1 Bewertung von Mitarbeiter:innenkununu Prüfprozess
kununu Prüfprozess
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"Initiative St. Antonius e. V.". Kleine Einrichtung ohne wirkliche Konzeption und ohne eindeutige Struktur/Hierarchie. Für die Größe nicht unüblich, aber selbständiges, eigenverantwortliches Arbeiten wird auch nicht unbedingt gern gesehen. Auch wenn von Bezugsbetreuung die Rede ist, ist eher eine stumpf programmierbare Arbeitsdrohne gewünscht. Andernfalls macht man sich problemfixiert über Wochen und Monate hinweg missgünstige, kleine Notizen, bevor man mit bereits gefälltem Urteil auch noch völligst unprofessionell verspottend um die Ohren gehauen bekommt. Dies wird dem Vorstand, der vorzugsweise nicht mit dem internen Geschehen behelligt zu werden wünscht, auch umgehend mundgerecht und leicht verdaulich präsentiert, der sodann in schwarz-weiß-malerischer Stammtischmanier an Gegendarstellungen uninteressiert kurzen Prozess zu machen weiß. Bevor mit einem geredet wird, sind die Würfel hinterrücks eigentlich auch schon längst gefallen und kann eigentlich nur noch alles falsch machen oder sagen, so dass jeder noch so kleine Handgriff oder Äußerung scharf kritisiert wird.
Mein Eindruck ist, dass man in Bewohnern eher Mittel zum Selbsterhaltungszweck sieht. Der Ursprung mag in ferner Vergangenheit vielleicht mal ein anderer gewesen sein. Meine Erfahrung mit dem Verein ist, dass sich dort zwei-drei Sozialarbeiter darauf einrichten, die Fördergelder-Kuh bis zum Ruhestand möglichst bequem und unkompliziert abzumelken. Während der Verein dem Image des durchaus professionell, wenn auch kühl kalkuliert handelnden Vorstandsvorsitzenden recht dienlich zu sein scheint, ist den gelegentlich auftauchenden e-Mail-Nachrichten von einigen anderen Vorstandsmitgliedern offen zu entnehmen, dass sich das Interesse an der Einrichtung und deren Bewohner in überschaubaren Grenzen hält. Außer vielleicht an der Funktion eines Vereinsheimes, wo sich die eingeschworene Vorstands- plus 2-3-Mitarbeiter-Clique gelegentlich zum Grillen treffen kann. Man leistet angemessene Arbeit, aber diese auch gerne nach Schema F und mit eben geringstmöglichem Aufwand. Aufrichtiges Interesse, Wertschätzung oder wenigstens Akzeptanz/Toleranz konnte ich nicht erkennen.
„Eine Traumstelle“, ließ man verlauten. Nun, besonders kaputt macht sich hier wirklich niemand und die Bezahlung erfolgt auch nach Tarif. Wer Soziale Arbeit studiert hat, weil es am leichtesten schien danach ruhige Kugel schieben zu können und sich nicht daran stört oder sogar ins gleiche Horn stoßen mag, wenn zuweilen abfällig/abwertend (durchaus mit Schimpfwörtern bedacht) über Bewohner schwadroniert wird, der mag sich hier vielleicht wohl fühlen und womöglich sogar willkommen sein.
Unsere Vorstellungen von Wertschätzung, offener Kommunikation und „Soziale Arbeit innovativ denken und aktiv mitgestalten“ gingen eben diametral auseinander. Ich bin nicht besonders nachtragend und man hätte sich mit der Haltung „es hat einfach nicht gepasst“ einfach wieder voneinander trennen können. Da man als Dankeschön für den Versuch dann aber noch Knüppel zwischen die Beine hinterher geworfen bekommt und seinem Anwalt wegen eines Arbeitszeugnisses auf den Zeiger gehen kann, das das Papier nicht wert ist, auf dem‘s gedruckt wurde und bei potenziellen Arbeitgebern hinterrücks schlecht geredet wird, mache ich mir dann doch auch mal die Mühe zu bewerten. Da hätte man sich besser gestellt, das Angebot gar nicht erst anzunehmen und sich was anderes zu suchen, da die Erwähnung im Lebenslauf sich offenbar gefährlich auf künftige Bewerbungsverfahren auswirken kann.
Ein wenig mehr Respekt von jüngeren Mitarbeitern wäre schon angebracht gewesen. Selbstreflexion so gut wie nicht vorhanden. Man ist sich sowohl der fachlichen, als auch persönlichen Unfehlbarkeit sehr sicher.
Wer bereits etwas herumgekommen ist und über-/regional ein paar Leute kennt, könnte sich im Vorfeld bei Google über die Namen der Belegschaft und des Vorstandes (diese müssten ggf. im Gespräch erfragt werden) genauer informieren, wer aus welchem Stall kommt und wer mit wessen Geistes Kinder so verkehrt. Mir wäre das bereits Warnung genug gewesen, um gar nicht erst dort anzufangen. Leider hab ich dies gutgläubig versäumt.
Man teilt sich zu dritt eine e-Mail-Adresse und ein Büro, das gleichzeitig Aufenthaltsraum für die Bewohner ist. Die dienstälteren Platzhirsche sitzen sich im 90°-Winkel gegenüber mit dem Rücken halb zur Wand, der Neue sitzt in der Zangenmitte. Es bedarf schon ein gesundes Ego, um in der Mitte zwischen zwei missgünstigen Fremden von beiden Flanken dauerhaft observiert zu sitzen. Veränderungen gestalten sich schwierig: der Dienstälteste mag grundsätzlich keine Veränderungen, die geheime doch-Team-Leiterin nickt seine Haltung unabhängig ihrer evtl. zuvor geäußerten anderweitigen Meinung ab. Wer also irgendetwas tun will, sollte es so planen, dass dies mit der Team-Leitung besprochen und umgesetzt werden kann, bevor der Dienstältere etwas davon mitbekommt.
Das über berufliche Professionalität hinausgehend vertraute „touchy“ Verhältnis zwischen der vermeintlich klassisch nicht-vorhandenen, aber bei Bedarf auf dem Papier dann plötzlich doch-Team-Leitung und dem einen oder anderen Altherren-Vorstandsmitglied führt einem die verdeckten Hierarchien recht deutlich vor‘s Auge. Dabei kann von Führungsqualitäten keine Rede sein. Um in eventuell aufkommenden Konflikten vermitteln zu können, bedarf es ein Minimum an Durchsetzungsvermögen und Charakterstärke. Beides wird hier nur aufgebracht, wenn sich nach unten auf Bewohner oder eben den in der Belegschaft weniger gefestigten Mitarbeiter treten lässt.
Jahresgehalt nach TVöD.
Besondere Entwicklungsperspektiven sind nicht gegeben, was allein der Größe der Einrichtung schon geschuldet ist.
Vorschläge, die zur Verbesserung der Wohn-/Lebensqualität der Bewohner führen könnten, sind ausdrücklich nicht erwünscht. O-Ton zum Vorschlag eines für alle Bewohner zugänglichen Bücherregals mit Bücherspenden: "Die Bewohner sollen sich hier nicht wohl fühlen, das ist hier kein Kindergarten". Außerdem empfehle ich im Vorstellungsgespräch dringend zu erfragen, wie die Reinigung des Büros und des Mitarbeiter-WCs genau erfolgt!