Alles steht und fällt mit dem Team
Arbeitsatmosphäre
Ohne das passende Team wäre ein Arbeiten in dieser Firma allerdings nicht möglich gewesen.
Kommunikation
Grenzwertig, miserabel bis nicht vorhanden. Was allerdings immer funktioniert hat, war das Eigenlob der Führungskräfte. Da gingen teilweise E-Mails rum wo sie sich abends gegenseitig dafür in einem Verteiler gratuliert haben, wie toll sie alle sind. Hatte etwas von einer Gemeinschaft, in der nur ein großartiger Leader das Sagen hat, und alle anderen blind folgen (müssen)
Kollegenzusammenhalt
Richtig gut, aber wie schon erwähnt, hing das alles mit den einzelnen Protagonisten zusammen. Natürlich hat es auch mal gescheppert untereinander, aber das konnte man immer wieder lösen.
Work-Life-Balance
Wenn man es sich nicht selbst rausgenommen hat, war da nichts zu holen. Angefangen vom Urlaub, den man immer wieder versucht hat, bei den Gehalts und Einstellungsverfahren, über unbezahlte Überstunden, twenty Four seven Erreichbarkeit gefordert, natürlich alles nicht offiziell. Es gab auch schon mal den Fall, dass Überstunden, welche man selbst dokumentiert hatte, zum Teil beim Verlassen der Firma tatsächlich ausbezahlt wurden. In Hinblick auf die Alternative vor einem Arbeitsgericht auch die einzig sinnvolle Lösung.
Vorgesetztenverhalten
Auf meinem direkten Vorgesetzten lass ich nichts kommen, der war sowohl fachlich als auch persönlich angenehm und ein Vorbild. In der nächsten Hierarchiestufe hat es dann allerdings schon wieder aufgehört, und je mehr man nach oben geschaut hat, desto mehr Selbstdarsteller hat man gesehen. Hat sich auch in der Fluktuation der Führungskräfte wieder gespiegelt.
Interessante Aufgaben
Absolut, auch da kann man nichts sagen. Jeder musste alles machen, und somit dürfte jeder auch überall rein schnuppern beziehungsweise musste es um seine Aufgabe zu erfüllen. Es wurde nie langweilig.
Gleichberechtigung
Schwierig zu beurteilen. Was ich zumindest mitbekommen habe, dass Frauen grundsätzlich gemäß der veralteten Ansichten weniger verdient haben. Andererseits hat man versucht alle soweit wie möglich zu drücken.
Umgang mit älteren Kollegen
Ist mir nichts Negatives aufgefallen, aber auch nichts besonders positives
Arbeitsbedingungen
Großraumbüros, keine Klima Anlage, im Sommer hatte ich mal 36,5° in der Spitze in unserem Büro gemessen. Das hat sich dann natürlich auch in der Stimmung und der Arbeitsleistung niedergeschlagen. Durch die Dispo im gleichen Büro durch die ständigen Fahrer Gespräche auch unfassbar laut, war schwierig, sich zu konzentrieren.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Hab ich nicht gesehen, aber zumindest ich habe noch den Beginn von Papiereinsparung durch Digitalisierung mitbekommen.
Gehalt/Benefits
Beim Gehalt hat man grundsätzlich versucht, so wenig wie möglich zu bezahlen, viele Fahrer sind auf Mindestlohn eingestellt worden, wenn jemand zum Beispiel vom Fahrer zum Projektassistenten aufgestiegen ist, hat man auch hier versucht das Gehalt niedrig zu halten. Mit der Begründung, du verdienst ja schon genug. Urlaub auch immer nur das mindeste. Fairerweise muss man sagen, ich konnte mich nicht beschweren. Habe mich relativ gut verkauft und entsprechend verhältnismäßig gut verdient.
Image
Bei den Kunden, ganz gut, ansonsten nicht besonders bekannt, weil zu
Karriere/Weiterbildung
Man musste sich alles selbst erarbeiten und sich auch selbst um alles kümmern, klassische Weiterbildungen gibt es nicht beziehungsweise gab es nicht. Learning by doing. Karriere war möglich. Wenn Not am Mann war, dann konnte er auch schon mal jemand, der als Fahrer angefangen hat, am Schluss als Projektleiter eingesetzt werden. Natürlich auch hier wieder zu einem unterirdischen Gehalt, dass keinesfalls Markt üblich ist mit der Begründung, du verdienst ja schon mehr als vorher. Das mehr an Verantwortung war dann allerdings auch egal und hat sich monetär nicht niedergeschlagen.