Ein Landesbetrieb der sich selber abschafft!
Gut am Arbeitgeber finde ich
- bis 80% Home-Office / Telerabeit
- Gehalt kommt immer pünktlich
- relativ sicherer Arbeitsplatz
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Unmögliches Personalverhalten. Die Personalabteilung ist ein Witz, da sie den Mitarbeiter als Störfaktor sieht, anstatt ihn als wichtigsten Bestandteil der Organsiation zu sehen und ihn auch dementsprechend wertschätzend zu behandeln. Dort jemanden zu erreichen, der Zeit hat, kompetent und zuständig ist, ist wie ein 6er im Lotto mit Zusatzzahl. Also fast unmöglich. Dort herrscht dazu eine sehr hohe Fluktuation. Warum wohl?
Vorgesetzte die nichts entscheiden, blockieren oder lieber alles aussitzen.
Dem Mitarbeiter erstmal grundsätzlich misstrauen. Ansonsten kann man die Aktionen, die jetzt folgen, obwohl die Vorort-Pflicht weit überfüllt wurde, nicht erklären.
Man möchte nach außen den dynamischen IT-Dienstleister vorgeben, ist aber innerlich eine sehr bürokratische und überformelle Behörde. Das passt nicht zusammen und wird es auch nie. Hier muss dringend Bürokratieabbau betrieben werden.
Verbesserungsvorschläge
Endlich mal ein spürbares "WIR-Gefühl" aufbauen. Den Mitarbeiter als wichtigstes Gut in der Organisation ansehen. Einen wertschätzenden Umgang und eine echte Fehlerkultur aufbauen und dann auch vorleben. Den Mitarbeitern erklären, was die Betriebsleitung und die ganzen GBLs so beruflich machen. Mitbekommen tut man auf jeden Falls nichts.
Fachkarrieren ermöglichen und dazu die eigenen und oft unsinnigen Hürden auflösen. Für mich ist z.B ein ITler (mit 10 Jahren Berufserfahrung) mehr wert, als ein frisch eingestellter Doktor im hD. Dem unbekannten Doktor traut man aber seine Tätigkeit und die Personalverantwortung sofort zu, dem ITler aber nicht die Fachkarriere. Was soll das? So kann man aber auch "Dienst nach Vorschrift" etablieren und födern, bzw. Bewerber direkt abschrecken.
Arbeitsatmosphäre
Abhängig von dem Servicebündel und Aufgabengebiet in dem man arbeitet. Insgesamt (über ganz IT.NRW hinweg) eher als schlecht zu bewerten. Es herrscht oft ein Klima von Angst (mögliche Privatisierung steht immer wieder im Raum) und Verunsicherung (es gehen mehr Mitarbeiter weg als neue hinzukommen).
Kommunikation
Intransparent und ala Bundeswehr von oben herab, in einem Befehlston. Das Intranet ist voll von unwichtigen BlaBla. Wichtige Sachen (für die Belegschaft) werden nicht oder nur temporär und oft sehr zeitversetzt veröffentlicht.
Kollegenzusammenhalt
Extrem abhängig vom Team, in dem man arbeitet. Das geht von super bis "da möchte man nicht tot übern Zaun hängen". Aber durch die enorme Arbeitsbelastung (man bekommt einfach kein neues Personal) wird der Umgangston in den Teams (durch die Überlast) immer rauer.
Work-Life-Balance
Sehr gut. 80% Home-Office oder Telearbeit. Ist aber abhängig vom Vorgesetzten. Hat man dort wieder so einen Mikromanagement Kontrollfreak, kann die Telearbeit drastisch reduziert werden. Auf die 80% hat man nämlich keinen festen Anspruch.
Vorgesetztenverhalten
Hier muss man ganz klar sagen, das bei IT.NRW 95% reine Vorgesetzte arbeiten. D.h. das sind Personen die einem disziplinarisch vorgesetzt sind - mehr nicht. Echte und emphatische Führungskräft, die ihre Mitarbeiter aufbauen, sie motivieren, sie entwickeln, sie auffangen bei Problem, sie bei ihrer Arbeit wohlwollend unterstützen - das sind höchstens 5%. Wir haben auch viele Leute mit einem Doktortitel als Vorgesetzte, die absolut unfähig sind ihre Teams zu führen. Aber das interssiert niemanden. Aber wehe der Mitrarbeiter macht mal einen Fehler - dann geht es aber rund. Und der Vorgesetzte duckt sich ganz schnell weg. Also hier darf man nicht viel von diesem Personenkreis erwarten. Dieser denk nur an sich und sein weiterkommen.
Interessante Aufgaben
Gibt es ein paar ganz wenige. Aber da reinzukommen ist fast unmöglich. Sonst gibt es nur den normalen langweiligen, bürokratischen und extrem formellen Behördenkram.
Gleichberechtigung
Ganz okay. Auch wenn die Gleichstellungsbeauftrage eine reine Frauenbeauftragte ist, deren wichtigste Aufgabe es ist, zu kontrollieren das man richtig "gendert". Wenn man dann der Frau erklärt, das es überhaupt keine Genderpflicht und keine gesetzliche Auflage dazu gibt, wird sie sehr bockig.
Umgang mit älteren Kollegen
Vollkommen okay....man könnte noch etwas mehr Präventionen betreiben. Damit die älteren Kollegen auch noch lange (bestmöglich) für den Dienst einsetzbar sind.
Arbeitsbedingungen
In den 70er Jahren hängengeblieben. Das Hauptgebäude auf der Mauerstrasse, mit dem nackten Betondesign, ist echt langweilig. Die Klimaanlage funktioniert dort auch nur wenn sie will. Die Großraumbüros sind eine unpersönliche Vollkatastrophe. Selbst die Hardware ist Mittelmaß. Tolietten fallen oft Wochen und teilweise Monate aus.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Man redet zwar im Intranet oft und viel über GreenIT etc., aber merken tut man davon nichts.
Gehalt/Benefits
Dank dem veralteten und absolut nicht leistungsbezogenem TV-L, am unteren Ende der Skala. Weit unter dem Verdienst wie bei Kommune oder Bund. Jetzt wird die Personalabtreilung (wie aus der Pistole geschossen) wieder sagen, "Ja, dafür können wir aber nichts". Richtig, aber der TV-L gibt so etwas wie Zulagen, Vorabgewährungen, Übertragung von höherwertigen Tätigkeiten etc. an. Das sollte man auch nutzen und nicht zu ängstlich sein. Hier hat man nämlich Angst davor, das die ganzen Low-Performer, das auch alles haben wollen. Hier müsste man ja dann Entcheidungen fällen, dazu sind aber die Vorgesetzen oft nicht in der Lage oder dazu gewillt.
Image
In der breiten Öffentlichkeit kaum bekannt. Dort wird Imagepflege oder Branding nicht aktiv betrieben. Warum auch? Bürgernähe = Fehlanzeige. In der Landesverwaltung NRW, sehr schlecht. Hier ist man Spielball der Ministerien. Ein bisschen mehr Selbstbewusstsein würde IT.NRW weit nach Vorne bringen. Aber man kuscht lieber.
Karriere/Weiterbildung
Durch oft selbstauferlegte und total unsinnige Hürden, sehr sehr schwer. Mit Vitamin-B und als Ja-Sager kommt man dann aber doch gut weiter. Top Leistung wird leider nicht als Karrierhilfsmittel gesehen. Das Angebot an möglichen Weiterbildungen ist aber wirklich groß. Eigene Schulungsabteilung in Düsseldorf und die Landesakademie in Herne.

