Schade..man könnte mehr draus machen..
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre ist stark belastet. Häufige personelle Wechsel im Team – bedingt durch befristete Verträge – führen dazu, dass das Team ständig neu gemischt wird und keine langfristige Stabilität entsteht. Diese ständigen Veränderungen wirken sich auch auf die Kindergruppen aus, da die Kontinuität und Verlässlichkeit für die Kinder fehlt.
Zudem kommt es häufig vor, dass Stimmungsschwankungen auf Leitungsebene direkt an den Mitarbeitenden ausgelassen werden. Kritik oder ehrliche Rückmeldungen werden nicht konstruktiv aufgenommen, und Krankmeldungen oder offene Meinungsäußerungen können zu negativen Konsequenzen führen. Dies führt zu einem Klima der Unsicherheit, Anspannung und des Misstrauens innerhalb des Teams.
Positiv ist, dass innerhalb des Teams Zusammenhalt besteht und sich stabile Beziehungen zwischen einigen Kolleginnen und Kollegen gebildet haben. Gespräche und Austausch werden gepflegt, und es gibt Unterstützung untereinander, insbesondere in kleinen, engen Arbeitsgruppen.
Work-Life-Balance
Die Work-Life-Balance in diesem Umfeld ist stark reglementiert und bietet nur wenig Flexibilität. Urlaube müssen bereits bis Oktober des Vorjahres geplant werden, Tage auf Reserve können nicht zurückgehalten werden, und Urlaub in den Schulferien ist ausschließlich Kollegen mit Kindern vorbehalten. Außerdem wird Urlaub erst nach Teamdiskussion genehmigt, was die Planung zusätzlich erschwert.
Geregelte Arbeitszeiten werden selten eingehalten, und häufig fallen Überstunden an. Der Abbau dieser Überstunden erfolgt meist nach Vorgaben der Leitung, sodass die eigene Planung kaum Einfluss hat. Bei der Dienstplanung gibt es feste Rollen, Änderungen aufgrund persönlicher Umstände müssen jedoch selbst organisiert und anschließend von der Leitung abgesegnet werden.
Insgesamt ergibt sich ein Umfeld mit hoher Planungsstruktur, aber eingeschränkter individueller Flexibilität. Dies kann für Personen, die klare Vorgaben schätzen, geeignet sein, während diejenigen, die selbstbestimmte Arbeitszeiten und Urlaubsplanung wünschen, Einschränkungen und Stress erleben können.
Kollegenzusammenhalt
Innerhalb der Einrichtung bildeten sich kleinere Teams, die in den meisten Fällen gut miteinander auskamen und effektiv zusammenarbeiteten. Diese Kleingruppen konnten untereinander gut kooperieren und zeigten ein funktionierendes Zusammenarbeitsklima.
Leider kam es jedoch auch zu negativen Dynamiken. Es gab vereinzelt Lästereien und bekannte Mobbingfälle, bei denen die Leitung keine konsequenten Maßnahmen ergriff. Dies führte dazu, dass betroffene Mitarbeiter die Einrichtung teilweise verlassen haben.
Ein weiterer belastender Faktor ist die häufige Durchmischung des Teams. Viele Kollegen arbeiten auf befristeten Verträgen, die nicht verlängert werden, während gleichzeitig neues Personal eingestellt wird. Durch ständige Wechsel der Gruppenleitungen und Neuorganisation der Gruppen entstehen Unzufriedenheit bei den Mitarbeitern und den Eltern. Diese Fluktuation wirkt sich auch langfristig negativ auf die Kontinuität und Stabilität für die Kinder aus.
Insgesamt zeigt sich, dass trotz guter Zusammenarbeit in einzelnen Teams strukturelle und personelle Herausforderungen bestehen, die den Zusammenhalt im gesamten Kollegium beeinträchtigen.
Vorgesetztenverhalten
Es zeigen sich deutliche Unterschiede im Führungsverhalten zwischen der Leitung und der stellvertretenden Leitung. Die stellvertretende Leitung wird von den Mitarbeitenden als empathisch, zugänglich und lösungsorientiert wahrgenommen. Sie nimmt Anliegen ernst, sucht nach praktikablen Wegen und vermittelt ein unterstützendes Gefühl.
Die Leitung hingegen zeigt ein eher wechselhaftes Verhalten. Einerseits tritt sie freundlich und offen für neue Ideen auf, andererseits erleben Mitarbeitende immer wieder Situationen, in denen Kritik oder abweichende Meinungen nicht willkommen sind. In solchen Fällen wird deutlich spürbar, wie die Leitung über die jeweilige Person denkt. Auch bei krankheitsbedingten Ausfällen zeigt sie häufig wenig Verständnis und reagiert launisch. Zusätzlich wird berichtet, dass über Mitarbeitende in deren Abwesenheit negativ gesprochen wird.
Besonders problematisch wirkt der Umgang mit Konflikten im Team: Wenn es zu Mobbing kommt, wird nicht aktiv eingegriffen. Dadurch fühlen sich Betroffene allein gelassen und ziehen sich im schlimmsten Fall aus der Einrichtung zurück.
Kommunikation
Es fanden regelmäßige Teambesprechungen innerhalb der Kleinteams statt, zusätzlich gab es etwa einmal im Monat eine Teamberatung für das gesamte Team.
Die Kommunikation außerhalb dieser Meetings erfolgte jedoch häufig indirekt, wodurch Informationen oft nicht auf direktem Weg weitergegeben wurden. Dies führte gelegentlich zu Missverständnissen und Problemen im Arbeitsablauf.
Die Kommunikation seitens der Leitung war stark stimmungsabhängig. Während sie in manchen Situationen freundlich und konstruktiv war, kam es wiederholt vor , dass über anwesende Kolleg:innen in ihrer Abwesenheit negativ gesprochen wurde. Dies wirkte unprofessionell und beeinträchtigte das Arbeitsklima.


