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Chaos, Ignoranz und fehlende Verantwortung

1,4
Nicht empfohlen
Ex-Angestellte/r oder Arbeiter/inHat bis 2024 für dieses Unternehmen in Bergheim gearbeitet.

Gut am Arbeitgeber finde ich

Die positiven Aspekte lagen in der pädagogischen Kernarbeit und dem Teamgeist der engagierten Fachkräfte. Die pädagogische Aufgabe selbst war interessant und erfüllend. Es gab Raum, eigene Kompetenzen aktiv einzubringen und sich den Kindern liebevoll zu widmen. Der Zusammenhalt unter den engagierten Kolleginnen war von Beginn an sehr gut, konstruktiv und wertschätzend. Wir unterstützten uns gegenseitig, insbesondere in den Zeiten der Krise und der massiven Unterbesetzung. Die Atmosphäre unter den erwähnten Fachkräften war das einzig Positive in dieser Einrichtung.

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

- das systemische Versagen der Führung und Administration
- die Inkompetenz der lokalen Leitung und die Ignoranz der Fachbereichsleitung
- die mangelnde Rechtschaffenheit und Fairness
- die Missachtung von Betreuungsstandards

Verbesserungsvorschläge

Um die Reputation zu retten und ein zukunftsfähiger Arbeitgeber zu werden, sind grundlegende Reformen notwendig. Etablierung einer echten Feedback- und Kommunikationskultur. Führungskräfte müssen aktiv zuhören und Probleme (insbesondere in Krisensituationen) nicht ignorieren, sondern gemeinsam mit dem Team nach nachhaltigen Lösungen suchen. Wertschätzung der Mitarbeiter muss durch Unterstützung und Zuverlässigkeit belegt werden, nicht nur durch leere Floskeln. Einhaltung aller gesetzlichen Standards in der Personalbuchhaltung. Die rechtswidrige Praxis der Urlaubs- und Überstundenkürzungen sowie die Verweigerung fristgerechter Zahlungen müssen umgehend beendet werden. Gewährleistung der Rechtssicherheit im Umgang mit Kündigungen, um die unnötigen und imageschädigenden Rechtsstreitigkeiten mit Mitarbeitern zu stoppen. Einhaltung der gesetzlich vorgeschriebenen Standards zur Raumkapazität und zur personellen Ausstattung, um die pädagogische Qualität und die Gesundheit der Mitarbeiter zu sichern. Überarbeitung der Dienstplangestaltung, um ineffiziente Split-Shifts und unnötige Anwesenheitszeiten zu eliminieren und die familiären Situationen der Fachkräfte zu respektieren.

Arbeitsatmosphäre

Die Atmosphäre war sehr angespannt und wurde im Laufe der Zeit zunehmend toxisch und von Misstrauen geprägt. Dies war auf die Inkompetenz und das unprofessionelle Handeln der Leitungsebene zurückzuführen. Mitarbeiter wurden mit den Folgen mangelnder Planung allein gelassen. Es herrschte permanente Angst vor unrechtmäßigen Kündigungen. Das offene Miteinander unter den Fachkräften war anfänglich gut, wurde jedoch durch systematische Missachtung der Belange der Belegschaft durch die Führungsebene stark beeinträchtigt. Es herrschte ein Klima der Verunsicherung, in dem das Engagement Einzelner ignoriert wurde.

Image

Das Image des Trägers, das öffentlich durch Zertifizierungen und hohe pädagogische Ansprüche beworben wird, steht in eklatantem Widerspruch zur intern gelebten Realität. Die permanente Überbelegung der Kita, die Missachtung gesetzlicher Standards und der Umgang mit Mitarbeitern sorgen für erhebliche Reputationsschäden. Diese Vorgehensweisen zeigen, dass die unternehmerische Glaubwürdigkeit massiv untergraben ist. Potenzielle Bewerber sollten wissen, dass das Selbstbild des Trägers in Bezug auf Qualität, Fairness und soziale Verantwortung nicht der Wahrheit entspricht.

Work-Life-Balance

Für Fachkräfte mit persönlichen Verpflichtungen war die Work-Life-Balance katastrophal. Trotz klar kommunizierter familiärer Verpflichtungen wurde auf meine Verfügbarkeit kaum Rücksicht genommen. Meine Arbeitszeiten waren extrem unregelmäßig, was eine verlässliche private Planung fast unmöglich machte. Dies führte regelmäßig zu ineffizienten und unnötigen Split-Shifts. Die Organisation der Arbeitszeit zeugt von völliger Ignoranz gegenüber den Bedürfnissen der Mitarbeitenden und schränkt die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben massiv ein.

Karriere/Weiterbildung

Der Arbeitgeber betreibt keine tatsächliche Karriereförderung. Es gab keine strukturierte Personalentwicklung und keinerlei Unterstützung bei der Suche nach geeigneten Weiterbildungsmaßnahmen. Dies steht im klaren Widerspruch zu den vom Träger proklamierten Zielen einer "lebensphasenorientierten Personalentwicklung". Der Arbeitgeber investiert offensichtlich nicht in die langfristige Bindung und Weiterqualifizierung seiner Mitarbeiter. Eigeninitiative wird zwar gefordert, aber nicht gefördert.

Gehalt/Benefits

Das Grundgehalt ist an den TVöD angelehnt, was grundsätzlich als neutral zu bewerten ist. Allerdings wird das Gesamtpaket durch die mangelhafte und intransparente Abwicklung der Sozialleistungen stark entwertet. Obwohl bAV und bKV angeboten werden, gab es keine professionelle Beratung dazu. Dadurch wurde das Potenzial dieser Benefits für viele Mitarbeiter nicht erschlossen. Die Arbeitsweise der Personalbuchhaltung war chaotisch, intransparent und in wesentlichen Punkten rechtlich fragwürdig. Die Abwicklung der Endabrechnung war von fehlerhaften Berechnungen und dem Versuch der finanziellen Benachteiligung geprägt.

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Der Träger zeigte keine soziale Verantwortung gegenüber seinen eigenen Mitarbeitenden. Familiäre Situationen wurden ignoriert, und es wurde versucht, finanzielle Ansprüche mit fehlerhaften Berechnungen zu kürzen. Die unrechtmäßigen Kündigungen belegen einen völlig verantwortungslosen Umgang mit dem eigenen Personal. Das größte soziale Defizit liegt aber in der Missachtung der Betreuungsstandards. Die chronische Überbelegung der Kita und die mangelhafte Personalausstattung gefährden die pädagogische Qualität und die Sicherheit der anvertrauten Kinder. Dies steht im eklatanten Widerspruch zum erklärten sozialen und inklusiven Auftrag des Trägers. Zum Umweltbewusstsein kann ich keine positiven oder negativen Feststellungen treffen; es spielte im Alltag keine wahrnehmbare Rolle.

Kollegenzusammenhalt

Der Zusammenhalt unter den engagierten Fachkräften war ausgesprochen gut und konstruktiv. Gerade in Krisenzeiten rückten die Kolleg:innen enger zusammen. Dieses positive Arbeitsklima wurde jedoch gezielt von der Leitungs- und Führungsebene zerstört. Durch die unrechtmäßigen Kündigungen von Schlüsselpersonen wurde das funktionierende Team vorsätzlich aufgebrochen. Das Resultat war eine Spaltung des Teams und eine Atmosphäre der Isolation. Das Potenzial für einen exzellenten Kollegenzusammenhalt war vorhanden, wurde aber durch die inkompetenten Entscheidungen des Arbeitgebers systematisch unterbunden.

Umgang mit älteren Kollegen

Da ich die älteste Kollegin im Team war, war der Umgang in dieser Hinsicht schwierig zu beurteilen. Es gab zwar keine direkte altersbedingte Diskriminierung, jedoch wurde meine Lebensphase als ältere Mitarbeiterin, die zusätzlich private Verpflichtungen wahrnimmt, teilweise ignoriert. Die starre und unorganisierte Dienstplanung sowie die häufigen Missachtungen meiner Bitte um Rücksichtnahme auf meine familiären Verpflichtungen zeigten, dass die Einrichtung keine lebensphasenorientierte Personalentwicklung betreibt.

Vorgesetztenverhalten

Das Vorgesetztenverhalten war in weiten Teilen inakzeptabel. Die KITA-Leitung war in meinen Augen fachlich überfordert und unzuverlässig in der Wahrnehmung ihrer Führungsverantwortung. Es herrschte ein Führungsstil der Beliebigkeit. Bei der übergeordneten Führung (Fachbereich) zeigte sich grobe Ignoranz. Trotz dringender Meldung über einen akuten Notstand in der Betreuung (monatelang bekannte Unterbesetzung, verbale Angriffe von Eltern) wurde meine Bitte um Klärung und Versetzung ignoriert. Ein zugesagter Rückruf erfolgte nie. Das Verhalten insgesamt war destruktiv. Die übergeordnete Führungsebene hat unrechtmäßige Aufhebungsverträge und fristlose Kündigungen gegenüber engagierten Kolleg:innen initiiert, was die Unfähigkeit und mangelnde Rechtskenntnis der HR-Prozesse belegte. Insgesamt fehlt es an Transparenz, Wertschätzung und professioneller Führung

Arbeitsbedingungen

Die Arbeitsumgebung war durch chronische und gesundheitsgefährdende Überlastung gekennzeichnet. Die Räumlichkeiten (zwei Gruppenräume, Nebenräume, Turnhalle) sind physisch nur für 40 Kinder ausgelegt. Trotzdem wurden permanent bis zu 50 Kinder betreut. Diese massive Diskrepanz zwischen der Raumkapazität und der tatsächlichen Belegung führte zu einem extrem hohen Lärmpegel und permanentem Platzmangel. Auch die personelle Besetzung war in Relation zu den 50 betreuten Kindern völlig unzureichend, was die Überbelastung des gesamten Teams und den Stress im Arbeitsalltag zusätzlich potenzierte. Die Arbeitsbedingungen waren in dieser Form kaum tragbar.

Kommunikation

Die interne und externe Kommunikation war extrem unprofessionell und intransparent. Im Falle einer akuten Krise (wochenlange Unterbesetzung) wurden dringende Bitten um Klärung und Unterstützung von der Führungsebene ignoriert und zugesagte Rückmeldungen blieben aus. Die Kommunikation zeigte, dass die Fachbereichsleitung in kritischen Momenten abtauchte, anstatt Verantwortung zu übernehmen. Es herrschte eine deutliche Kommunikationsverweigerung sobald es um Problemlösungen ging. Forderungen nach rechtlich korrekten Abrechnungen an die HR wurden mit widersprüchlichen und fehlerhaften Informationen beantwortet. Es wurden wiederholt Fristen ignoriert, was unnötige rechtliche Schritte zur Folge hatte.

Gleichberechtigung

Eine faire und gleichberechtigte Behandlung der Mitarbeiter war in dieser Einrichtung nicht gegeben. Es herrschte eine klare Bevorzugung von Mitarbeitenden, die der Leitung nahe standen, während fähige Kolleg:innen gezielt und unrechtmäßig mit Kündigungen überzogen wurden (was vor Gericht nicht standhielt). Es wurde von der Personalabteilung versucht, Mitarbeiter systematisch finanziell zu benachteiligen, indem Urlaubs- und Überstundenansprüche mit fehlerhaften und rechtlich unhaltbaren Berechnungen gekürzt werden sollten. Es fehlte an Fairness bei der Personaleinsatzplanung. Auf die persönlichen Lebensumstände und Verpflichtungen wurde in der Dienstplanung nur bei wenigen Rücksicht genommen. Die Anforderungen des Arbeitgebers wurden stets über die Bedürfnisse der Mitarbeitenden gestellt. Die Gleichbehandlung war somit illusorisch.

Interessante Aufgaben

Die pädagogische Arbeit und die Betreuung der Kinder waren grundsätzlich sehr interessant und erfüllend. Die Aufgabenvielfalt war gegeben und ich konnte meine Fähigkeiten aktiv einbringen, dies schloss auch meine umfassenden digitalen Kompetenzen ein. Allerdings wurde der Fokus der Arbeit durch die organisatorischen Mängel stark verzerrt. Aufgrund der Ausfälle und der Inkompetenz der Leitung musste ich einen unverhältnismäßig hohen Anteil an administrativen und organisatorischen Zusatzaufgaben übernehmen, die nicht meiner Kernaufgabe entsprachen. Die Aufgaben waren also interessant, wurden aber durch die Notwendigkeit, ständig Löcher im Management zu stopfen, überlagert und entstellt.

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