Veraltete Führungsstile und langwierige Prozesse
Verbesserungsvorschläge
Geht den Schritt weg vom "Subunternehmen" der Stadt Köln - die Strukturen sind überaltert und nicht mehr zeitgemäß. Gerade Nachwuchskräfte hält man nicht mit steilen Hierarchien und dem unnötigen Kreisen um sich selbst. Wer Lust hat, etwas zu bewegen und aus eigenverantwortlichen, sinnstiftenden Arbeitsverhältnissen kommt, ist nach kurzer Zeit wieder weg.
Arbeitsatmosphäre
Innerhalb meines Teams haben wir uns gut verstanden, uns unterstützt und geholfen. Von der Abteilungsleitung wurde das nur bedingt gerne gesehen und teilweise unterbunden. Abteilungsübergreifend habe ich sowohl sehr positive als auch sehr negative Erfahrungen gemacht.
Image
Die Koelnmesse kennt jeder, das Image nach außen ist gut.
Work-Life-Balance
In der Theorie top: bis zu 50% mobiles Arbeiten auf den Monat gesehen, faire Gleitzeit-Regelungen, vor allem freitags. In der Praxis eher schwierig. Wenn die Führungskraft selbst erst um 10 Uhr startet und gerne möchte, dass das Team bis mindestens 17 Uhr erreichbar ist oder selbst bestimmen will, wer an welchen Tagen im Büro ist. Dazu immer wieder die versteckten Vorhaltungen, wenn das Büro freitags halb leer war. Die Regelungen wurden vermutlich eher getroffen, um nach außen als attraktiver Arbeitgeber dazustehen. Gelebt wird Work-Life-Balance im Unternehmen nicht.
Karriere/Weiterbildung
Wie oben schon erwähnt. Die Tarifstruktur ist nicht mehr zeitgemäß, Aufstieg nicht ohne weiteres möglich. Leistung wird also nicht wirklich bezahlt, was an vielen Stellen zu Dienst nach Vorschrift führt.
Gehalt/Benefits
Es wird nach Tarif gezahlt, man weiß, was man zu erwarten hat. Zusatzleistungen sind der heutige Standard, den es überall gibt: Zuschuss zum Mittagessen (bzw. vergünstigte Preise in der Kantine), Zuschuss zum Deutschlandticket, Altersvorsorge...
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Die großen Dinge werden gut angegangen. Photovoltaik auf den Hallendächern, eine neue moderne Heizanlage, Spenden an die Tafeln bei einigen Messen, möglichst wenig Abfall in Kantine und Café (sowohl in der Verwaltung als auch auf dem Messegelände), ein modernes Verkehrsführungskonzept für Messetage etc.
Im Kleinen wäre durchaus noch Luft nach oben. So gibt es beispielsweise ein kostenloses Mitarbeiterparkhaus, während man für das Deutschlandticket ordentlich zuzahlen muss. Viele Mitarbeiter, die in Köln wohnen und locker mit Bahn oder Rad zur Arbeit fahren könnten, kommen aus Bequemlichkeit wegen dem Parkhaus mit dem Auto. Die Koelnmesse wirbt mit der guten Anbindung und der zentralen Lage zur Innenstadt und schafft es dann nicht, die eigenen Mitarbeiter zu nachhaltigem Handeln zu erziehen.
Kollegenzusammenhalt
Sehr unterschiedlich, je nach Abteilung. Es gab tolle Teams, bei denen man gemerkt hat, dass sie gerne und gut zusammenarbeiten und es gab viele, bei denen jeder eher sein eigenes Ding gemacht und auf die eigenen Vorteile geschaut hat. Richtigen Zusammenhalt gab es in meinem Team nicht, dafür waren die Interessen und das Standing einzelner im Team zu unterschiedlich.
Umgang mit älteren Kollegen
Könnte sicher besser und wertschätzender sein, aber ich habe zumindest selbst nicht mitbekommen, dass ältere KollegInnen offen diskriminiert wurden.
Vorgesetztenverhalten
Strikte Hierarchien und Entscheidungswege, viel Micromanagement auf allen Ebenen und Machtspiele zwischen den Führungskräften.
Arbeitsbedingungen
Das Bürogebäude ist schwer in die Jahre gekommen und das sieht man auch überall. Klimaanlage und Heizung lassen sich nur schwer einstellen, so dass es entweder immer zu warm oder viel zu kalt ist. Gereinigt wird nur das Nötigste, wenn man sich die vollgepatschten Glastüren mal genauer anschaut oder auf den Toiletten den Blick schweifen lässt. Die Büros sind eher hellhörig und die Akustik nicht besonders gut.
Es gibt eine Kantine mit Kaffeebar, beides sehr gut. Dafür auf den meisten Fluren nur Filterkaffee-Maschinen und nach Schließung des Cafés um 15:30 Uhr keinen guten Kaffee mehr. In den Etagenküchen gibt es Trinkwasseranlagen am Wasserhahn und/oder kochendes Wasser auf Knopfdruck. Beides gute Lösungen.
Kommunikation
Es wird viel kommuniziert. Unternehmensweit gab es regelmäßige Belegschaftsversammlungen zu allen aktuellen Themen, teilweise mehrere Mitarbeiterinformationen am Tag und zusätzlich die internen Plattformen - manchmal fühlte man sich etwas erschlagen von der Vielzahl an Informationen.
Gleichberechtigung
Wenige Frauen in Führungspositionen.
Interessante Aufgaben
Arbeit gibt es an allen Ecken mehr als genug, da ist auch viel interessantes bei. Da die Gehaltsstrukturen aber ähnlich antiquiert sind wie im öffentlichen Dienst, sollte man sich gut überlegen, inwiefern man die Hand hebt, wenn es um neue (und interessante) Aufgaben geht. Mehr Geld gibt es nämlich in der Regel nicht und eine höhere Einstufung nur mit höherem Abschluss.


