Endlich raus..
Gut am Arbeitgeber finde ich
Einzelne Teams und direkte Kollegen. Da ging noch was. Kantine und Standort Karlsruhe waren in Ordnung. Die fachlichen Themen selbst waren zeitweise interessant.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Dauerumstrukturierungen, die niemand erklärt bekommt. Kommunikation von oben nach unten ist ein Witz: Infos kommen zu spät, unvollständig oder gar nicht. Wertschätzung existiert auf dem Papier, im Alltag nicht. Druck steigt, Köpfe bleiben gleich oder werden weniger. Wer unbequem nachfragt oder Grenzen setzt, merkt schnell, dass er ersetzbar sein soll. Mitarbeiter werden nur wie Zahlen behandelt.
Verbesserungsvorschläge
Oben aufhören, Umstrukturierungen als Allheilmittel zu verkaufen. Erst nachdenken, dann umbauen. Kommunikation muss rechtzeitig, vollständig und ohne Schönfärberei laufen. Wer Leistung will, muss sie auch sichtbar machen und ausgleichen. Vertrauensarbeitszeit ohne Nachweis ist eine Einbahnstraße zulasten der Leute, die den Laden tragen. Führungskräfte, die nur Quartalszahlen sehen, gehören ausgetauscht oder wenigstens aus dem Tagesgeschäft rausgehalten.
Arbeitsatmosphäre
Im eigenen Team oft noch erträglich. Im Großen angespannt, frustriert, nach den Umstrukturierungen deutlich schlechter. Viele machen Dienst nach Vorschrift, weil der Sinn fehlt. Großraumbüros wurden als Goldstandarf verkauft, dann Noise-Cancelling-Kopfhörer ausgegeben, damit keiner den anderen mehr hört, so dass man selbst im Büro miteinander chattet.
Image
Nach außen Hosting-Marke, intern Dauerbaustelle. Für Bewerber inzwischen eher Warnung als Empfehlung. Der Schein nach außen hält länger als die Stimmung innen.
Work-Life-Balance
2 Tage "Cover Day" im Schwingungen öfter im Büro zu sein. Krank sein wird genau beobachtet und im direkten Gespräch in Zusammenhang mit "Listen" erwähnt.
Karriere/Weiterbildung
Im Alltag zählt Verfügbarkeit, nicht Entwicklung. Wer sich weiterbilden will, organisiert das selbst und muss es oft durchdrücken.
Gehalt/Benefits
Gehalt allein trägt das nicht. Karrierepfade unklar, Entwicklung eher trotz als wegen der Firma. Wer oben punkten will, muss die internen Spielregeln kennen, nicht nur die Arbeit. Zudem kommt es oft nicht auf Leistung an, sondern auf die Sympathie zu denen die das Budget auf Mitarbeiter verteilen.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Nach außen schön gerechnet, innen zählt der Quartalsbericht. Mitarbeiterwohl und langfristige Belastung stehen hinten an.
Kollegenzusammenhalt
Das einzig wirklich Stabile. Direkte Kollegen haben oft noch den Laden zusammengehalten. Ohne den Zusammenhalt unten wären noch mehr Leute früher gegangen.
Umgang mit älteren Kollegen
Langzeitmitarbeiter (10+ Jahre) werden absolut nicht wertgeschätzt. Bei anstehender Kündigung wird keine Bindung versucht, noch ein Danke am letzten Tag.
Vorgesetztenverhalten
Direkte Vorgesetzte unterschiedlich, teilweise noch menschlich. Das obere Management fern, kurzfristig, entscheidet ohne Blick auf die, die es ausbaden. Wertschätzung bleibt Theorie. Micromanagement von Abteilungsleitern ohne Führungskompetenzen.
Arbeitsbedingungen
Großraumbüros, keine Menschlichkeit in den Büros, alles steril. Arbeitsplätze sind zu buchen und wechseln dadurch ständig. So erschafft man keine Wohlfühlatmossphäre, augenscheinlich auch nicht gewünscht.
Kommunikation
Das schwächste Glied. Infos kommen zu spät, verstümmelt oder gar nicht. Oben redet man in Floskeln, unten rätselt man. Feedback von Mitarbeitern versickert im Nirvana.
Gleichberechtigung
Durchschnitt. Weder besonders offen noch besonders eng. Kein Thema, das den Alltag geprägt hat.
Interessante Aufgaben
Inhaltlich zeitweise in Ordnung, die Themen selbst waren nicht das Problem. Durch Dauerumbau, Mehrlast und fehlende Linie wird aus interessanten Aufgaben schnell Pflichtprogramm.