Es tut weh zu bleiben aber es ist zu bequem um zu gehen.
Gut am Arbeitgeber finde ich
Hervorragende Work-Life Balance mit theoretisch hoher Telearbeitsquote. Gutes Gehalt für entsprechend geringe Arbeitslast.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Langsame Bürokratie und veraltete Ausstattung der Büros. Falsche Versprechen durch Vorgesetzte und unstrategische Führung.
Verbesserungsvorschläge
Es ist dringend eine Änderung im Bereich der Ausbildung und des dualen Studiums nötig. Die betreuung variiert je nach Abteilung enorm, die Verantwortlichen in der Ausbildungsabteilung sind in ihrer Position falsch besetzt. Den Auszubildenden wird misstraut, benefits werden abgebaut. Es wird das Gefühl vermittelt weniger Wert zu sein, Probleme werden als "unverhätnismäßige Ansprüche" abgetan. Eigene Abläufe sind nicht bekannt und müssen selber für die Verantwortlichen recherchiert werden.
Nach Ende des dualen Studiums wird unter der Begründung "einer Einarbeitung" außnahmslos für 6 Monate in der Gehaltsstufe EG10 eingestellt. Auch dann, wenn keine Wechsel der Abteilung oder Tätigkeit vorliegt.
Hier wird die Bekämpfung des demografischen Wandles schon an der Wurzel verfehlt.
Arbeitsatmosphäre
Eigeninitiative und Engagement führen häufig zu einer Erhöhung des eigenen Arbeitspensums, ohne dass dies nachhaltig anerkannt oder ausgeglichen wird. Eigene Projekte und Ideen verlaufen nicht selten im Sande, da notwendige Entscheidungen ausbleiben oder stark verzögert werden. Aufgaben werden vielfach nach dem Prinzip „Arbeit fließt dorthin, wo sie erledigt wird“ verteilt, was Zurückhaltung begünstigt und Verantwortung ungleich verteilt. Dies führt regelmäßig zu Frustration durch verlangsamte Arbeitsabläufe und dem Gefühl, trotz Einsatz wenig erreicht zu haben.
Kommunikation
Kommunikation innerhalb der Teams laufen nach meiner Erfahrung gut ab. Es scheitert eher an der Kommunikation mit anderen Teams. Breaking-Changes werden nicht rechtzeitig bekannt gegeben, häufig erhält man keine Antworten auf Anfragen oder Tickets.
Kollegenzusammenhalt
Abhängig von der Abteilung. Mit einigen wenigen ist es möglich effektiv und mit Spaß zusammen zu arbeiten. In der Regel wird sich aber vor der Erteilung von Aufgaben gedrückt. Die Arbeit fließt dann meistens zu den wenigen, kompetenten Mitarbeitern. Hilfeersuchen werden ignoriert um das eigene Arbeitspensum möglichst minimal zu halten.
Work-Life-Balance
Es gibt die Möglichkeit BIS ZU 80% in Telearbeit zu arbeiten. Das schließt allerdings nur das Arbeiten am heimischen Arbeitsplatz ein. Workation oder einfaches Arbeiten aus einem Café sind offiziell nicht möglich. Ab 06:30 Uhr kann den Tag über die Arbeit flexibel selber eingeteilt werden. Niemand arbeitet sich zu Grunde, viele nutzen es aber auch aus.
Vorgesetztenverhalten
Es wird viel versprochen und viel erzählt. In meiner Abteilung bleibt es aber meist dabei. Absprachen werden nicht eingehalten, Entscheidungen ins unendliche aufgeschoben bis sie in Vergessenheit geraten. Es herrscht kein Überblick über die Auslastung und Aufgaben der Mitarbeitenden.
Häufig scheinen die direkten Vorgesetzten eher als Eskalationsmedium zu dienen als aktiv das Team zu leiten und zu fördern.
Interessante Aufgaben
Da wo neue, interessante Aufgaben geschaffen werden könnten, bleibt die Entwicklung meist an Entscheidungen der Vorgesetzten hängen. Die Kompetenzen der Mitarbeitenden in den Teams schwanken massiv, weshalb Aufgaben mit unterschiedlich viel Herzblut bearbeitet werden. Hier wird nur ein minimum geleistet statt das gesamt mögliche Potential auszuschöpfen und sich weiter zu entwickeln.
Umgang mit älteren Kollegen
Mein Gefühl als junger Kollege ist, dass der Umgang mit älteren Kollegen meist gut abläuft. Erfahrungen und Wissen wird gewertschätzt auch wenn oft viel Überzeugungskraft nötig ist um Änderungen herbeizuführen. Leittragend sind hier eher jüngere Kollegen, deren frischer Wind erstickt wird.
Arbeitsbedingungen
Die Büroräume auf der Mauerstraße sind veraltet und wirken typsich für Behörden. Regelmäßig fällt der Vergleich, dass das Gebäude einem Gefängniss ähnelt. Wer nicht gerade ein Büro in den höheren Etagen hat wird leider auch nicht durch einen schönen Ausblick entschädigt. Die Klimatisierung im Gebäude ist nicht funktional. Im Winter ist es zu kalt, im Sommer stickig und warm, Fenster können nicht geöffnet werden. Bürostühle sind durchgesessen oder teilweise defekt.
Positiv lassen sich die kostenlosen Parkplätze hervorheben, wobei kein DeutschlandTicket als Alternative bezuschusst wird.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Es wird viel über Green-IT geredet, wahrnehmen tut man hier aber nichts. Das wmweltschonende Pendeln mit dem DeutschlandTicket wird hingegen von der gesamten Landesverwaltung nicht bezuschusst.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt liegt weit unter der freien Wirtschaft, kann sich aber am Arbeitsaufwand gerechnet sehen lassen. Es ist ein abwegen, ob man ein solides Gehalt für wenig Arbeit und Stress bei IT.NRW bekommen möchte oder wirklich etwas verändern will. Wer gerne seine Zeit absitzt und hier und da ein paar Aufgaben erledigt kommt hier auf einen sehr guten Studenlohn.
Der ständige Stillstand ist aber frustrierend und man stellt sich regelmäßig die Frage, warum man bleibt.
Image
IT.NRW erfüllt viele Klischees des öffentlichen Dienstes aber nicht alle.
Karriere/Weiterbildung
Begründete und gewünschte Fortbildungen werden gerne finanziert und unterstützt. Es gibt eine große Auswahl an internen Fortbildungen aber auch externer Dienstleister.
Ohne den richtigen Abschluss ist ein Aufstieg in höhere Ebenen schwer.

