ACHTUNG! Vorsicht bei der Wahl der IHK Berlin als Arbeitgeber.
Gut am Arbeitgeber finde ich
Ich möchte die Kategorie "Gut am Arbeitgeber" noch für ein Fazit nutzen.
Als ich bei der IHK anfing war ich selbst am Existenzlimit und es gab einige Situationen, die ich so bei anderen Arbeitgebern nie zuvor erfahren hatte. Man hat mich zu der Zeit sehr unterstützt!
Leider hat sich das Verhältnis mit der Zeit immer mehr verschlechtert. Zuletzt begann die IHK betriebsweit eine Personalpolitik die nicht vertretbar ist (Hire and Fire - Politik).
Ich möchte betonen, dass hier kein rachsüchtiger Exmitarbeiter sitzt, der einfach nur austeilen will. Ich dachte mir nur, dass es an der Zeit wird meine Erfahrungen zu teilen.
Arbeitsatmosphäre
Das Betriebsklima basiert hier nicht auf Vertrauen. Fairness ist über die Abteilungen hinweg vereinzelt zu finden. Lob von Vorgesetzten ist selten.
Image
Es kommt auf die Abteilung an. Manche Abteilungen spiegeln auch das Außenbild der IHK wieder. Aus anderen Abteilungen hört man Horrorgeschichten wie langjährige Mitarbeiter (20Jahre+) vergrault, oder Strafversetzt werden. Man hört von diversen Rechtsverfahren gegen die IHK durch Mitarbeiter und ehemalige.
Work-Life-Balance
Hier ist die IHK nicht wirklich modern aufgestellt. Es wird mit einer 50/50 Homeofficeregelung geworben, gelebt wird aber eher ein 60/40-Verhältnis (2 Tage HO, 3 Tage Büro). Die freie Wahl der HO-Tage ist ebenfalls schwierig, weil es Anwesenheitspflichttage für alle gibt und eine Regelung wie viele Mitarbeiter einer Abteilung gleichzeitig im HO sein dürfen.
Karriere/Weiterbildung
Beantrage Schulungen werden mit fadenscheinigen Begründungen abgelehnt. Beim nächsten Beurteilungsgespräch wird man dafür gerügt, dass man keine Weiterbildung in Anspruch genommen hat und bekommt durch das Benotungssystem Punktabzug und somit auch weniger Geld.
Gehalt/Benefits
Gehalt ist nicht besonders nennenswert, knapp unter dem Marktdurchschnitt. Verantwortung wird hier ganz klar nicht bezahlt, zumindest nicht beim normalen Arbeitnehmern.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Grundsätzlich möchte die IHK Berlin so Umwelt- und Sozialbewusst sein wie es nur möglich ist. Zumindest ist es das, was nach außen gespiegelt wird. Intern sieht es hier meist auch nur eher mäßig aus. Viel tamtam und heiße Luft.
Kollegenzusammenhalt
Gesprochen für meine Abteilung kann ich nur sagen, dass ich riesiges Glück hatte solch nette und kompetente Kollegen zu haben. Ein Stern Abzug, weil ein Miesepeter ist immer dabei.
Vorgesetztenverhalten
Die Bereichsleitungen und Geschäftsführungen sind geprägt durch Selbstüberschätzung, Arroganz und kompletter Inkompetenz. Mitarbeiter werden teilweise wie Ware behandelt, die entsorgt wird, wenn sie kaputt oder unbequem ist.
Hervorstechend muss hier Inkompetenz genannt werden. Es werden fachfremde Bereichsleiter eingesetzt, die nicht auf Basis von Fachwissen entscheiden, sondern sich lieber den Forderungen der Geschäftsführung beugen und sich anbiedern, dies oft zum Nachteil der Mitarbeiter und der Arbeitsinhalte und Arbeitsqualität. Es wird aktiv gelogen, zum Nachteil der Mitarbeiter.
Des Weiteren werden immer wieder Versprechen abgegeben, aber nicht eingehalten. Möchte man z.B. eine Gehalterhöhung haben (da man intern deutlich mehr Aufgaben übernommen hat, als bei der Einstellung vereinbart), wird man anfangs mit einem kruden Bewertungssystem hingehalten, welches nicht transparent ist oder objektiv abläuft. Später wird man entlassen, mit der Begründung man sei zu inkompetent für die Aufgaben die man extra übernommen hat und daher das Geld nicht wert sei (es sei angemerkt, dass ich meine Aufgaben immer Zeitgerecht und Vollständig erledigt habe, ohne dass es Beschwerden gab).
Arbeitsbedingungen
Seitdem die Abteilungen vermehrt umziehen und sich raumtechnisch verkleinern mussten, sind die Arbeitsbedingungen nur noch mäßig gut.
Kommunikation
Es gibt Meetings bis zum Umfallen, in der Regel ist es eine Selbstbeweihreucherung der IHK Berlin und eine Plattform für die Führungskräfte zur Präsentation ihrer neuen Privaterrungenschaften.
Gleichberechtigung
Frauen hatten es in meiner Abteilung sehr schwer fachlich anerkannt zu werden, da ihnen Fachkompetenzen regelmäßig abgesprochen wurden. Es herrschte eher die altpatriarchische Grundhaltung.
Interessante Aufgaben
Die Arbeitsbelastung ist teilweise extrem hoch. Ist man in der Lage das hohe Pensum zu bewältigen bekommt man statt Wertschätzung suggeriert, dass man unterfordert sei und daher mehr Arbeit machen könne.
