Nach außen glänzend, nach innen traditionell, hierarchisch und wenig wertschätzend – meine Erfahrung
Gut am Arbeitgeber finde ich
• Kostenlose Kantine zum Mittagessen
• Die Mitarbeiter-Neujahrsfeier
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
• Fehlende Wertschätzung
• Kosteneinsparungen zulasten der Mitarbeitenden
• Erwartete Überstunden
Verbesserungsvorschläge
• Echte Work-Life-Balance statt reiner Theorie
• Wertschätzung von Eltern, insbesondere von Müttern
• Führung auf Augenhöhe
• Transparente Kommunikation und faire Personalentscheidungen
• Klare und nachvollziehbare Kriterien für Gehalt und Bonus
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre habe ich als sehr streng, stark hierarchisch und ausgesprochen traditionell erlebt. Vorgesetzte werden grundsätzlich gesiezt und erwarten eine deutlich „bessere“ Behandlung als Mitarbeitende ohne Führungsverantwortung.
Zusätzlich gibt es ungeschriebene Kleidervorschriften, auf die man auch hingewiesen wird, wenn man ihnen nicht entspricht. Insgesamt fühlte sich das Arbeitsumfeld für mich eher wie ein Büro aus den 90er-Jahren an als wie ein modernes Unternehmen.
Image
Intern wird sehr viel über das Unternehmen und insbesondere über Führungskräfte gelästert.
Zudem habe ich erlebt, dass Mitarbeitende dazu gedrängt wurden, positive Bewertungen auf externen Plattformen zu verfassen und diese auch vorzuzeigen.
Die Marke wirkt nach außen sehr positiv, die interne Realität konnte ich persönlich nicht bestätigen – daher 1 Stern.
Work-Life-Balance
Ich habe erlebt, dass Überstunden im Arbeitsalltag vorausgesetzt wurden, ein Ausgleich aber nicht erfolgte.
Zwar gibt es offiziell flexible Arbeitszeiten, in der Praxis habe ich jedoch erlebt, dass frühes Gehen oder Homeoffice negativ kommentiert oder hinterfragt wurde – selbst dann, wenn Überstunden abgebaut wurden. Insgesamt habe ich die Vereinbarkeit von Familie und Beruf hier nicht als gelebt empfunden.
Karriere/Weiterbildung
Karriere- und Weiterbildungsmöglichkeiten werden nach außen beworben. Sobald man diese jedoch konkret einfordert oder anspricht, wird aus meiner Sicht nicht darauf eingegangen oder das Arbeitsverhältnis endet überraschend.
Gehalt/Benefits
Sozialleistungen sind aus meiner Sicht nicht transparent kommuniziert.
Ein bestehender Zuschuss wurde mir erst durch Kolleg:innen bekannt.
Die Gehaltsstruktur habe ich als sehr ungleich empfunden und stark abhängig vom individuellen Verhandlungsgeschick.
Beim Thema Bonus hatte ich den Eindruck, dass mit allen Mitteln versucht wird, Auszahlungen zu vermeiden.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Das Umwelt- und Sozialbewusstsein wirkte auf mich überwiegend nach außen gerichtet.
Intern wird sehr viel Papier verbraucht, und viele Richtlinien scheinen primär für Zertifizierungen oder Ausschreibungen erstellt zu werden, ohne dass sie im Alltag konsequent umgesetzt werden.
Kollegenzusammenhalt
Der Kollegenzusammenhalt ist aus meiner Sicht einer der wenigen positiven Aspekte. Die meisten Kolleginnen und Kollegen sind hilfsbereit, menschlich und unterstützen sich gegenseitig, auch über Abteilungsgrenzen hinweg.
Umgang mit älteren Kollegen
Ich hatte den Eindruck, dass ältere Mitarbeitende eher als Belastung wahrgenommen werden und man darauf hofft, dass sie bald in Rente gehen, anstatt aktiv in Wissenserhalt oder Nachfolge zu investieren.
Vorgesetztenverhalten
Das Verhalten von Führungskräften habe ich mehrfach als problematisch wahrgenommen.
Konflikte zwischen Vorgesetzten wurden aus meiner Sicht teilweise über Mitarbeitende ausgetragen, indem widersprüchliche Anweisungen gegeben wurden.
Zudem habe ich eine ausgeprägte Lästern-Kultur über Mitarbeitende erlebt.
Eine Kollegin hat mir von sehr unangemessenen Erfahrungen im Umgang mit ihrem Vorgesetzten berichtet, was mich persönlich stark verunsichert hat.
In Meetings wurden außerdem abwertende Aussagen über ganze Berufsgruppen getätigt, was ich als respektlos empfunden habe.
Arbeitsbedingungen
Trotz unbefristeter Verträge und guter Leistung habe ich erlebt, dass Mitarbeitende sehr plötzlich aus dem Unternehmen verschwunden sind.
Auch wurde erwartet, dass Mitarbeitende selbst bei Krankheit im Homeoffice weiterarbeiten. Wenn dies getan wurde, wurde es als selbstverständlich angesehen; wenn nicht, wurde dies negativ bewertet.
Kommunikation
Die interne Kommunikation empfand ich häufig als respektlos und von oben herab. Insbesondere E-Mails von Vorgesetzten waren aus meiner Sicht teilweise sehr unfreundlich formuliert.
Es kam vor, dass Wörter in Druckbuchstaben geschrieben wurden, was auf mich wie „Anschreien per Mail“ wirkte. Gleichzeitig wird von Mitarbeitenden höchste Professionalität und Fehlerfreiheit erwartet, während Rückmeldungen oft sehr kurz, ohne Bitte oder Danke und teilweise mit Rechtschreibfehlern verfasst sind.
Gleichberechtigung
Gleichberechtigung, insbesondere gegenüber Müttern, habe ich nicht als gegeben erlebt.
Der Wiedereinstieg nach der Elternzeit wird meines Empfindens nach "geduldet" und es wird implizit davon ausgegangen, dass Mütter eher in Teilzeit arbeiten sollten. Vollzeitarbeit und Überstunden scheinen eher kinderlosen Mitarbeitenden zugetraut zu werden.
Interessante Aufgaben
Viele Aufgaben bestanden aus der Erstellung umfangreicher Dokumente, die primär für Ablage- oder Nachweiszwecke gedacht waren. Der tatsächliche Nutzen oder eine Umsetzung im Arbeitsalltag blieb aus meiner Sicht häufig aus.