Gut am Arbeitgeber finde ich
Nach meiner persönlichen Erfahrung gibt es keine Punkte, die ich hier positiv hervorheben kann. Insbesondere im Umgang mit Auszubildenden und in der Gestaltung der Ausbildung habe ich keine Aspekte erlebt, die den Erwartungen an einen professionellen Ausbildungsbetrieb gerecht werden.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Insgesamt habe ich überwiegend negative Erfahrungen gemacht. Besonders problematisch sind die Führungskultur, der Umgang mit Auszubildenden, fehlende fachliche Anleitung sowie ein stark zahlengetriebener Führungsstil.
Ausbildungsinhalte und persönliche Entwicklung stehen nicht im Vordergrund, stattdessen werden Auszubildende häufig als günstige Arbeitskraft eingesetzt. Kommunikation ist wenig transparent, Kritik wird selten direkt geäußert und Verbesserungsvorschläge werden kaum aufgegriffen.
Auch Themen wie Arbeitszeiten, Homeoffice, Vergütung, Benefits und Gleichbehandlung werden inkonsequent und überwiegend zu Ungunsten von Auszubildenden gehandhabt. Insgesamt entsteht der Eindruck eines Umfelds, das weder fair noch förderlich für eine professionelle Ausbildung ist.
Verbesserungsvorschläge
Der größte Verbesserungsbedarf liegt eindeutig in der Führungskultur. Der aktuell gelebte Führungsstil wird von vielen Mitarbeitenden als intransparent und manipulativ wahrgenommen. Statt offener Kommunikation und echter Führung wird häufig über Kontrolle und Druck gearbeitet.
Zudem sollte stärker auf qualifiziertes Führungspersonal geachtet werden. Führungskräfte sollten sowohl fachlich kompetent als auch sprachlich sicher sein. Es ist problematisch, wenn Vorgesetzte weder ausreichende Kenntnisse der Fachbereiche haben noch die deutsche Sprache sicher beherrschen, insbesondere in einem deutschen Unternehmen.
Auffällig ist außerdem, dass Führungskräfte ohne ausreichendes Fachwissen starkes Mikromanagement und Controlling betreiben. Dies wirkt nicht nur ineffektiv, sondern untergräbt auch Vertrauen und Motivation.
Kritisch zu betrachten ist auch die interne Unternehmensstruktur. In mehreren Fällen arbeiten private Paare oder familiär verbundene Personen in Abhängigkeiten zusammen. Dadurch entsteht der Eindruck von Ungleichbehandlung, etwa bei Arbeitszeiten oder Homeoffice-Regelungen, die nicht für alle Mitarbeitenden gleichermaßen gelten.
Insgesamt sollte Leitwerk die Führungsstruktur transparenter, fachlich fundierter und fairer gestalten, um Machtmissbrauch, Ungleichbehandlung und Vertrauensverlust gegenüber Mitarbeitenden nachhaltig zu vermeiden.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre ist stark von Druck von oben geprägt. Team- und Bereichsleitungen fokussieren sich hauptsächlich auf Kennzahlen, während der menschliche Faktor und der Ausbildungsauftrag in den Hintergrund rücken.
Kritik oder Probleme werden selten direkt angesprochen, sondern zunächst hinter dem Rücken an Vorgesetzte weitergegeben. In Gesprächen heißt es dann oft, man habe dies aus „mehreren Ecken“ gehört, ohne konkrete Rückmeldungen zu geben.
Verbesserungsvorschläge werden meist mit dem Hinweis abgetan, dass es früher deutlich schlimmer gewesen sei.
Als Auszubildender steht man klar am unteren Ende der Hierarchie. Trotz Ausbildung zum Fachinformatiker für Systemintegration werden überwiegend administrative Tätigkeiten übernommen.
Besonders kritisch ist der Umgang mit Kunden: Auszubildende sollen ihren Status bewusst verbergen, unter anderem durch das Entfernen des Ausbildungsstatus aus der E-Mail-Signatur. Gleichzeitig werden Leistungen gegenüber Kunden wie von vollwertigen Technikern abgerechnet, obwohl die Betreuung faktisch durch nicht vollständig ausgebildete Auszubildende erfolgt.
Karrierechancen
Die Karrierechancen hängen stark davon ab, ob man das Unternehmen verlässt oder dort verbleibt. Innerhalb von Leitwerk sind die Entwicklungsmöglichkeiten aus meiner Sicht begrenzt, insbesondere für Auszubildende.
Außerhalb des Unternehmens eröffnen sich deutlich bessere Perspektiven. Der Wechsel zu einem anderen Arbeitgeber ermöglicht häufig mehr fachliche Entwicklung, größere Wertschätzung und realistische Aufstiegsmöglichkeiten. Rückblickend betrachtet waren die Chancen nach dem Weggang klar besser als während der Zeit im Unternehmen.
Arbeitszeiten
Im Bewerbungsgespräch wird Flexibilität bei den Arbeitszeiten in Aussicht gestellt. In der Praxis beschränkt sich diese jedoch auf feste Modelle wie 8–17 Uhr oder 9–18 Uhr. Mit viel Einsatz ist vereinzelt auch 7–16 Uhr möglich, echte Wahlfreiheit besteht jedoch nicht.
Homeoffice ist für Auszubildende grundsätzlich nicht vorgesehen, mit Ausnahme einzelner Teams. Gleichzeitig nutzen Führungskräfte ab Teamleiterebene regelmäßig Homeoffice oder passen ihre Arbeitszeiten flexibel an die eigenen Bedürfnisse an.
Bei Auszubildenden hingegen wird streng auf minutengenaue Pünktlichkeit geachtet. Die versprochene Flexibilität entpuppt sich damit als reine Formsache und gilt faktisch nur für höhere Hierarchieebenen.
Ausbildungsvergütung
Als besondere Benefits werden vor allem ein kostenloser Parkplatz, ein Obstkorb und ein Wasserspender genannt. Der tatsächliche Mehrwert dieser Leistungen ist jedoch sehr begrenzt. Der Obstkorb ist qualitativ wechselhaft und ersetzt keine echten Zusatzleistungen.
Zusätzlich wird einmal jährlich hauseigener Champagner den Mitarbeitenden vergünstigt zum Kauf angeboten. Dies wirkt weniger wie ein Benefit, sondern eher wie ein Verkaufsangebot an die eigene Belegschaft und steht in keinem sinnvollen Verhältnis zu fehlenden finanziellen Zusatzleistungen wie Weihnachts- oder Urlaubsgeld.
Insgesamt erscheinen die angebotenen Benefits eher symbolisch und werden deutlich größer dargestellt, als sie im Alltag tatsächlich sind.
Die Ausbilder
In diesem Unternehmen fehlt es spürbar an strukturierter und fairer Ausbildungsbetreuung. Entweder ist kein Ausbilder greifbar oder man wird kaum beachtet, sobald man organisatorisch einem anderen Team zugeordnet ist.
Zudem entsteht der Eindruck, dass einzelne Auszubildende bevorzugt werden. Das sollte in einer Ausbildung grundsätzlich keinen Platz haben. Leistung und Lernbereitschaft sollten zählen, nicht Sympathie.
Besonders problematisch ist der Umgang mit Kritik und Problemen. Statt offen das Gespräch mit den Auszubildenden zu suchen, werden Schwierigkeiten hinter dem Rücken an Teamleiter weitergegeben. Ein konstruktives Feedback oder eine Chance zur Verbesserung findet so nicht statt.
Nach meinem Ausscheiden habe ich zudem erfahren, dass bei externen Bewerbungen negative Rückmeldungen intern weitergegeben wurden, ohne dass mir jemals konkrete Kritikpunkte direkt kommuniziert wurden. Auch mehrere aktuelle und ehemalige Mitarbeitende berichten von sehr ähnlichen Erfahrungen.
Insgesamt fehlt es hier an Transparenz, Fairness und einer professionellen Ausbildungskultur.
Spaßfaktor
Solange keine Vorgesetzten anwesend sind, herrscht ein kollegiales und angenehmes Arbeitsklima. Sobald jedoch Führungskräfte im Büro sind, wird eine sehr starre Arbeitsatmosphäre durchgesetzt. Spaß oder lockerer Umgang werden als Zeitverschwendung betrachtet, mit der Ausnahme, dass Vorgesetzte sich diese Freiheiten selbst nehmen.
Auffällig ist zudem, dass ein starkes Maß an Mikromanagement betrieben wird, ohne dass dafür die fachliche Grundlage vorhanden ist. Es wird bis ins Detail in Tickets eingegriffen, etwa bei einzelnen Wörtern, Buchstaben oder der Groß- und Kleinschreibung von internen Notizen, die lediglich der Fallbeschreibung dienen.
Gleichzeitig fehlt es an fundiertem IT-Fachwissen seitens der Führungskräfte, insbesondere im First-Level-Support oder bei technischen Fragestellungen. Anstatt Wissen zu vermitteln und Auszubildende fachlich zu entwickeln, liegt der Fokus auf formalen Kleinigkeiten.
Insgesamt wirkt es widersprüchlich, dass Auszubildende einem intensiven Kontroll- und Korrekturdruck ausgesetzt sind, während fachliche Anleitung und qualifizierte Unterstützung weitgehend ausbleiben.
Aufgaben/Tätigkeiten
Je nach Teamzuordnung unterscheidet sich die Ausbildungsqualität erheblich. In manchen Teams erhält man sinnvolle Aufgaben und kann tatsächlich fachlich dazulernen. In anderen Teams hingegen wird man überwiegend als günstige Arbeitskraft eingesetzt, insbesondere für Tätigkeiten, die reguläre Techniker ungern übernehmen, wie etwa dauerhaften Telefon-Support.
In diesen Fällen wird der eigentliche Ausbildungsauftrag klar verfehlt. Statt einer abwechslungsreichen und geplanten Ausbildung erfolgt eine langfristige Bindung an monotone Aufgaben. Mir wurde beispielsweise ausdrücklich mitgeteilt, dass ich das Unternehmen über einen Zeitraum von zwei Jahren nicht wechseln könne und ausschließlich im First-Level-Support eingesetzt werde.
Dies widerspricht dem Ausbildungsplan, der eine rotationartige Ausbildung durch mehrere Abteilungen vorsieht und keine dauerhafte Tätigkeit in nur einem Bereich. Die Rolle reduziert sich dadurch faktisch auf administrative oder sekretariatsähnliche Aufgaben, anstatt fachliche Kompetenzen systematisch aufzubauen.
In Kombination mit fachlich eingeschränkt aufgestellten Führungskräften, die eher kontrollierend als ausbildend agieren.
Variation
Ziel einer Ausbildung sollte es sein, fachliche Inhalte zu vermitteln und die berufliche Entwicklung zu fördern. Dieses Verständnis wird bei Leitwerk jedoch nur eingeschränkt gelebt. Statt einer vielseitigen Ausbildung stehen überwiegend gleichbleibende Tätigkeiten im Innendienst im Vordergrund.
Dazu zählen vor allem dauerhafter Telefon-Support und reine Kundenbetreuung, die sich inhaltlich kaum unterscheiden und nur begrenzten Lernfortschritt ermöglichen. Eine strukturierte fachliche Weiterentwicklung über diese Aufgaben hinaus findet nur selten statt.
Respekt
Als Auszubildender nimmt man im Unternehmen häufig die unterste Position ein. Mitarbeitende aus Technik oder Vertrieb, die deutlich besser vergütet werden, begegnen Auszubildenden teilweise von oben herab und vermitteln den Eindruck, man sei fachlich kaum zu etwas fähig.
Auffällig ist zudem die stark propagierte Per-Du-Führungskultur. Nach außen wirkt sie modern und offen, wird intern jedoch eher einseitig gelebt. Zwar darf man Führungskräfte bis hin zur Geschäftsleitung mit Vornamen ansprechen, echte Augenhöhe oder ein offener Austausch entstehen daraus jedoch nicht.
Sobald Auszubildende versuchen, ihre eigene Meinung zu äußern oder Kritik anzubringen, werden diese Stimmen schnell relativiert oder unterdrückt. Die vermeintliche Nähe durch das „Du“ erleichtert dabei eher Kontrolle und Einflussnahme, als dass sie zu einem respektvollen Dialog beiträgt.
Persönlich halte ich einen professionellen Umgang auf Augenhöhe, gerne auch in der Sie-Form, für deutlich transparenter und fairer. Die hier gelebte Du-Kultur wird jedoch erkennbar genutzt, um Auszubildende in untergeordnete Rollen zu drängen und ihnen Grenzen aufzuzeigen.