Ihr Unternehmen?

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Justizvollzugsanstalt 
Leipzig 
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Krankenhaus
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Ihr Unternehmen?

Alles für´n Gefangenen! Ach ja. Wir haben noch Personal. Ach, egal.

1,4
Nicht empfohlen
Hat zum Zeitpunkt der Bewertung für dieses Unternehmen in Leipzig gearbeitet.

Gut am Arbeitgeber finde ich

Da die Leipziger Anstalt wirklich nahezu gar nichts gegen, sondern eher für den verhältnismäßig hohen Krankenstand tut, ist es erfreulich, dass die Lösung für den abgelehnten einwöchigen Urlaubsantrag (Ablehnung gewöhnlich nicht kommuniziert) dann der Krankenschein für mindestens zwei Wochen ist.
Urlaub gespart - trotzdem frei gehabt. Und sogar noch mehr als mit Urlaub geplant.

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

Hier sind so viele Vorgesetzte und Leute, die der Meinung sind, dass diese Entscheidungen fällen können und dürfen und an der Leitung der Anstalt maßgeblich beschäftigt sind, dass sich am Ende Jeder auf den Anderen verlässt und nichts entschieden wird und alles irgendwo liegen bleibt.
Wir haben so eine enorme Hierarche, dass manchmal die linke Hand nicht weiß, was der rechte Fuß gerade unterschreibt. Ausbügeln muss es dann der oder die Bedienstete im Stationsdienst. Mit den Worten "Augen auf bei der Berufswahl."

Verbesserungsvorschläge

Verbesserungsvorschläge für Anstaltsleitung und Vorgesetzte:
Sprechen Sie bitte dringend und unbedingt mit Ihrem Personal!!!!
Seien Sie in allen Belangen, jedoch vor allem in den Entscheidungen, transparent und informieren Sie Alle - vielleicht nicht mal nur per weitergeleitete Mail!!!!!
Zeigen Sie dem Personal, dass diese nicht nur Mittel zum Zweck sind, sondern im Großen und Ganzen die elitären Aufgaben des Justizvollzuges bewältigen und dieses auch sehr gut. Und somit auch sehr oft die Anstalt "retten" und ihren Job wirklich gut machen. Alle Mitarbeiter "klein zu halten" und " klein zu reden" hilft auf die Dauer sicher nicht. Und nicht zu informieren wird den Gossip immer weiter fördern.

Arbeitsatmosphäre

Kein Tadel ist Lob genug.

Bsp:
Nach einem anstrengenden und ereignisüberwerfendes Wochenende mit zahlreichenden Zugängen, welche man schon im Regelvollzug unterbringen muss, da der Platz auf der Zugangsstation nicht mehr ausreicht. Mit Verlegungen in einen besonders gesicherten Haftraum und aktiven Widerstand des Gefangenen. Ein Gast tat sich selber sehr stark weh. Gefangene einer Station verlassen nicht mehr den Aufenthalt im Freien ins Hafthaus - nur nach professionellen Handeln der Bediensteten gelingt dies. Und den ganz normalen und täglichen Beleidigungen, verbalen Angriffen, Bespucken und dem Aushalten der extremen Geräuschkulisse durch Schlagen an die Haftraumtür und dem permanenten Bedienen des Notrufes und Rumgebrüll - usw - klopfen sich Vorgesetzte auf die Schulter, wie gut man das Wochenende bewältigt habe und wie gut man sei (Niemand davon war am Wochenende im Dienst!). Und dann wird trotzdem noch geschaut, geprüft und befragt, wer eventuell einen Fehler am Wochenende gemacht haben könnte - anstatt froh zu sein, dass alles geklappt und funktioniert hat und die Bediensteten die Arbeit bewältigt haben und am folgenden Tag selbstverständlich wieder zum Dienst erschienen.

Image

Die erste Frage an Auszubildenden von ausgebildeten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern lauten: "Habt ihr euch das richtig überlegt?", "Wollt ihr das wirklich euer ganzen Leben lang tun?", "In der freien Wirtschaft könnte man mehr Geld viel entspannter verdienen.", "Wieso tut ihr euch das an?". Das spricht ja schon mal für sich.
Ältere Bedienstete berichten oft, dass diese deren Enkelkindern die Ausbildung oder die Arbeit im Justizvollzug regelrecht verbieten.

Zwei oder drei Bedienstete gehen offensichtlich hin und wieder mal auf Berufsmessen um dort für die Tätigkeit im Justizvollzug zu werben. Da ich persönlich jedoch noch nicht ein einziges Mal gehört habe, dass jemand dadurch auf die Idee kam in Leipzig in der JVA zu arbeiten - wird der Antrieb und die Motivation dieser zwei oder drei Bediensteten eine andere sein, als die Personalgewinnung.

Work-Life-Balance

Mehr WORK als LIFE.
Die Dienststelle bestimmt über Aufbau von Überstunden, Abbau von Überstunden, wann Urlaub genommen wird, wann kein Urlaub genommen wird, wann man zum Dienst kommt und wann man nicht zum Dienst kommt.
Und dann wird man noch gefragt (im besten Fall - wenn es nicht einfach festgelegt wird), wenn man irgendwo einspringen oder aushelfen oder etwas übernehmen soll.
Wo bleibt da das LIFE, wenn man sich permanent nach dem WORK richten muss - ohne wenigstens ein bisschen daran mitzuwirken oder mitzugestalten?

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Kinderspielplatz für die Kinder der Gefangenen innerhalb der Anstalt? Wirklich? Ehrlich?
Aber nicht mal ein Dach für den Fahrrad-Unterstellplatz für die Bediensteten?

Da sieht man an welcher Stelle das soziale Herz klopft - nicht an der Stelle für die Bediensteten.

Karriere/Weiterbildung

Die Leitung und die Vorgesetzten wissen offensichtlich selber nicht wen diese auf Fortbildungslehrgänge und mit welchem Ziel schickt. Hier werden Leute auf Führungskräftelehrgänge geschickt, die niemals jemals vorhaben überhaupt Vollzugsabteilungsleiter zu werden.

Fortbildungswünsche werden mit den Worten,: "Das brauchst Du nicht mehr." oder "Du bist zwar aus dem aVD, aber bist ja in den Arbeitsbetrieben tätig." abgelehnt.

Konkretes Beispiel:
Ein Bediensteter möchte gern ein Nebenamt begleiten und dazu ausgebildet werden. Der Fortbildungsbeauftragte, der mit dem Mitarbeiter keinerlei Berührungspunkte hat, entscheidet mit den Worten: "Ich sehe Dich dort überhaupt nicht. Abgelehnt."

Und dann ist dieses Jahr "Beurteilungsjahr" und es wird wieder heißen, dass man nicht bereit sei, sich fort zu bilden oder Nebentätigkeiten aufzunehmen.
LÄCHERLICH!!!

Kollegenzusammenhalt

In meinen Augen ist das die einzige Rettung und der einzige Grund, warum diese Anstalt noch funktioniert. Der Zusammenhalt innerhalb der Abteilungen der Bediensteten im Hafthaus ist nicht nur dienstlich nahezu hervorragend. Man hilft und vertritt sich gegenseitig. Das soll wohl in anderen Bereichen, wie im Justizvollzugskrankenhaus oder der Funktionsdienste, nicht so sein.
Auch wenn in den vergangenen Jahren gemeinsame Partys und Veranstaltungen leider abgenommen haben müssen/sollen.

Vorgesetztenverhalten

Zählt es auch als Entscheidung, zu entscheiden, dass man nichts entscheidet?

Man muss hier unterscheiden über Entscheidungen in Personalangelegenheiten und Gefangenenangelegenheiten.

Personalangelegenheiten:
Sobald es unangenehm oder vielleicht auch etwas anstrengend werden könnte, wird nichts mehr entschieden. Man sitzt es aus. Es passiert einfach nichts. Auch auf mehrmaligen Drängen und Ansprechen diesbezüglich an Vorgesetzte wird man im besten Fall getröstet und es gibt keinerlei Entscheidungen oder man wird hingehalten bis es sich vielleicht ohne Zutun erledigt hat oder man einfach aufgibt.

Gefangenenangelegenheiten:
Entscheidungen diesbezüglich sind oft gar nicht nachvollziehbar. Jedoch eröffnet nicht der "Entscheider" seine Entscheidung dem Gefangenen, sondern genau das Personal, die bei den Entscheidungsfindungen nie mit einbezogen werden. Und wann kommen die schwerstwiegenden oder unangenehmsten Entscheidungen zur Eröffnung an den Gefangenen? Richtig. Freitagnachmittag. Wo die "Entscheider" nicht mehr da sind.

Arbeitsbedingungen

Höhenverstellbare Schreibtische gibt es mittlerweile in vielen - aber noch lange nicht in allen Bereichen. Seltsam daran ist, dass oft dort ein höhenverstellbarer Tisch steht, wo dieser NIE genutzt wird und der oder die Bedienerin oder Bediener IMMER sitzt. Und dort, wo man sich einen höhenverstellbaren Tisch wünscht und diesen vielleicht sogar dringend benötigt, kommt einfach keiner hin.
Die Bediensteten im Hafthaus nutzen die Gemeinschaftsküchen der Gefangenen mit - da man sonst gar keine große Möglichkeit hat sich Essen, Tee, Getränke zuzubereiten. In der Verwaltung gibt es zwei Mitarbeiterküchen.
Trinkwasserspender, wie in anderen Anstalten, gibt es in Leipzig nicht. Hier erhielten wir mal eine Mail vom Anstaltsleiter, dass man doch das Leitungswasser trinken könne - dies sei in diesem Moment allerdings noch nicht geprüft und eine Trinkwassernutzung für das Leitungswasser gäbe es nicht.
Listen, Übersichten, Dokumentationen, Tabellen ... und es wird immer mehr. Aber einen zweiten Bildschirm am Computerarbeitsplatz erhalten nur ausgewählte und wenige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Bürostühle im 3-Schicht-Betrieb und 7-Tage-Woche sind immer zweite Wahl und kaputt.

Kommunikation

Kommunikation? Welche Kommunikation?
Wenn Gossip dazuzählt, dann möchte ich gern die Sterne auf 5 erhöhen/ändern.
Gequatscht wird viel. Hinter dem Rücken. Aber mit den betroffenen Personen - AUF GAR KEINEN FALL!!! Bloß nicht.
Alle und Jeder weiß angeblich bestens über einzelne Personen und/oder Situationen bescheid. Aber niemand hat jemals die Person gefragt, gesprochen oder in irgendeiner Form kommuniziert.
Und somit ist der Gossip auch völlig nachvollziehbar, wenn Ergebnisse, Erfolge und Informationen immer nur im Konferenzraum bleiben und maximal in Fahrgemeinschaften weitergetragen werden und dann ihren Weg nehmen.
Transparenz? Fehlanzeige!

Interessante Aufgaben

Ausgestaltung auf den eigenen Aufgabenbereich hat man nahezu nicht. Naja. Okay. Ich kann meinen eigenen Stift benutzen, weil die dienstlich bereitgestellten Materialien maximal von Vormittag bis Nachmittag halten.

Es gibt Arbeitsbereiche, wo man auch mal eineinhalb Stunden ohne Aufgaben am Tisch sitzt. Dann gibt es wieder Bereiche, wo man heimlich in der Türzarge schnell etwas essen muss, weil man es sonst nicht schafft (und wird dann noch darauf hingewiesen, dass das nicht erwünscht sei).

In der Regel ist es so, dass man irgendwo willkürlich eingesetzt wird und dann bleibt das erstmal so. Junge Kolleginnen und Kollegen des aVD möchten gern ins Hafthaus auf Station und kommen direkt nach der Ausbildung in den Fahrdienst oder der Torwache, weil sonst dort niemand arbeiten wolle. Also das genaue Gegenteil.

Manchmal werden herausgehobene Dienstposten ausgeschrieben und man erhält die Chance sich darauf zu bewerben - manchmal nicht. Und der Dienstposten wird einfach so vergeben.


Umgang mit älteren Kollegen

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Arbeitgeber-Kommentar

Claudia EhrlichReferentin Personalbindung

Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit für Ihre ausführliche Rückmeldung genommen haben. Es wird deutlich, dass Ihnen die Arbeit im Justizvollzug und die Menschen, die sie leisten, wichtig sind.

Wir möchten Ihre Hinweise gern besser verstehen und laden Sie deshalb zu einem vertraulichen Austausch ein. Sie erreichen mich hierfür unter 0371/5295-554.

Mit freundlichen Grüßen

Claudia Ehrlich