Interessante Aufgaben treffen auf Micromanagement, fehlende Transparenz und schlechte Organisation
Gut am Arbeitgeber finde ich
Die fachlichen Aufgaben waren grundsätzlich interessant. Den Zusammenhalt und die Hilfsbereitschaft unter Kolleginnen und Kollegen habe ich positiv erlebt.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Fehlende Transparenz, unklare bzw. schlecht organisierte Abläufe und ein aus meiner Sicht unzureichendes Wissensmanagement. Relevantes Wissen war häufig nicht dokumentiert, sodass notwendige Informationen mühsam zusammengesucht oder bei einzelnen Personen erfragt werden mussten.
Besonders problematisch war für mich die Kombination daraus mit eingeschränkten Kommunikationswegen: Direkte fachliche Abstimmungen wurden teilweise erschwert oder nicht zugelassen, obwohl genau dieser Austausch für die Bearbeitung komplexer technischer Themen notwendig gewesen wäre.
Hinzu kamen ausgeprägtes Micromanagement, starke Kontrolle und wenig tatsächlicher Handlungsspielraum. Zwischenmenschlich habe ich mein direktes Arbeitsumfeld ebenfalls als schwierig und wenig vertrauensvoll erlebt.
Irritierend war außerdem die Diskrepanz zwischen dem Eindruck aus dem Vorstellungsgespräch und meiner späteren Erfahrung im Unternehmen. Im Gespräch wurde die langjährige Betriebszugehörigkeit von Mitarbeitenden besonders hervorgehoben und damit der Eindruck eines sehr stabilen Teams vermittelt. Nach meinem Einstieg stellte sich die personelle Situation für mich deutlich anders dar.
Verbesserungsvorschläge
Klare Zuständigkeiten und transparente Strukturen schaffen. Prozesse und relevantes Fachwissen konsequent dokumentieren, statt Mitarbeitende notwendige Informationen mühsam selbst zusammensuchen zu lassen. Direkte fachliche Kommunikation ermöglichen, anstatt Kommunikationswege unnötig über Führungskräfte zu kanalisieren. Führung sollte fachliche Kompetenz und Eigenständigkeit der Mitarbeitenden nutzen, statt sie durch Micromanagement und Kontrolle einzuschränken. Bei mir entstand wiederholt der Eindruck, dass eigene Unsicherheit auf Führungsebene nicht durch offenen fachlichen Austausch aufgefangen, sondern durch Kontrolle, Micromanagement und die Einschränkung direkter Kommunikationswege kompensiert wurde.
Arbeitsatmosphäre
In meinem direkten Arbeitsumfeld habe ich die Atmosphäre als angespannt und stark von Kontrolle geprägt erlebt. Eigenständiges Arbeiten und ein offener Austausch auf Augenhöhe kamen für mich deutlich zu kurz.
Image
Im Vorstellungsgespräch wurde mir gegenüber hervorgehoben, dass Mitarbeitende teilweise bereits seit vielen Jahren im Unternehmen seien. Dadurch entstand bei mir der Eindruck eines sehr stabilen Teams. Nach meinem Einstieg habe ich die personelle Situation deutlich anders wahrgenommen. Die Diskrepanz zwischen dem im Bewerbungsprozess vermittelten Eindruck und meiner späteren Erfahrung fand ich irritierend.
Work-Life-Balance
Zwei Tage Homeoffice pro Woche waren möglich und konnten grundsätzlich selbst gewählt werden. In der Praxis wurde jedoch deutlich vermittelt, dass gemeinsame Bürotage bevorzugt wurden. Dadurch habe ich die offiziell vorhandene Flexibilität als weniger frei erlebt, als sie zunächst wirkte.
Kollegenzusammenhalt
Mit meinen Kolleginnen und Kollegen habe ich überwiegend gute Erfahrungen gemacht. Der kollegiale Umgang und die gegenseitige Hilfsbereitschaft gehörten für mich zu den positiven Aspekten meiner Zeit im Unternehmen.
Vorgesetztenverhalten
Den Führungsstil in meinem direkten Arbeitsumfeld habe ich als starkes Micromanagement erlebt. Eigenständiges Arbeiten wurde eng kontrolliert, und direkte Abstimmungen mit anderen Beteiligten bzw. Fachbereichen wurden teilweise erschwert oder nicht zugelassen. Besonders irritierend war für mich eine Situation, in der ich bei einer fachlichen Rückfrage dazu, wie eine Anforderung des Fachbereichs zu verstehen sei, sinngemäß die Antwort erhielt, meine Aufgabe sei es, meine direkte Führungskraft „glücklich zu machen“. Ein Führungsverständnis mit mehr Vertrauen, fachlichem Austausch auf Augenhöhe und tatsächlicher Eigenverantwortung hätte ich mir sehr gewünscht.
Arbeitsbedingungen
Für meine Tätigkeit notwendiges Wissen war kaum strukturiert dokumentiert. Viele Informationen und Zusammenhänge musste ich mir mühsam selbst erschließen oder bei anderen Personen erfragen. In Verbindung mit den gleichzeitig eingeschränkten direkten Kommunikationswegen hat das die tägliche Arbeit unnötig erschwert.
Kommunikation
Für die Arbeit notwendige Informationen waren häufig nicht ausreichend dokumentiert und mussten mühsam selbst zusammengesucht bzw. bei anderen erfragt werden. Gleichzeitig habe ich erlebt, dass direkte Kommunikations- und Abstimmungswege zu anderen Beteiligten bzw. Fachbereichen eingeschränkt wurden. Gerade bei komplexen technischen Themen war diese Kombination für mich sehr hinderlich.
Interessante Aufgaben
Die fachlichen Aufgaben waren grundsätzlich interessant.