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Interessante Projekte, aber deutliche Diskrepanz zwischen Außenauftritt und Arbeitsalltag

2,8
Nicht empfohlen
Angestellte/r oder Arbeiter/inHat zum Zeitpunkt der Bewertung für dieses Unternehmen in Berlin gearbeitet.

Gut am Arbeitgeber finde ich

Die Projekte sind fachlich interessant und bieten grundsätzlich die Möglichkeit, Verantwortung zu übernehmen und unterschiedliche Themen kennenzulernen. Besonders positiv sind die Kolleginnen und Kollegen: Viele sind engagiert, hilfsbereit und fachlich sehr kompetent.

Der Münchner Standort ist zudem, wie Berlin und Stuttgart auch, in den letzten Jahren gewachsen und bietet dadurch grundsätzlich Gestaltungsmöglichkeiten. Wer eigene Ideen und Energie mitbringt, kann Prozesse, Tools und Arbeitsweisen mitentwickeln.

Positiv finde ich außerdem die grundsätzlich vorhandene Offenheit für neue Methoden und digitale Lösungen. Das Problem ist aus meiner Sicht weniger der Wille zur Weiterentwicklung, sondern die fehlende Konsequenz bei der Umsetzung und Priorisierung.

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

Ich beziehe mich auf den Standort München. Die größte Diskrepanz sehe ich zwischen Außenauftritt und tatsächlichem Arbeitsalltag. Nach außen wirkt JKM modern, agil und mit flachen Hierarchien. Intern erlebt man vieles deutlich klassischer, hierarchischer und stärker von einzelnen Führungskräften abhängig.

Im Bewerbungsprozess werden aus meiner Sicht teilweise größere Verantwortungsbereiche vermittelt, als später tatsächlich vorhanden sind. Aus Projektleitung und ganzheitlichen Rollen werden in der Praxis bei größeren Projekten häufig klar abgegrenzte Einzelrollen. Auch beim Thema Homeoffice wird Flexibilität vermittelt, die im Alltag stark von der Führungskraft und deren Vorgaben abhängt.

Verbesserungsvorschläge

Mehr Vertrauen statt Mikromanagement, verlässlichere Prioritäten und nachvollziehbare Entscheidungen. Führung sollte stärker über fachliche und soziale Kompetenz definiert werden und weniger über persönliche Nähe, Sichtbarkeit und Loyalität.

Außerdem wäre mehr Konsequenz bei etablierten PM-Standards sinnvoll. Statt ständig neue Tools und Methoden einzuführen, sollte man bestehende Strukturen erst einmal sauber etablieren und weiterentwickeln.

Arbeitsatmosphäre

Der Zusammenhalt unter den Kolleginnen und Kollegen ist überwiegend gut. Die Atmosphäre wird allerdings stark durch die jeweilige Führungskraft geprägt. Persönliche Nähe und Sichtbarkeit scheinen teilweise wichtiger zu sein als ausschließlich fachliche Leistung.

Image

Deutliche Diskrepanz zwischen Außenwirkung und Alltag. Modernes New Work, Eigenverantwortung und flache Hierarchien werden nach außen stark betont. Im Alltag wirkt die Organisation teilweise sehr klassisch und hierarchisch.

Work-Life-Balance

Eher schwach. Lange Arbeitstage sind keine Seltenheit. Bereitschaft nach Feierabend und bei vermeintlich dringenden Themen auch im Urlaub werden erwartet. 20 % Mehrarbeit sind bereits pauschal abgegolten. Wer nur seine normale Arbeitszeit arbeitet, kann schnell als wenig engagiert wahrgenommen werden.

Karriere/Weiterbildung

Auf dem Papier gibt es Zielvereinbarungen, Rollenprofile und Entwicklungskriterien. In der Praxis sind Beförderungsentscheidungen aus meiner Sicht nicht transparent. Leistung und übernommene Verantwortung scheinen nicht allein entscheidend zu sein; Sichtbarkeit und das persönliche Verhältnis zur Führung spielen eine große Rolle.

Gehalt/Benefits

Das Gehalt ist branchenüblich. Allerdings wird ein Teil des Gehalts als Bonus ausgezahlt, daher ist dieser nicht garantiert.

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Keine wesentlichen Punkte, die ich hier besonders hervorheben würde.

Kollegenzusammenhalt

Überwiegend gut. Viele Kolleginnen und Kollegen sind engagiert, hilfsbereit und fachlich sehr kompetent.

Umgang mit älteren Kollegen

Das Team ist tendenziell jung.

Vorgesetztenverhalten

Vorgesetztenverhalten

Hier sehe ich den größten Verbesserungsbedarf. Führung wird teilweise als launisch, kontrollierend und inkonsistent erlebt. Entscheidungen und Prioritäten werden nicht immer nachvollziehbar begründet, gleichzeitig gibt es viel Mikromanagement bis in laufende Projekte hinein.

Teilweise fehlt es aus meiner Sicht auch an der notwendigen fachlichen Tiefe und PM-Erfahrung auf Führungsebene. Gerade bei einem Beratungsunternehmen mit entsprechendem fachlichem Anspruch hätte ich hier mehr methodische Sicherheit und Vorbildfunktion erwartet.

Besonders schwierig ist der Umgang mit Fehlern und Problemen: Verantwortung wird aus meiner Sicht häufig nach unten weitergegeben und Mitarbeitende sollen die Folgen auffangen, auch wenn die Ursache nicht in ihrem Verantwortungsbereich liegt. Gleichzeitig werden Fehler oder problematisches Führungsverhalten nicht immer mit denselben Maßstäben betrachtet.

Kritisches Feedback wird dadurch nicht immer als Möglichkeit zur Verbesserung aufgenommen. Insgesamt würde ich mir mehr fachliche Führung, nachvollziehbare Entscheidungen, Verantwortungsübernahme auf Führungsebene und eine stärkere Vorbildfunktion wünschen.

Arbeitsbedingungen

Die Arbeitsbedingungen sind grundsätzlich gut ausgestattet, aber die tatsächliche Flexibilität ist geringer als im Bewerbungsprozess vermittelt. Homeoffice hängt stark von der jeweiligen Führungskraft und deren Vorgaben ab. Auch kurzfristige Umplanungen gehören zum Alltag.

Kommunikation

Prioritäten ändern sich teilweise täglich oder sogar mehrmals am Tag. Vieles wird kurzfristig als dringend behandelt, sodass verlässliche Planung schwierig ist. Gleichzeitig werden Entscheidungen nicht immer ausreichend erklärt.

Gleichberechtigung

Aus meiner Sicht nicht der zentrale Kritikpunkt. Die größeren Unterschiede entstehen eher durch die Nähe zur Führungsebene und die jeweilige Sichtbarkeit.

Interessante Aufgaben

Die Projekte sind grundsätzlich interessant und anspruchsvoll. Allerdings sollte man im Bewerbungsgespräch genau klären, wie viel tatsächliche Projektverantwortung man bekommt. Die Außendarstellung vermittelt teilweise eine ganzheitliche Projektsteuerung, während man in größeren Projekten häufig nur eine Einzelrolle innerhalb übergeordneter Strukturen übernimmt.

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