Druck, Fluktuation und Führung ohne Empathie. Ein Bildungsanbieter, der an der eigenen Führung scheitert.
Gut am Arbeitgeber finde ich
Es kann remote gearbeitet werden. Die Branche und die Aufgaben an sich sind interessant und sinnstiftend – umso unverständlicher, was im Unternehmen gemacht wird.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Sehr hohe Fluktuation, selbst die Geschäftsführung wechselt ständig; es herrscht eine Kultur aus Misstrauen, Druck, Angst und Intrigen. Kompetente Mitarbeiter und Führungskräfte wurden ausgetauscht oder haben das Unternehmen verlassen („Durchlauferhitzer“), die Fluktuation ist enorm. Kritik – auch über kununu – wird mit Standardantworten abgetan statt ernst genommen. Auffällig ist zudem, dass auf jede schlechte Bewertung zeitnah mehrere Bestbewertungen folgen.
Verbesserungsvorschläge
Führungspositionen mit erfahrenen, empathischen Menschen besetzen statt mit Drückern. Mitarbeiter wieder wertschätzen und motivieren statt kontrollieren und unter Druck setzen. Kritik ernst nehmen, statt kununu-Bewertungen mit Standardantworten zu beantworten und in ein Top-Company-Siegel zu investieren. Verlässlich und transparent kommunizieren, Zusagen einhalten.
Arbeitsatmosphäre
Es wird nicht respektvoll und mit Freude an einem gemeinsamen Ziel gearbeitet haben. Mehrfache Wechsel in Management haben die Atmosphäre massiv beschädigt: Es herrscht eine Kultur des Misstrauens, es vergeht kaum ein Tag ohne Druck, und wer etwas sagt, muss damit rechnen, dass es gegen ihn verwendet wird.
Image
Nach außen hochglanzpoliert, nach innen sieht die Realität völlig anders aus. Die auffällig platzierten 5-Sterne-Bewertungen zwischen den kritischen Stimmen glaubt ohnehin niemand.
Work-Life-Balance
Ständige Erreichbarkeit wird stillschweigend vorausgesetzt, Meetings werden kurz vor Feierabend angesetzt. Wer da nicht mitzieht, riskiert die Kündigung. Nur Stress.
Karriere/Weiterbildung
Nicht wirklich.
Gehalt/Benefits
Nicht gut.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Wenn wird es vorallem des eigenen Rufs wegen gefördert, nicht aus Überzeugung.
Kollegenzusammenhalt
Viele Kollegen sind bereits gegangen – freiwillig oder unfreiwillig. Kollegen werden gezielt gegeneinander ausgespielt, jeder versucht nur noch, sich selbst zu schützen. Wer etwas sagt, schadet sich; also schweigen alle. Ein Zusammenhalt existiert nicht mehr.
Umgang mit älteren Kollegen
Ältere Kollegen gibt es kaum noch – erfahrene Kräfte sind offenbar zu teuer. Gesetzt wird stattdessen auf junge, günstige und unerfahrene Mitarbeiter.
Vorgesetztenverhalten
Kompetente Führungskräfte wurden ohne Rücksicht durch unerfahrene (günstigere(?) ersetzt. Keine Empathie, kein Teamwork, E-Mails mit Anliegen bleiben unbeantwortet. Führungskräfte stellen sich nicht schützend vor ihre Mitarbeiter. Der Geschäftsleitung gelingt es nicht, den ihr auferlegtem Druck zumindest mit einem leicten Filter zu versehen. Wofür bekommt sie ihr Geld, wenn sie nicht mal das schafft?
Arbeitsbedingungen
Es wird remote gearbeitet – das war es dann aber auch. Der Dauerdruck ist so hoch, dass man ein Burnout riskiert, wenn man nicht rechtzeitig die Reißleine zieht.
Kommunikation
Kommunikation findet nur top-down statt; was Mitarbeiter einbringen, wird nicht gehört. Aufgaben ändern sich ständig, Briefings sind mangelhaft, trotzdem wird die perfekte Umsetzung in kürzester Zeit erwartet – und jede Aufgabe hat Priorität 1. Zusagen der Geschäftsführung halten oft nicht einmal wenige Wochen.
Gleichberechtigung
Offiziell in Ordnung, aber mit Luft nach oben.
Interessante Aufgaben
Die Branche ist hochinteressant und hat enormes Potenzial – die Arbeit selbst macht Freude. Aber freies, kreatives Arbeiten ist nicht möglich: Alles wird in Prozesse gepresst und totdokumentiert, und was heute gilt, kann morgen schon wieder anders sein. Warum man das eigene Geschäft so zugrunde richtet, ist schwer zu verstehen.

