Guter Bewerbungsprozess, aber große Diskrepanz zwischen Anspruch und Arbeitsalltag
Gut am Arbeitgeber finde ich
Die Arbeitsatmosphäre und der Umgang unter den Kollegen waren grundsätzlich gut. Die Kollegen waren hilfsbereit und der Zusammenhalt war aus meiner Sicht in Ordnung.
Positiv fand ich außerdem die flexiblen Arbeitszeiten und die Möglichkeit zum mobilen Arbeiten bzw. Homeoffice. Auch die Einarbeitung war grundsätzlich umfangreich und hat einen breiten Einblick in die verschiedenen Unternehmensbereiche ermöglicht.
Der Bewerbungsprozess selbst war ebenfalls positiv. Die einzelnen Schritte waren klar strukturiert und wurden zügig durchgeführt: zunächst ein Gespräch mit HR, anschließend ein Gespräch mit der Entwicklung, danach eine Coding-Aufgabe, ein Nachgespräch und schließlich die Vertragsphase. Insgesamt hatte ich hier einen professionellen und gut organisierten Eindruck.
Allerdings zeigte sich später eine deutliche Diskrepanz zwischen dem Bewerbungsprozess und dem tatsächlichen Arbeitsalltag. Insbesondere die Coding-Aufgabe vermittelte aus meiner Sicht einen deutlich stärkeren Fokus auf klassische Softwareentwicklung, als dieser im späteren Arbeitsalltag mit der starken Ausrichtung auf JobRouter und Low-Code tatsächlich vorhanden war.
Das Gehalt empfand ich gemessen an meiner damaligen Berufserfahrung als angemessen.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Die größte Schwäche sehe ich in der technischen Ausrichtung und den Rahmenbedingungen für Entwickler. Die starke Fokussierung auf Low-Code mit JobRouter empfand ich als deutlich einschränkend, insbesondere wenn man aus der klassischen Softwareentwicklung kommt und moderne Entwicklungsstandards gewohnt ist.
Besonders kritisch empfand ich die teilweise sehr heterogene Kundeninfrastruktur. Bei einzelnen Kunden gab es beispielsweise nur ein Produktivsystem, sodass Änderungen direkt auf dem Live-System vorgenommen werden mussten. Teilweise erfolgte der Zugriff auf diese Systeme sogar über TeamViewer. Aus meiner Sicht ist das für eine professionelle Softwareentwicklung keine zeitgemäße Arbeitsweise. Eine klare Trennung zwischen Entwicklungs-, Test- und Produktivumgebung sowie ein standardisierter und sicherer Zugriff wären hier aus meiner Sicht dringend erforderlich.
Auch die technische Dokumentation war in vielen Bereichen nicht ausreichend vorhanden. Informationen mussten teilweise aktiv bei Kollegen erfragt werden, was insbesondere die Einarbeitung erschwert.
Organisatorisch gab es viele Meetings, gleichzeitig musste man Informationen oder benötigte Unterstützung teilweise selbstständig bei verschiedenen Ansprechpartnern einholen. Auch bei Aufgaben und Prozessen bestand aus meiner Sicht Verbesserungspotenzial.
Für jemanden, der als Softwareentwickler eine klassische, technisch anspruchsvolle Entwicklungsumgebung erwartet, würde ich daher empfehlen, sich vor einer Bewerbung sehr genau über den tatsächlichen Arbeitsalltag und den Anteil an Low-Code-Entwicklung zu informieren.
Verbesserungsvorschläge
Aus meiner Sicht sollte stärker in eine moderne und standardisierte technische Infrastruktur investiert werden. Unterschiedliche Kundenumgebungen, teilweise veraltete Softwarestände sowie fehlende oder nicht einheitlich vorhandene Testsysteme erschweren eine saubere und sichere Entwicklung.
Ebenso sehe ich Verbesserungspotenzial bei der technischen Dokumentation und bei der internen Organisation. Viele Informationen mussten aktiv bei Kollegen erfragt werden, wodurch gerade die Einarbeitung unnötig erschwert wird. Weniger und dafür zielgerichtetere Meetings sowie klarere Verantwortlichkeiten könnten ebenfalls die Produktivität erhöhen.
Aus Entwicklersicht würde ich außerdem empfehlen, wieder stärker auf klassische Softwareentwicklung und automatisierte Prozesse zu setzen, anstatt Aufgaben durch manuelle Arbeit und stark eingeschränkte Low-Code-Lösungen abzubilden. Gerade bei einem technisch ausgerichteten Beratungsunternehmen sollte die Entwicklungsumgebung den Mitarbeitern ermöglichen, effizient und zeitgemäß zu arbeiten.
Arbeitsatmosphäre
Atmosphäre grundsätzlich gut
Kommunikation
Viele Meetings, trotzdem häufig Hinterherlaufen
Kollegenzusammenhalt
Kollegen waren grundsätzlich in Ordnung
Work-Life-Balance
Flexible Arbeitszeiten + mobiles Arbeiten
Vorgesetztenverhalten
Teilweise schwer erreichbar, wenig Führung im Alltag
Interessante Aufgaben
Grundsätzlich okay, openRPA interessant, JobRouter stark begrenzend
Gleichberechtigung
Keine gravierenden negativen Erfahrungen
Umgang mit älteren Kollegen
In drei Monaten schwer belastbar zu beurteilen
Arbeitsbedingungen
Technische Infrastruktur und Entwicklungsumgebung problematisch
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Zu kurzer Zeitraum für eine fundierte Bewertung
Gehalt/Benefits
Gehalt okay, aber kaum zusätzliche Benefits
Image
Nach außen Consulting, intern aus deiner Sicht deutliche organisatorische/technische Defizite
Karriere/Weiterbildung
Kaum echte Weiterbildungsmöglichkeiten erlebt