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Bewertung

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2026

Gerade an einem Berufskolleg mit Schwerpunkt Sozialwesen sollte ein soziales und moralisches Selbstverständnis nicht nur

1,5
Nicht empfohlen
Ex-Angestellte/r oder Arbeiter/inHat zum Zeitpunkt der Bewertung nicht mehr im Bereich Personal / Aus- und Weiterbildung bei Kaiserswerther Diakonie in Düsseldorf gearbeitet.

Gut am Arbeitgeber finde ich

Positiv hervorheben würde ich den Bewerbungsprozess. Diesen habe ich als freundlich, wertschätzend und angenehm erlebt. Die Kommunikation im Vorfeld wirkte auf mich zunächst offen und zugewandt. Nach der Einstellung, insbesondere nach den ersten ein bis zwei Wochen, habe ich das Onboarding und die weitere Einarbeitung jedoch deutlich kritischer erlebt. Aus meiner Sicht fehlten hier teilweise klare Strukturen, Transparenz und eine unterstützende Begleitung ohne zusätzlichen Druck.

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

Kritisch empfand ich die teilweise straffe Arbeitskultur. Einzelne Kolleginnen und Kollegen wirkten auf mich sehr bestimmt und weniger offen für Fehler oder Unsicherheiten. Gerade in der Einarbeitung hätte ich mir eine freundlichere Fehlerkultur, mehr Geduld und mehr Unterstützung gewünscht. Ich verstehe meine Rückmeldung als konstruktive Kritik und nicht als persönliche Abwertung. Gleichzeitig sehe ich in bestimmten Bereichen Entwicklungsbedarf, weil ich ähnliche Eindrücke nicht nur selbst erlebt habe, sondern diese Wahrnehmung auch von anderen Personen gehört habe, die an der Schule gearbeitet haben. Daher wünsche ich mir, dass solche Rückmeldungen ernst genommen und als Möglichkeit zur Weiterentwicklung verstanden werden.

Verbesserungsvorschläge

Verbesserungsvorschläge
Transparenteres Onboarding: Neue Lehrkräfte sollten zu Beginn klare Informationen zu Erwartungen, Unterricht, Aufgaben, Zuständigkeiten und schulischen Abläufen erhalten.
Einheitliche Einarbeitung: Mentoring und Begleittermine sollten für neue Kolleginnen und Kollegen einheitlich geregelt sein und unterstützend wirken, ohne zusätzlichen Druck aufzubauen.
Bessere Kommunikations- und Konfliktkultur: Konflikte mit Schülerinnen und Schülern oder Kolleginnen und Kollegen sollten offen, sachlich und direkt besprochen werden. Dabei sollte auch die Perspektive der Lehrkräfte ernst genommen werden.
Weniger Bürokratie und Konferenzdruck: Die hohe formale Belastung, viele Konferenzen und zusätzliche organisatorische Aufgaben sollten reduziert oder einfacher strukturiert werden.
Mehr Gleichberechtigung im Kollegium: Neue, jüngere und langjährig beschäftigte Kolleginnen und Kollegen sollten respektvoll auf Augenhöhe zusammenarbeiten. Erfahrung sollte wertgeschätzt werden, ohne neue Perspektiven abzuwerten.
Bessere digitale Strukturen: Die Plattform itslearning wurde eher als unübersichtlich und kontrollierend erlebt. Ein Umstieg auf übersichtlichere Systeme wie Microsoft Teams oder klarere Ordnerstrukturen wäre sinnvoll.

Arbeitsatmosphäre

Zu Beginn der Anstellung wurde ich freundlich und wertschätzend in das Kollegium aufgenommen. In der anschließenden Zusammenarbeit mit einzelnen Kolleginnen und Kollegen kam es jedoch zunehmend zu Spannungen in der Arbeitsatmosphäre, die ich als hierarchisch geprägt wahrgenommen habe.
Aufgaben, Einschätzungen, Rückfragen oder abweichende Perspektiven wurden aus meiner Sicht nicht immer in ausreichendem Maße aufgenommen. Zudem ergaben sich Erwartungshaltungen, bestimmte schulische Abläufe möglichst schnell zu erfassen. Fehler und Unsicherheiten in der Einarbeitungsphase wurden teilweise nicht als Lern- und Entwicklungsgelegenheiten anerkannt.
Im Sozialwesen halte ich eine pädagogische Grundhaltung mit Wertschätzung, Geduld und einer konstruktiven Fehlerkultur für besonders wichtig. Diese Grundhaltung sehe ich als entscheidend für ein kollegiales Miteinander und eine gute Lern- sowie Entwicklungsumgebung.

Kommunikation

In der Kommunikation hätte ich mir insgesamt mehr Empathie, Respekt und Austausch auf Augenhöhe gewünscht. Gerade in schwierigen Situationen ist es aus meiner Sicht wichtig, dass die Perspektiven aller Beteiligten ernst genommen werden – insbesondere bei Konflikten mit Schülerinnen und Schülern oder mit Kolleginnen und Kollegen.
Dazu gehört für mich auch, Konflikte offen und sachlich zu besprechen, statt sie einseitig zu bewerten. Eine wertschätzende Kommunikation sollte nicht nur nach außen sichtbar sein, sondern auch im täglichen Umgang mit Schülerinnen und Schülern sowie mit Kolleginnen und Kollegen gelebt werden.

Kollegenzusammenhalt

Es gab durchaus nette und unterstützende Kolleginnen und Kollegen. Gleichzeitig erlebte ich in Einzelfällen eine eher autoritäre bzw. stark führungsorientierte Haltung, die weniger offen gegenüber neuen Lehrkräften wirkte.
Aus meiner Sicht wurde erwartet, dass man sich schnell einordnet und möglichst fehlerfrei arbeitet. Dabei wurde zu wenig berücksichtigt, dass neue Kolleginnen und Kollegen eine Einarbeitungszeit benötigen und schulinterne Abläufe, Erwartungen und Zuständigkeiten nicht sofort kennen können.
Eine wertschätzende, transparente Kommunikation könnte dazu beitragen, dass sich neue Kolleginnen und Kollegen schneller integrieren und die Zusammenarbeit auf Augenhöhe erfolgt.

Work-Life-Balance

Eine ausgewogene Work-Life-Balance war aus meiner Sicht durch die starke Bürokratisierung nur eingeschränkt gegeben. Im Vergleich erlebe ich die organisatorischen Abläufe an meiner jetzigen öffentlichen Schule deutlich lockerer und praktikabler. An der damaligen Schule fanden wöchentlich Konferenzen statt, wodurch es gerade zu Beginn leicht passieren konnte, einzelne Termine oder Informationen zu verpassen. Im Kollegium nahm ich dadurch eine spürbare Belastung und Anspannung wahr, was sich auf das Arbeitsklima auswirkte. Zusätzlich wurden Aufgaben wie Nachschreibtermine oder Klassenarbeiten unter der Woche kurzfristig eingebunden. Aus meiner Sicht hätten einige organisatorische Abläufe einfacher und entlastender gestaltet werden können.

Vorgesetztenverhalten

Die Schulleitung wirkte nach außen freundlich und zugewandt. In Konfliktsituationen mit Schülerinnen und Schülern oder Kolleginnen und Kollegen hätte ich mir jedoch eine direktere und transparentere Kommunikation gewünscht. Konflikte wurden aus meiner Sicht nicht immer gemeinsam und offen besprochen. In einem kollegialen Umfeld, das Wertschätzung betont, sollte es möglich sein, schwierige Situationen sachlich zu klären. Dazu gehört, die Perspektive der Lehrkräfte ernst zu nehmen und Beschwerden oder Konflikte nicht einseitig zu betrachten.

Interessante Aufgaben

In der damaligen Situation führte dies aus meiner Sicht jedoch eher zu zusätzlicher Mehrbelastung. Gerade zu Beginn, wenn man noch mit Einarbeitung, Unterrichtsorganisation und schulischen Abläufen beschäftigt ist, können zusätzliche Projektaufgaben schnell überfordern. Auch eine Kollegin wurde bereits am Anfang auf eine Beteiligung angesprochen, was für mich zeigte, dass diese Erwartung früh an neue Kolleginnen und Kollegen herangetragen wurde.

Gleichberechtigung

Beim Thema Gleichberechtigung wünsche ich mir mehr Einheitlichkeit und Transparenz im Onboarding. Die wöchentlichen Termine mit der Mentorin empfand ich teilweise als zusätzlichen Druck, da vergleichbare Begleitformate bei anderen Kolleginnen und Kollegen nicht in gleicher Form stattfanden. Eine Einarbeitung sollte unterstützend wirken und Orientierung geben, ohne zusätzlichen Druck aufzubauen. Angesichts der bereits hohen Bürokratie- und Konferenzlast wäre eine entlastende, klar strukturierte Vorgehensweise wünschenswert.

Umgang mit älteren Kollegen

Im Kollegium entstand bei mir teilweise der Eindruck, dass ältere und langjährig beschäftigte Kolleginnen und Kollegen mehr Einfluss hatten und stärker berücksichtigt wurden. Das ist in gewissem Maße nachvollziehbar, da sie viele schulinterne Abläufe mit aufgebaut, Formulare erstellt und Entwicklungen über Jahre mitgetragen haben. Gleichzeitig kann dies für jüngere oder neue Kolleginnen und Kollegen schwierig sein, wenn dadurch ich finde hier auch rechtlich nichts eingreifbar es ist meine sicht ein Ungleichgewicht entsteht. Aus meiner Sicht sollten Erfahrung und langjährige Mitarbeit wertgeschätzt werden, ohne dass neue oder jüngere Lehrkräfte sich weniger ernst genommen fühlen. Wichtig wäre ein kollegialer Umgang, in dem alle Perspektiven gehört werden und neue Kolleginnen und Kollegen fair eingebunden werden.

Arbeitsbedingungen

Auch die digitale Organisation habe ich teilweise als belastend erlebt. Die Plattform itslearning wirkte auf mich eher kontrollierend als unterstützend. Durch sehr viele Ordner und Vorgaben konnte man schnell den Überblick verlieren. Aus meiner Sicht wäre ein Umstieg auf einfachere und praxistauglichere Strukturen, zum Beispiel über Microsoft Teams, sinnvoll. Lehrkräfte sollten Materialien und Abläufe übersichtlich organisieren können und zugleich mehr Freiheit im pädagogischen Handeln behalten

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Das Umwelt- und Sozialbewusstsein kann ich nur eingeschränkt beurteilen, da ich hierzu keine ausreichenden Einblicke hatte. Mir ist bekannt, dass es einen Schulgarten geben soll. Da ich jedoch nicht beurteilen kann, wie dieser genutzt wird und wie stark solche Themen im Schulalltag verankert sind, würde ich diesen Bereich neutral bewerten.

Gehalt/Benefits

Verglichen mit öffentlichen Schulen leistet man mehr Arbeit und wird nicht Verbeamtet: Ein weiterer Punkt betrifft Gehalt, Sozialleistungen und Verwaltung. An der Schule bestand keine Möglichkeit der Verbeamtung, obwohl gleichzeitig durch Konferenzdruck, formale Vorgaben und zusätzliche organisatorische Erwartungen hohe Anforderungen gestellt wurden. Aus meiner Sicht sollte für Lehrkräfte mit Lehramtsbefähigung entweder eine Perspektive auf Verbeamtung geschaffen oder die organisatorische Belastung deutlich reduziert werden. Die Verwaltung sollte in Fragen der Einstufung, Vergütung und vertraglichen Angelegenheiten zuverlässiger, transparenter und zügiger arbeiten. Rückfragen zu Gehalt, Erfahrungsstufe oder Vertragsfragen sollten zeitnah beantwortet werden, ohne dass Lehrkräfte mehrfach nachhaken oder Informationen hinterherlaufen müssen.

Image

Die Schule präsentiert sich stark über ihr Image. Meiner Ansicht nach sollte zwischen Schulen keine Konkurrenzhaltung im Sinne von „wir sind die Besseren“ entstehen. Stattdessen wäre ein offener, kollegialer Austausch sinnvoller. Meiner Beobachtung nach könnten möglichst viele Nutzerinnen und Nutzer Google-Rezensionen abgeben, um Transparenz und vielfältiges Feedback zu ermöglichen. Transparente Bewertungen helfen anderen bei der Orientierung und ermöglichen Verbesserungen.


Karriere/Weiterbildung

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Arbeitgeber-Kommentar

Leonie Groß-Weege, Referentin Recruiting
Leonie Groß-WeegeReferentin Recruiting

Vielen Dank für Ihr ausführliches und ehrliches Feedback. Wir freuen uns, dass Sie den Bewerbungsprozess als positiv und wertschätzend erlebt haben.

Gleichzeitig bedauern wir, dass Sie insbesondere das Onboarding, die Einarbeitung sowie Teile der Zusammenarbeit im Kollegium und die Arbeitsorganisation kritischer wahrgenommen haben. Ihre Hinweise zu einer klareren Struktur in der Einarbeitung, einer einheitlicheren Begleitung neuer Kolleginnen und Kollegen sowie zur internen Kommunikations- und Fehlerkultur nehmen wir ernst und reflektieren diese im Rahmen unserer Weiterentwicklung. Auch Rückmeldungen zur digitalen Organisation und zu den schulischen Abläufen (z. B. Konferenzen und Plattformnutzung) sind für uns wichtige Impulse. Unser Anspruch ist es, neue Mitarbeitende gut zu begleiten und gleichzeitig verlässliche, transparente Strukturen im Schulalltag zu schaffen.

Für Ihren weiteren beruflichen Weg wünschen wir Ihnen alles Gute und viel Erfolg.

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