Beste Arbeitsatmosphäre & Work-Life-Balance aber wenig Aufstiegschancen
Arbeitsatmosphäre
Ich empfand die Arbeitsatmosphäre als die beste, die ich bisher erlebt habe. Ich fühlte mich nie beobachtet oder unter Druck gesetzt. Auch im Büro war die Stimmung sehr entspannt. Negativ wirkte auf mich nur, dass zu früheren Zeiten, als ich noch meinen alten Chef hatte, in Statusmeetings künstlich Druck aufgebaut wurde. Zudem hat sich der damalige Chef häufiger lautstark mit einem Mitarbeitenden gestritten. Das empfand ich als unangenehm. Abgesehen davon war die Atmosphäre insgesamt sehr positiv.
Kommunikation
Ich hatte den Eindruck, dass die Kommunikation im Großen und Ganzen gut war. Ich empfand die Anweisungen meines ehemaligen Vorgesetzten manchmal als widersprüchlich oder wechselnd. Mein neuer Vorgesetzter hingegen war sehr korrekt und klar in seinen Aussagen. Wenn man nicht weiterwusste, gab er konkrete Hilfsanweisungen. Ich erlebte allerdings auch, dass einige Kolleginnen und Kollegen Aufgaben als erledigt darstellten, obwohl sie es nicht waren, und dies mit niedrigeren Standards begründeten. Dadurch kam ich gelegentlich in die Situation, etwas verantworten zu müssen. Trotzdem fand ich, dass wir im Team immer auf einen gemeinsamen Nenner kamen. Mit externen Abteilungen war die Kommunikation teils etwas schwierig, und ich empfand einige wenige Kollegen als nicht hilfsbereit oder verantwortlich. Insgesamt empfand ich es aber als stimmig.
Kollegenzusammenhalt
Ich empfand den Kollegenzusammenhalt als ausgesprochen gut. Wir haben uns alle sehr gut verstanden, und ich würde sagen, es war das beste Team, das ich bisher hatte. Es gab nur wenige unsympathische oder nicht hilfsbereite Personen. In anderen Unternehmen habe ich deutlich mehr erlebt. Die meisten Kolleginnen und Kollegen waren sehr korrekt. Nur Einige Mitarbeitende anderer Abteilungen wirkten auf mich mitunter etwas verbittert, vor allem ältere oder solche, deren Projekte nicht zum Tagesgeschäft gehörten. Wenn man in solchen Fällen Unterstützung brauchte, hatte ich manchmal den Eindruck, dass sie einen eher abwimmeln wollten.
Work-Life-Balance
Ich empfand die Work-Life-Balance als herausragend. Wahrscheinlich die beste im gesamten regionalen Umfeld. Ich konnte vier Tage pro Woche im Homeoffice arbeiten und war nur einmal wöchentlich im Büro, wo ebenfalls eine entspannte Atmosphäre herrschte. Meine Wochenarbeitszeit und die Gleitzeitregelung empfand ich als sehr flexibel. Überstunden konnten ausgeglichen oder ausbezahlt werden. Wenn ich kurzfristig ausfiel, zeigten alle Verständnis. Ich hatte nie das Gefühl mich rechtfertigen oder um Erlaubnis bitten zu müssen. Eine kurze Info per Mail ans Team oder Vorgesetzten reichte völlig aus. Diese unkomplizierte Art schätzte ich sehr. Ich bin mir jedoch bewusst, dass sich das je nach Abteilung eventuell unterscheiden kann.
Vorgesetztenverhalten
Ich hatte zwei Vorgesetzte, die unterschiedlicher kaum hätten sein können.
Bei meinem ersten Vorgesetzten hatte ich den Eindruck, dass er stellenweise in Statusmeetings gern Druck aufbaute. Als ich beispielsweise seine Vorgaben übertraf, gab es statt Lob Kritik. Außerdem wirkte es auf mich, als würden Vorgaben geändert und dann so dargestellt, als wären sie immer schon so gewesen. Das empfand als Strategie Mitarbeiter zu verunsichern. Trotzdem erlebte ich ihn menschlich als stabil und zuverlässig. Er vertraute mir, ermöglichte mir die Stelle und war bei Urlauben und Gleitzeittagen großzügig. Auch bei Konflikten mit anderen Abteilungen unterstützte er mich, was ich sehr zu schätzen weiß.
Mein zweiter Chef wirkte auf mich äußerst korrekt, freundlich und integer. Er sagte von sich aus, dass ich Brückentage frei nehmen könne, setzte sich aktiv für meine Vertragsverlängerung ein und Unterstützte mich auch außerhalb des Jobs. Ich empfand ihn als sehr intelligent, ruhig und lösungsorientiert. Wenn es Probleme gab, wusste er sofort, worum es ging, und gab klare, gezielte Anweisungen. Mit ihm war die Zusammenarbeit stets auf Augenhöhe. Ich hatte ihn wirklich sehr gerne als Vorgesetzten.
Interessante Aufgaben
Ich empfand meine Aufgaben als sehr interessant und bereichernd. Zwar war ich weniger im Kerngeschäft meiner Stelle tätig, konnte dafür aber starke Projektmanagement-Fähigkeiten entwickeln. Diese Aufgaben waren spannend und hat mir sehr viel Freude bereitet.
Arbeitsbedingungen
Ich empfand die Arbeitsbedingungen als sehr gut, ähnlich wie die Arbeitsatmosphäre. Man hatte moderne Ausstattung, ein leistungsfähiges Laptop und konnte produktiv arbeiten.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Ich habe erlebt, dass durch die Standortschließung viele Menschen ihre Arbeit verloren haben und dadurch in existenzielle Sorgen geraten sind. Während der Betriebsratsversammlungen wirkte der Geschäftsführer auf mich wenig empathisch. Er beschwerte sich über den hohen Krankenstand der gekündigten Angestellten und bezeichnete ihn als unfair gegenüber den arbeitenden Mitarbeitenden, was auf mich unsensibel und selbstbezogen wirkte. Gleichzeitig profitiert er finanziell von der Standortverlagerung ins Ausland, während viele ihre Existenz verlieren. Auch bei politischen Themen wie Corona oder internationalen Konflikten hätte ich mir ein neutraleres Auftreten gewünscht. Das empfand ich insgesamt als unsozial.
Gleichzeitig nahm ich wahr, dass gekündigten Mitarbeitenden Abfindungen angeboten wurden, die dem Ruf des Unternehmens durchaus gerecht werden. Ich bin mir bewusst, dass andere dies anders empfinden könnten. Das war einfach mein persönlicher Eindruck.
Gehalt/Benefits
Ich empfand mein Gehalt als fair und angemessen, es wurde nach Tarif bezahlt. Für den Einstieg in die Arbeitswelt war das sehr gut. Im Nachhinein fand ich es jedoch etwas unfair, dass Kolleginnen und Kollegen mit derselben Position eine höhere Eingruppierung hatten. Zusatzleistungen waren an die Betriebszugehörigkeit gebunden. Ich hatte beispielsweise Anspruch auf einen Inflationsausgleichsbonus, der nach sechs Monaten Zugehörigkeit gezahlt wurde. Exakt an dem Tag, an dem der Bonus ausgezahlt wurde, war ich sechs Monate dabei. Dennoch wurde mir dieser Tag nicht angerechnet. Ich empfand das als kleinlich, auch wenn der Betrag gering war. Da ansonsten alles stimmte und die Vergütung im Branchenvergleich gut war, habe ich das Thema nicht weiterverfolgt.
Image
Auf mich wirkte das Image des Unternehmens sehr positiv. Es ist einer der angesehensten und renommiertesten Arbeitgeber der Region. Ich bin froh, die Firma in meinem Lebenslauf zu haben.
Karriere/Weiterbildung
Ich hatte den Eindruck, dass es in diesem Bereich nur begrenzte Möglichkeiten gab. Eine Verlängerung meines Vertrags erfolgte nicht, und auch langjährige Mitarbeitende waren vom Stellenabbau betroffen. Ich hatte den Eindruck, dass man gut vernetzt sein oder bereits eine leitende Position innehaben muss, um im Unternehmen aufsteigen zu können oder erhalten zu bleiben.