Mehr Schein als Sein – ein toxisches Arbeitsumfeld, das psychisch zermürbt
Arbeitsatmosphäre
Die Stimmung war dauerhaft angespannt. Offenheit oder ehrliche Kommunikation wurden nicht gefördert. Wer Probleme ansprach, wurde ignoriert oder abgeblockt. Wertschätzung? Fehlanzeige.
Image
Ich bin ehrlich gesagt froh, wenn mich niemand mehr auf diese Firma anspricht. Jedes Mal, wenn jemand fragt, was dort eigentlich los ist, möchte man sich nur noch fremdschämen. Nach außen wird ein professionelles und modernes Image präsentiert – die Realität sieht jedoch komplett anders aus. In der Region kennt man den Namen, aber nicht im positiven Sinne. Die Mundpropaganda ist katastrophal, sowohl bei ehemaligen Mitarbeitenden als auch bei Kund:innen. Die Unzufriedenheit ist weit verbreitet. Besonders peinlich: Das Auftreten auf Messen – mit betrunkenen Mitarbeitenden, die das ohnehin schon wackelige Image endgültig ruinieren.
Work-Life-Balance
Bauleiter / Monteure wurden in ihrem krank / Urlaub gefragt ob sie eher auf Arbeit kommen können weil zu wenig personal vorhanden ist. Überstunden über Überstunden wurden geleistet. Es wurde keinem gedankt, geschweige denn ausgezahlt.
Von einer echten Balance konnte hier keine Rede sein. Selbst im Krankheitsfall wurde ich mehrfach von Kolleg:innen und sogar vom Geschäftsführer kontaktiert – schlicht, weil es keine funktionierende Vertretungsregelung gab. Besonders frustrierend war, dass mein direkter Vorgesetzter – der eigentlich in der Lage sein sollte, meine Aufgaben zu überblicken – mich nicht vertreten konnte, da er offenbar keinerlei Verständnis für sein eigenes Verantwortungsgebiet hatte. Entspannung oder Erholung war unter diesen Bedingungen unmöglich.
Kollegenzusammenhalt
Der Zusammenhalt unter den Mitarbeitenden war sehr gut – gerade jene, die mehrere Jahre dabei waren und die internen Abläufe sowie die wiederkehrenden Probleme kannten, haben sich gegenseitig unterstützt und für ein wenig Stabilität gesorgt. Es gab ein echtes „Wir-Gefühl“ unter denen, die wussten, worauf sie sich eingelassen hatten. Letztlich saßen wir aber alle im selben Boot und mussten mit denselben schwierigen Rahmenbedingungen zurechtkommen
Vorgesetztenverhalten
Absolute Katastrophe!!
Führungskräfte waren fachlich und menschlich überfordert. Unterstellte mussten ihnen die eigenen Aufgaben erklären. Infos wurden zurückgehalten oder verdreht, Urlaubszettel verschwanden in der Unordnung. Vertrauen? Nicht möglich – es wurde getratscht, verdreht, gedeckt. Kein professionelles oder respektvolles Verhalten. Herablassendes Verhalten und gegenüber Frauen sehr demütigend.
Arbeitsbedingungen
Die Arbeitsbedingungen waren in vielerlei Hinsicht eine Zumutung. Monteure mussten mit überladenen, technisch nicht geeigneten Fahrzeugen unterwegs sein – mehrfach kontrolliert von der Polizei. Sicherheitsausrüstung? Kaum vorhanden oder völlig unzureichend. Es wurde an allem gespart, was nicht unmittelbar Geld einbringt – selbst auf Kosten der Gesundheit der Mitarbeitenden. Die Büro- und Arbeitsräume waren im Sommer extrem stickig, keine Klimaanlage, keine Belüftung. Dazu ein enorm hoher Lärmpegel, teils durch aufbrausendes Verhalten einzelner Mitarbeitender. Von einem professionellen, sicheren oder angenehmen Arbeitsumfeld kann hier keine Rede sein.
Kommunikation
Die Kommunikation seitens der Führungskräfte war in vielen Situationen respektlos und inakzeptabel – insbesondere gegenüber weiblichen Mitarbeitenden wurde häufig ein herablassender Ton angeschlagen. In Stresssituationen kam es regelmäßig vor, dass sich Vorgesetzte im Ton vergriffen haben – bis hin zu lautem Anschreien auf offener Fläche. Eine professionelle Gesprächskultur war kaum vorhanden.
Kritik oder Vorschläge wurden häufig verdreht weitergegeben, um sich selbst bei der Geschäftsführung besser darzustellen. Es entstand oft der Eindruck, dass Aussagen bewusst manipuliert wurden, um andere Mitarbeitende in ein schlechtes Licht zu rücken. Transparenz, Ehrlichkeit und gegenseitiger Respekt in der Kommunikation? Keineswegs vorhanden.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt war grundsätzlich in Ordnung – es könnte aber durchaus besser sein, gerade im Hinblick auf die Vielzahl zusätzlicher Aufgaben, die im Laufe der Zeit einfach mit übernommen wurden. Mehrfach wurde das angesprochen, aber es gab keinerlei Entgegenkommen. Weder Dankbarkeit noch Wertschätzung – weder in Form von Feedback noch in Form von zusätzlichen Leistungen. Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld, Prämien? Fehlanzeige. Man hatte zu keiner Zeit das Gefühl, dass der Einsatz anerkannt wird. Und am Ende stellt sich die Frage: Was nützt ein Gehalt, wenn die eigene psychische Gesundheit unter dem toxischen Arbeitsumfeld und der destruktiven Führung leidet?
Gleichberechtigung
Als Frau hast du in diesem Unternehmen de facto nichts zu sagen. Ideen, Kritik oder Anregungen wurden kaum ernst genommen – oft wurde man sogar dafür belächelt. Von echter Gleichbehandlung keine Spur. Die Geschäftsführung zeigte wenig Interesse an einem respektvollen Umgang auf Augenhöhe, und die neuen Vorgesetzten trugen mit ihrer respektlosen Art zusätzlich dazu bei, dass man sich nicht ernst genommen, sondern herabgewürdigt fühlte. Eine Kultur der Gleichberechtigung existiert hier schlicht nicht.
Interessante Aufgaben
Die größte Herausforderung bestand nicht in den Aufgaben selbst, sondern darin, sich Tag für Tag neu zu motivieren, um in diesem toxischen Umfeld mental stabil zu bleiben. Es ging weniger um fachliche Leistung, sondern vielmehr darum, die Kontrolle über sich selbst zu behalten, um nicht völlig daran zu zerbrechen. Wer hier langfristig arbeitet, braucht eine starke Psyche – andernfalls droht man, ernsthaft daran kaputtzugehen.