Tolle Kollegen, aber die Ausbildung braucht dringend mehr Struktur
Gut am Arbeitgeber finde ich
Die Kollegen sind mit Abstand das Beste an diesem Unternehmen. Das Arbeitsklima ist wirklich herausragend. Alle sind freundlich und hilfsbereit, und man kann wirklich jeden um Hilfe bitten, ohne dass man sich unwohl dabei fühlt oder komisch angeschaut wird.
Besonders gemerkt habe ich das bei meiner Abschlussprüfung. Beim Projektantrag und bei der Projektarbeit haben sich zahlreiche Kollegen die Zeit genommen, alles durchzulesen und mir Feedback zu geben. Für meine Abschlusspräsentation haben sich dann nochmal viele Kollegen und auch Vorgesetzte extra Zeit freigeräumt, um sich den Vortrag anzuhören und mir ehrliche, hilfreiche Kritik und Tipps zu geben. Das war wirklich nicht selbstverständlich und hat mir sehr geholfen.
Auch im Alltag kann man bei Problemen auf seine Vorgesetzten zugehen. Sie haben ein offenes Ohr, nehmen einen ernst und versuchen aktiv, bei der Lösung zu helfen.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Der Ausbildung fehlt ein roter Faden. Es gibt keinen Ausbildungsplan, der vorgibt, wann welche Themen gelernt werden sollen. Stattdessen bekommt man Aufgaben, die erledigt werden müssen — nicht um gezielt etwas zu lernen, sondern damit man beschäftigt ist.
Die Einarbeitung in Business Central ist mit wenigen Tagen viel zu kurz. BC ist ein komplexes ERP-System und als Entwickler muss man verstehen, wie die Anwendung funktioniert, bevor man sinnvoll darin programmieren kann.
Schulungen gibt es zwar, aber sie sind oft nicht auf die tatsächliche Arbeit abgestimmt. Ich habe zum Beispiel eine Schulung zu Reports-Masterlayout bekommen und danach nie wieder damit gearbeitet. Außerdem haben die Azubis von verschiedenen Standorten sehr unterschiedliche Vorkenntnisse, was dazu führt, dass in Schulungen manche sich langweilen und andere nicht mitkommen.
Der SharePoint ist in vielen Bereichen unübersichtlich und besonders standortbezogene Dokumente werden häufig gar nicht abgelegt. Man ist dann darauf angewiesen, bei Kollegen nachzufragen und zu hoffen, dass jemand die richtige Datei hat.
Die Kernarbeitszeiten sind recht streng geregelt, was im Alltag wenig Flexibilität lässt.
Verbesserungsvorschläge
Einen Ausbildungsplan erstellen, der die gesamte Ausbildung abdeckt — mit klar definierten Themen und Meilensteinen. Dabei sollte es trotzdem genug Spielraum geben, damit jeder Standort und jede Abteilung eigene Schwerpunkte setzen kann. Das Traineeprogramm zeigt mit seiner mehrwöchigen Einarbeitung, Planspielen und realistischen Kundenszenarien, dass es funktionieren kann — die Ausbildung sollte sich daran orientieren.
Die Einarbeitung in Business Central deutlich verlängern. Drei Tage reichen nicht, um ein so komplexes System zu verstehen, in dem man anschließend täglich arbeiten und entwickeln soll.
Den SharePoint aufräumen und für jeden Standort einen eigenen Bereich einrichten, in dem standortbezogene Dokumente und Vorlagen zentral abgelegt werden können. So muss niemand mehr bei Kollegen herumfragen.
Die Kernarbeitszeiten flexibler gestalten, um den Azubis mehr Spielraum im Alltag zu geben.
Arbeitsatmosphäre
Das Arbeitsklima ist das größte Plus. Die Kollegen sind freundlich, hilfsbereit und unterstützen sich gegenseitig.
Arbeitszeiten
Die Kernarbeitszeiten sind recht streng geregelt, was wenig Flexibilität lässt.
Aufgaben/Tätigkeiten
Es fehlt ein strukturierter Ausbildungsplan. Aufgaben dienen eher der Beschäftigung als dem gezielten Lernfortschritt.
Respekt
Man wird von allen Kollegen und Vorgesetzten auf Augenhöhe behandelt und bekommt jederzeit Hilfe, ohne schief angeschaut zu werden.

