Es ist nicht mehr zum Aushalten
Gut am Arbeitgeber finde ich
ich müsste jetzt in die vergangenheit gehen. was fand ich gut an diesem arbeitgeber .da wäre die liste lang und auf den arbeitgeber bezogen durchaus positiv und aufschlussreich. aber da ist leider nicht mehr viel übrig. fairerweise. die gehälter werden überpünktlich bezahlt. die centralized services (oben erwähnt) sind ein (oft unterschätztes) rückgrat für das haus. es gibt viele tolle kolleginnen und kollegen und man packt dann doch vieles gemeinsam an.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
ich habe bereits vieles erwähnt und diese bewertung soll nicht zum absoluten bashing werden. irgendwo anders muss es ja auch erst mal besser sein. mir fehlt erhlichkeit an vielen stellen. seid doch ehrlich, dass es mittelfristig darum geht, die mitarbeiterzahl zu senken, dass der konzern alles steuert und die länder nur noch agieren. bereitet die mitarbeitenden auf alles frühzeitig vor. habt respekt davor, dass das sogenannte kapital nicht nur nummern sind, sondern echte menschen mit eigenem leben und eigenen problemen. Ingram Micro ist NICHT das Maß aller dinge. Ingram Micro ist Arbeitgeber und wir können unsere Rechnungen mit unserem Gehalt zahlen. Der Konzern denkt aber , dass wir immer vollgas geben sollen, weil hier alles so toll ist und die zukunft so rosig. Also bitte.
Verbesserungsvorschläge
man kann, soll und darf nicht alles schlecht reden. das will ich auch nicht wirklich. aber das unternehmen ist nicht konsequent. es betreibt brainwashing: bester arbeitgeber, tolle hr projekte, was da alles publiziert wird. in wahrheit sind wir zahlengesteuert. die mitarbeitenden selbst sind inzwischen auch nur noch nummern und müssen funktionieren. die deutsche gl (da kann sie gar nichts dafür) wirkt inzwischen auch nur noch ferngesteuert. der konzern will es so. alles wird drübergebügelt, vereinheitlicht usw. individualismus ist nicht mehr gewollt. teilweise systemisch nachvollziehbar. was gibt es da für eine möglichkeit, verbesserungen vorzuschlagen? vielleicht eine: bietet denen, die kurz oder lange dabei sind, erfahrung haben und noch selbständiges denken gelernt haben, verantwortung übernehmen, entscheidungen treffen und dazu stehen usw. eine abfindung an und stellt neue leute ein, die einfach mitmachen. dann kommt der erfolg garantiert.
Arbeitsatmosphäre
In einzelnen Teams ist die Arbeitsatmosphäre durchaus gut. Generell im Unternehmen aber unterirdisch. Da hilft auch der Umtrunk auf der Dachterrasse wenig, der letztes Jahr zwischendurch mal stattfand. Nett gemeint. Aber die alten Zeiten, von denen man immer wieder hört (und wo sicher auch nicht alles gut war) sind längst vorbei. Unmut ist im Vordergrund. Viele Mitarbeitende fühlen sich lost, überfordert, nicht abgeholt.
Kommunikation
Früher monatliche, jetzt aufgrund Platzierung an der Börse, vierteljährliche Townhalls. Regelmäßige Updates im Intranet. Zu viel Kommunikation per Teams und andere Kanäle. Es wird davon ausgegangen, dass man das alles liest und dann auch Bescheid weiß. Ein Irrglaube. Aber im amerikanischen Konzern ist ja immer alles "awsome".
Kollegenzusammenhalt
Teamspirit gibt's. Wir sind Menschen, auch in schweren Zeiten. Punktabzug wegen dem Ton, der durchaus roh ist. Persönliche Ansprachen in Mails und Teams sind Vergangenheit. Nicht mehr zeitgemäß? Wäre trotzdem höflich.
Work-Life-Balance
den Druck des Tages nehmen viele mit nach Hause. Ein Work-Life-Balance Tag, der vom Unternehmen als zusätzlicher Tag geschenkt wird, ist toll. Eigentlich gibt es sowas wie Vertrauensarbeitszeit und flexible Arbeitszeit usw. Würde das konsequent gelebt werden, wie es schon mal war, wäre vieles in diesem Zusammenhang entspannter. Doch Mitarbeitenden kann man scheinbar aus Sicht der Führungsetage nicht trauen.
Vorgesetztenverhalten
Es gibt sie noch, die guten partnerschaftlichen Vorgesetzten. Chef-Bashing soll hier jetzt nicht betrieben werden. Aber die dem Konzern gegenüber stehende abnickende Fraktion der Führungskräfte wird größer. Das schafft mehr unsicherheit als Verständnis.
Interessante Aufgaben
Es gibt sie. aber zu viele. priorisierungen werden versprochen aber zwei tage später ist alles dann doch irgendwie gleich wichtig. das unternehmen befindet sich im umbruch. das ist manchmal schmerzhaft. aber es ist vieles nachvollziehbar. wenn der plan aufgeht.... (trotzdem, vieles passiert auf dem rücken der Beschäftigten)
Gleichberechtigung
manche bewertungen kann ich nicht verstehen, die andere abgeben. ich meine, wir hier in deutschland sind im konzern recht offen. ich nehme aber seit geraumer zeit wahr, dass seitens dem unternehmen benachteiligte mitarbeitergruppen eher nicht mehr gerne gesehen werden. es geht letztlich doch nur noch um performance.
Umgang mit älteren Kollegen
alles in allem gut. würde man noch mehr wert auf die erfahrungswerte älterer mitarbeiter legen, käme der fünfte stern. aber im umbruch geht manches verloren
Arbeitsbedingungen
zunächst: es gibt die centralized services. also die, die schauen, dass der laden organisatorisch läuft. ich glaube, hier ist ingram micro in deutschland ein vorzeigeunternehmen. was die kolleg*innen dort machen, um das office in stand zu halten, die arbeitsplätze auszurüsten usw, das ist wirklich toll. also hier 5 sterne. ABER. großraumbüro und standartisierte arbeitsplätze in einem 90ger jahre bau, gleichzeitig rühmt sich hr, dass alles ja so top hergerichtet und modern sei. es ist eng, muffig (teilweise), dunkel (teilweise) und definitiv nicht geeignet für einen flow. dazu der ständige druck und der streit, ob jetzt homeoffice gut oder schlecht sei. leute, in welchem zeitalter lebt ihr denn?
Umwelt-/Sozialbewusstsein
für einen milliarden konzern (zugegeben mit geringen gewinnspannen) sind die spenden gering. es gibt aktionen, die sind ok - muss man ja erstmal machen - aber so richtig überzeugt ist in der führungsebene dann doch niemand so richtig, dass hier größeres engagement sinnvoll ist. kostet ja geld.
Gehalt/Benefits
neue mitarbeitende werden zum teil bestens bezahlt. die ansprüche sind auch gewachsen. übernommene mitarbeitende hängen (da ist Ingram natürlich kein Einzelfall) immer hinterher. es gibt die für konzerne üblichen side-dienstleistungen (jobrad usw) alles toll. irgendwie schön und irgendwie doch nicht so richtig überzeugend. die kantine ist zu teuer, da nicht wirklich (aus steuerlichen gründen wie man belehrt wird) viel vom unternehmen zugesteuert wird. aber das sollte kein entscheidungskriteriumein. sind wir froh, dass es eine gibt.
Image
der konzern sieht sich als den größten, besten, fairsten, geilsten arbeitgeber der welt. wir erreichen mit unseren produkten und dienstleistungen ja über 90 % der weltbevölkerung. ja, da sind sie alle so stolz drauf. vor jahren wurde der sales in de drastisch reduziert. jetzt wundert man sich tatsächlich, warum so wenig "raustelefoniert" wird. generell glaube ich, dass die wahrnehmung "draußen" inzwischen besser ist, als die bewertung. aber ich erlaube mir einfach mal subjektiv zu sein. letztlich geht es darum, irgendwann bald mal, alles automatisiert abzuwickeln. das wird weitere mitarbeiter kosten und damit persönlichen service reduzieren. wir werden sehen.
Karriere/Weiterbildung
durchaus vorhanden. manchmal fragt man sich, welche auswahlkriterien angesetzt werden. die tolle entwicklungswerkstatt von hr durchleuchtet die kandidaten. manchmal kommt auch was gutes dabei raus.

