Spaßbringende Arbeit unter schwierigen Bedingungen
Gut am Arbeitgeber finde ich
Die Geschäftsführung setzt sich für die Mitarbeiter ein durch persönliches Bedanken nach gelungenen Veranstaltungen und ausgiebige Betriebsfeste ein. Mit motivierten Kollegen macht die Arbeit richtig Spaß und man macht gerne Überstunden.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Fehlende Wertschätzung, fehlendes persönliches Interesse, Scheinheiligkeit und unterirdisches Gehalt
Verbesserungsvorschläge
Bitte hört auf eure Mitarbeiter. Ich habe nach meiner Kündigung mehrfach ein Gespräch angeboten, um mitzuteilen, was meine Gründe für die Kündigung waren, was vielleicht zu ein paar Verbesserungen hätte beitragen können. Es hat niemanden interessiert.
Bitte entlasst keine fertigen Azubis mehr, die gerne bleiben wollen, nur um neue, günstigere Azubis einzustellen.
Auch auf das Gehalt bezogen: Die Du-Kultur, die ich sehr geschätzt habe, bezahlt leider nicht meine Rechnungen. Vielleicht sollte das Gehaltsgefälle überdacht werden.
Arbeitsatmosphäre
Die Kollegen sind super freundlich und immer hilfsbereit, auch abteilungsübergreifend. Lob von der nächsthöheren offiziellen Ebene gibt es nicht, dafür aber teilweise von der Geschäftsführung selbst. Es wird hinter dem Rücken viel über andere geredet, Innovation aus Eigeninitiative wird unterbunden. Durch regelmäßige Betriebsfeste mehrfach im Jahr, die ich immer sehr geschätzt habe, wird der Zusammenhalt auf eine schöne Art und Weise gestärkt.
Image
Die Mitarbeiter reden untereinander häufig schlecht über den Verlag, wollen aber selbst auch nichts ändern. Unter den Landwirten haben die einzelnen Zeitschriften aber einen guten Ruf.
Work-Life-Balance
Starke Schwankungen ist der Arbeitsauslastung, sodass teilweise viele Überstunden anfallen und zu anderen Zeiten keine Aufgaben zu erledigen sind. Sehr frei in der Urlaubsplanung und mit 30 Tagen eine gute Anzahl an Urlaubstagen. Abfeiern der Überstunden flexibel. Homeoffice wird größtenteils ermöglicht, aber nicht überall.
Karriere/Weiterbildung
Der Aufstieg innerhalb des Verlags ist nicht möglich. Wenn man sich selbst für zB ein nebenberufliches Studium entscheidet, wird ein Kostenzuschuss nach erfolgreichem Bestehen zugesagt. Das ist gut gemeint, aber hilft in der Not, den monatlichen Studienbeitrag mit geringem Gehalt zu zahlen, nicht.
Gehalt/Sozialleistungen
Das Gehalt ist kein Gehalt sondern eine Aufwandsentschädigung. Trotz sehr guter Vorbildung und Erfahrungen und einer 40-Stunden-Woche wird man mit einem Hungerlohn nach Hause geschickt, der nur ein paar Cent über dem Mindestlohn liegt. Gehaltserhöhungen gibt es nur bei besonderen Leistungen, die in großen Zeitabständen beurteilt werden. Es gibt kein festes Urlaubs- und Weihnachtsgeld, aber Unternehmensbeteiligung. Wer mehr Verantwortung übernehmen möchte, um höher eingestuft zu werden, soll dies erstmal unentgeltlich auf Probe machen. Die Gehaltsunterschiede nach Stufen und Position sind gravierend und unterscheiden sich teilweise bis zu 50%.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Der Verlag unterstützt das Fahren mit den öffentlichen Verkehrsmitteln durch einen Zuschuss zum Deutschland Ticket, bietet Vorteile für Fahrradfahrer, hat E-Ladesäulen und Solaranlagen auf den Dächern. Spenden gehen jedes Jahr in der Weihnachtszeit an lokale Hilfseinrichtungen.
Kollegenzusammenhalt
Ich habe mich unter meinen Kollegen immer sehr wohl gefühlt und viele tolle Momente erlebt. Je nach Abteilung ist der Zusammenhalt stärker oder schwächer.
Umgang mit älteren Kollegen
Fortbildung erfolgt nur auf Eigeninitiative, wird aber unterstützt - das aber nicht nur speziell für ältere Kollegen. Die meisten, die länger als 10/20 Jahre da sind, bleiben aus Bequemlichkeit.
Vorgesetztenverhalten
Keine Wertschätzung und kein persönliches Interesse gegenüber den Mitarbeitern, negative Ereignisse, die sich laut Hörensagen ereignet haben, bleiben aber langfristig im Gedächtnis. Bewertung und Beurteilung der Arbeitsleistung durch die Führungskraft, obwohl man im Arbeitsalltag keine Überschneidungen hat und so eigentlich keine objektive Beurteilung gewährleisten kann. Wenn man als Mitarbeiter mit eigenen innovativen Ideen kommt, wird diese erstmal abgetan und dann als eigene Idee weiter verfolgt. Mir wurde gesagt, dass ich nur das erledigen solle, was mir aufgetragen wurde und nicht das, was ich für richtig halten würde. Nach außen wirkt man aber überfreundlich.
Arbeitsbedingungen
Technische Ausstattung ist gut, höhenverstellbare Schreibtische sind auf Anfrage zu bekommen. Die Büros auf der Südseite des Gebäudes heizen sich jeden Sommer so sehr auf, dass das Arbeiten bei teilweise 30 Grad dort fast unmöglich ist. Investitionen in zB eine mobile Klimaanlage wurden nie getätigt.
Kommunikation
Kommunikation ist von jedem selbst abhängig - wer nicht nachfragt bekommt selbständig nicht viele Informationen. Regelmäßige Meet-ups sind in den Abteilungen aber wichtiger Standard.
Gleichberechtigung
Sehr männerlastig, besonders in Führungspositionen, aber daran wird meines Wissens nach gearbeitet. Ich kenne Kolleginnen, die nach ihrem Mutterschutz wieder in Teilzeit gut integriert wurden.
Interessante Aufgaben
Abwechslungsreiche und spannende Aufgaben, die sich natürlich irgendwann wiederholen, aber ist wurde nie langweilig.


