Firma mit Potenzial, aber strukturellen Schwächen
Gut am Arbeitgeber finde ich
Nachdem im Sommer 2025 die Stimmung aufgrund der miserablen Auftragslage auf einem Tiefpunkt war und die sich häufenden Reibereien innerhalb der Belegschaft dann auch mal bei der Geschäftsführung ankamen, wurden direkt Mitarbeitergespräche angesetzt.
Es gibt ein Sommerfest und eine Weihnachtsfeier mit gutem Essen und Getränken.
Weihnachtsgeld wird gezahlt.
Man hat schon einiges an Freiheit, wie man seine Arbeit macht.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Die Mitarbeitergespräche im Sommer 2025 hatten einen nur kurzzeitig stabilen Effekt. Das liegt auch daran, dass die Geschäftsleitung zwar Änderungen und auch nochmal ein Feedbackgespräch mit dem Team ankündigte, es aber leider nur bei der Ankündigung blieb.
Generell schwache Auftragslage, was dazu führte, dass die Firma mehrere gute Mitarbeiter verloren hat.
Zu viele Kunden im Fulfillment-Bereich mit wenig Auftragsvolumen.
Mitarbeiter, die bereits mehrfach dafür sorgten, dass Leute gekündigt haben, haben weiterhin Narrenfreiheit aufgrund ihrer langen Betriebszugehörigkeit.
Es wird seitens der Geschäftsführung -bei meist nur unterstelltem, aber nicht beweisbarem Fehlverhalten- gerne mal mit einer Abmahnung gedroht, wenn man sich kritisch mit der Firma und seiner eigentlichen Aufgabe auseinandersetzt.
Generell hat die Geschäftsführung wenig Ahnung vom Ablauf und der Stimmung im Betrieb. Ein oder zwei Mal am Tag durch immer dieselbe Abteilung zu laufen reicht dafür nicht aus.
Es wirkt, als sei alles egal, solange noch genügend Einnahmen generiert werden.
Nur 25 Tage Urlaub.
Manche Mitarbeiter beobachten ihre Kollegen genau und tragen diese Beobachtungen weiter.
Verbesserungsvorschläge
Mitarbeiter müssen richtig ausgelastet werden und zwar mit der Arbeit, für die sie eingestellt wurden. Kehren gehört zwar auch dazu, aber wenn das 80% der Zeit in Anspruch nehmen kann, weil zu wenig Aufträge da sind, läuft prinzipiell etwas falsch.
Falsch ist es ebenso, dass man selbst bei wenig Arbeitsanfall Zeitarbeiter anfordert, die den Festangestellten die paar Aufträge auch noch wegschnappen.
Mehr Kommunikation von oben nach unten. Wichtige Informationen sind keine Holschuld, wie es gerne mal bezeichnet wurde.
Gehältsgespräche gehören zum betrieblichen Alltag. Diese als Affront gegen sich zu werten ist eine fragwürdige Einstellung. Jeder will angemessen bezahlt werden und es ist das Recht eines jeden Mitarbeiters, von Zeit zu Zeit mit dem Wunsch nach einer Erhöhung zu kommen.
Mehr Urlaubstage.
Arbeitsatmosphäre
Wenn genügend Aufträge da sind und der "Laden läuft", macht es wirklich Spaß zu arbeiten. Leider war das in 2025 nicht sehr oft der Fall.
Kommunikation
Die Kommunikation von oben nach unten ist quasi nicht existent. Wichtige Informationen erhält man nur auf Nachfrage oder weil sie durch den Flurfunk weitergetragen werden.
Kollegenzusammenhalt
Jeder redet gerne über jeden - dennoch ist bis auf wenige Ausnahmen ein guter Zusammenhalt gegeben.
Work-Life-Balance
Gute Arbeitszeiten von 7-16 Uhr. Kehrseite der Medaille: Wenn nicht gerade Black Friday ist, gibt es wenig zu tun.
Vorgesetztenverhalten
Leider hörte ich bei diversen Fehlermeldungen nach oben: "Kann ja nicht sein." Das spiegelt das mangelnde Vertrauen in die Leute, die die Arbeit verrichten wider.
Der Tonfall ist oft geprägt von Überheblichkeit und einer "Ich weiß es doch sowieso besser"-Attitüde. Leider sind die betreffenden Personen jedoch nur in der Theorie kompetent. Geht auch gar nicht anders, wenn man den ganzen Tag in seinem Büro sitzen bleibt und nicht durch die Halle läuft.
Interessante Aufgaben
Prinzipiell kann man mehrere Aufgaben bekommen. Von der Warenannahme über die Aufnahme ins Warenwirtschaftssystem, dem Kommissionieren und Verpacken bis hin zum Versand kann man bei entsprechendem Engagement einiges machen.
Gleichberechtigung
Alle sind gleich - manche sind gleicher. Die Eine darf sich mehr erlauben als als der Andere.
Umgang mit älteren Kollegen
Der war in der Regel gut.
Arbeitsbedingungen
Arbeits- und Hilfsmittel werden entweder schnell angeschafft (Büro), manche erst nach Monaten (Fulfillment-Bereich) andere wiederum gar nicht angeschafft.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Der Müll wird getrennt.
Man erhält Hilfe durch die Geschäftsleitung bei Problemen, die nicht die Arbeit betreffen.
In der Halle ist es im Winter kalt, im Sommer vor allem im ersten Stock direkt unter dem Dach viel zu warm und stickig. Von den 3 Ventilatoren dort profitieren aufgrund des mangels an Steckdosen jedoch nur die Verpacker. Alle anderen schmoren im eigenen Saft.
Gehalt/Benefits
Positiv war, dass es Weihnachtsgeld gab. Die Löhne sind aber eher im unteren Durchschnitt und Gehaltsgespräche werden verschleppt oder -was häufiger ist- man wird in den Gesprächen dargestellt, als würde man ständig Fehler machen und/ oder nur rumstehen.
Image
Ich kannte die Firma vorher nicht und bekomme auch jetzt nichts von ihr mit - daher neutral.
Karriere/Weiterbildung
Die Firma ist eher als Durchgangsstation zu betrachten. Weiterbildungen gibt es - wenn man sich darauf einstellt, mehrfach mit Nachdruck nachzufragen und hartnäckig zu bleiben.