Keine Perspektive für engagierte Leute
Gut am Arbeitgeber finde ich
Das Team nimmt sich Zeit, um Prozesse zu erläutern und Fragen zu beantworten. Abteilungsübergreifend findet man immer offene Ohren und viel Unterstützung.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Einleitend:
Das Unternehmen ist in zwei Hauptbereiche unterteilt. Der Bereich der IT-Entwicklung scheint gut zu funktionieren und wird im Folgenden ausdrücklich NICHT bewertet. Diese Bewertung bezieht sich ausschließlich auf den Bereich Customer Support, für das neue Mitarbeiter gesucht werden.
InNuce betreibt eine umfangreiche und komplexe Fuhrparkmanagementsoftware (SAAS), die von namhaften Firmen verwendet wird. Das Team Customer Support steht über ein Ticketsystem den Anwendern für Unterstützung, Fehlerbehebung und Weiterentwicklung zur Verfügung. Im Großen und Ganzen habe ich die Kundenbeziehungen als intakt wahrgenommen.
Die Mitarbeiter dieses Teams können ihre Aufgaben im Homeoffice erledigen.
Das Team besteht aktuell aus vier Mitarbeiterinnen, wovon drei seit sieben Jahren und länger im Unternehmen tätig sind. In den vergangenen Jahren haben sie es sich komfortabel eingerichtet:
- Sie kommen und gehen wann sie wollen
- Sie arbeiten wo sie wollen
- Sie arbeiten soviel sie wollen
Wer neu hinzukommt, wird von diesem Team als Gefahr angesehen, sofern man Arbeitsweisen hinterfragt, versucht aktiv und selbständig zu arbeiten und Dinge anders angeht. Und diesem Risiko begegnet die Gruppe der Alteingesessenen (bewusst oder unbewusst) mit diesen Maßnahmen:
1. Verunsicherung - neue Mitarbeiter werden durch widersprüchliche Aussagen verunsichert;
2. Konfrontation und Einschüchterung - neue Mitarbeiter werden – sofern keine anderen Personen anwesend sind - im kleinen Kreis mit einer gewissen Aggressivität „auf Linie gebracht“;
3. Kontrolle über den neuen Mitarbeiter als Ziel dieser Maßnahmen. Das geht bis zur Forderung, dass man jede Ausgangsmail vor Versand vorlegen und sich nicht mit hausinternen Abteilungen über Prozesse austauschen soll.
Als Resultat dieses Arbeitsklimas sind alle Neueinstellungen der letzten zwei/drei Jahre nach kurzer Zeit aus dem Unternehmen ausgeschieden. Oder treffender formuliert: Team und Führung scheitern grundsätzlich daran, neue Mitarbeiter zu integrieren. Der finanzielle und der Reputationsschaden für das Unternehmen als auch die Auswirkungen auf die neuen Mitarbeiter sind enorm.
Der Grund für dieses repressive Arbeitsklima ist offenbar Angst, die gibt es hier auf allen Ebenen:
- Auf Ebene der Teammitglieder: Angst, dass die o.g. Komfortzone eingeschränkt und die Arbeitsleistung hinterfragt wird.
- Auf Ebene der Führungskräfte: Angst, dass langjährige Mitarbeiter das Unternehmen verlassen und Know-How abfließt. Darum scheut sich die Führung zu hinterfragen und auch mal den Konflikt zu suchen. Punktuell versucht die Führung, vor dem Team Stärke zu zeigen, dann allerdings gerne auf dem Rücken der neuen Mitarbeiter. Sie wirkt überfordert und hilflos, setzt die falschen Akzente und bestärkt letztlich die alteingesessenen Teammitglieder in ihrem Verhalten.
Unter den aktuellen Bedingungen sehe ich keine Perspektive für engagierte Leute.
Arbeitsatmosphäre
- Oberflächlich betrachtet prägt das Unternehmen eine lockere Arbeitsatmosphäre.
- Es herrscht nach einer Konzernübernahme aber Unsicherheit unter den Mitarbeitern des Unternehmens, die dazu führt, dass Neuerungen oder Veränderungsvorschläge eher abgeblockt als gefördert werden.
- Viele Kritikpunkte der Bewertung vom September 2024 kann ich absolut nachvollziehen und bestätigen.
- Team Customer Service: Statt Vertrauen in Fachkompetenz zu setzen, werden selbst erfahrene Mitarbeiter in ihrer Eigenständigkeit eingeschränkt.
- Team Customer Service: Konstruktive Vorschläge und Eigeninitiative werden innerhalb des Teams selten positiv aufgenommen, sondern als unerwünschtes Eingreifen betrachtet.
- Team Customer Service: Eine aktive Kommunikation mit anderen Unternehmensbereichen wird teils als „Einmischung“ gewertet.
- Team Customer Service: Fehler werden nicht direkt angesprochen oder als Lernmöglichkeit genutzt, sondern können zu einem späteren Zeitpunkt gegen Mitarbeiter eingesetzt werden.
Kommunikation
Es gibt regelmäßig und planmäßig Meetings mit Vorgesetzten, im Team und abteilungsübergreifend.
Kollegenzusammenhalt
Team Customer Service: Die langjährigen Mitarbeiter des Teams halten zusammen...
Work-Life-Balance
- Hohe Flexibilität bei der Arbeitszeitgestaltung
- 100% Homeoffice ist erlaubt
- Die individuellen Bedürfnisse der Mitarbeiter haben offenbar stets Vorrang vor dem Unternehmensinteresse und -erfolg. Das kann man als Mitarbeiter gut finden, muss man aber nicht.
Vorgesetztenverhalten
Die Führung scheut notwendige Maßnahmen und ist nicht in der Lage, unpopuläre aber im Sinne des Unternehmenserfolgs notwendige Maßnahmen durchzusetzen. Lieber wird die Komfortzone langjähriger Mitarbeiter geschützt. Das geht dann zu Lasten neuer und engagierter Mitarbeiter.
Interessante Aufgaben
Die betriebene Software ist komplex. Sie wird zzt. weiterentwickelt, um auch für den großen Kundenkreis KMU attraktiv zu werden. Das ist eine spannende Aufgabe.
Arbeitsbedingungen
- Moderne Büroausstattung
- Urbane Lage
- Viele kleine und größere Mitarbeiterwünsche (z.B. nach höhenverstellbaren Schreibtischen oder bestimmten Getränken) werden selbstverständlich umgesetzt. Auf diese Rahmenbedingungen legt das Unternehmen großen Wert.
- Obstkorb und Freigetränke
Umwelt-/Sozialbewusstsein
- Grundsätzlich herrscht unter den Mitarbeitern und im Unternehmen ein positives und progressives Umwelt- und Sozialbewusstsein.
- 100% papierloses Büro
Image
Das Unternehmen hat sich in 20 Jahren erfolgreich in der Branche etabliert und bedient namhafte Kunden.
Karriere/Weiterbildung
Innerhalb des kleinen Unternehmens gibt es praktisch keine Aufstiegsmöglichkeiten. Das Unternehmen nutzt die Chance, Mitarbeitern Perspektiven im Konzernverbund anzubieten, bisher nicht.