungen
Die Arbeitsbedingungen habe ich insgesamt als deutlich verbesserungswürdig erlebt, insbesondere im Bereich der IT-Ausstattung. Die Hardware war teilweise veraltet bzw. in schlechtem Zustand. Ein Diensthandy habe ich erst nach etwa einem Monat erhalten und wurde in der Zwischenzeit über mein privates Telefon kontaktiert.
Die Trennung von Arbeit und Privatleben war aus meiner Sicht nicht klar geregelt. Es wurde teilweise erwartet, auch außerhalb der Arbeitszeiten bzw. im Urlaub erreichbar zu sein, während gleichzeitig kein konsequentes Homeoffice vorgesehen war.
Problematisch empfand ich zudem, dass private Daten wie Adresse, Telefonnummer und Bankverbindung im Unternehmen weitgehend einsehbar waren.
Insgesamt wirkten die Arbeitsbedingungen wenig strukturiert und nicht konsequent auf eine klare Grenze zwischen Beruf und Privatleben ausgerichtet.
Kommunikation
Die Kommunikation im Unternehmen habe ich insgesamt als sehr schwierig und wenig konstruktiv erlebt. Wie bereits beschrieben, erhielt ich auf wichtige projektbezogene Fragen häufig keine oder erst sehr verspätete Rückmeldungen. Vonseiten der Führungskräfte hatte ich oft den Eindruck, dass sich kaum aktiv um eine funktionierende Abstimmung oder Unterstützung gekümmert wurde.
Auch die Kommunikation im Team wurde aus meiner Sicht nicht ausreichend gefördert. Regelmäßige Abstimmungstermine und Jour fixes fielen häufig kurzfristig aus, wodurch wichtige Themen liegen geblieben sind oder unnötige Unsicherheiten entstanden. Zusätzlich existierten Kommunikationsregeln, die im Arbeitsalltag eher hinderlich wirkten und aus meiner Sicht vor allem den Führungskräften entgegenkamen. Beispielsweise galt eine Teams-Nachricht praktisch als „nicht zugestellt“, solange keine Rückmeldung erfolgte, wodurch die Verantwortung einseitig auf den Absender verlagert wurde. Gleichzeitig wurde erwartet, vor jeder Nachricht zunächst den Kalender der betreffenden Person zu prüfen, um niemanden während eines Termins anzuschreiben. Das machte die Kommunikation kompliziert und erschwerte schnelle Abstimmungen.
Gleichberechtigung
Im Arbeitsalltag habe ich eher eine informelle „Bro-Mentalität“ wahrgenommen, die sich in der Zusammenarbeit und im Umgangston widerspiegelt (z. B. stark kumpelhafte Dynamiken im direkten Austausch mit der Führungsebene).
Strukturell entstand bei mir der Eindruck, dass diese Art der Unternehmenskultur bestimmte Personengruppen begünstigt und eher informell geprägt ist. Eine Diversität in Führungsrollen war aus meiner Sicht kaum erkennbar.
Gleichzeitig habe ich persönlich keine direkten diskriminierenden oder respektlosen Verhaltensweisen gegenüber Kolleginnen erlebt.
Interessante Aufgaben
Grundsätzlich hatte ich durchaus interessante Aufgaben, die fachlich anspruchsvoll und abwechslungsreich waren. Allerdings stieß ich bei komplexeren Themen regelmäßig auf das Problem, dass fachliche Rückfragen unbeantwortet blieben. Teilweise hatte ich den Eindruck, dass hierfür auch intern nicht ausreichend Know-how vorhanden war.
Dadurch war ich in vielen Situationen stark auf mich allein gestellt und musste Aufgaben eigenständig lösen, ohne entsprechende fachliche Unterstützung. Insgesamt führte das zu einem eher einzelkämpferischen Arbeitsstil, der die fachliche Weiterentwicklung und die Zusammenarbeit erschwert hat.
