ACHTUNG FALLE - WARNUNG AN BEWERBER*INNEN: BIS ZUM ENDE LESEN
Gut am Arbeitgeber finde ich
Grundsätzlich ist das Miteinander angenehm und freundlich. Dies liegt hauptsächlich an den Angestellten. Das Büro ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut zu erreichen und die Arbeitszeiten sind grundlegend fair - vorausgesetzt die Menge an Verantwortungen lässt es zu. Letzteres ist somit eher individuell zu betrachten.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Vorab ist anzumerken, dass die Mehrheit der Bewertungen auf Kununu aus den Bereichen Sales & Customer Service stammen, welche das Unternehmen in besonderem Maße tragen und somit entsprechend "umsorgt" werden. Sie sind somit nicht repräsentativ für alle Abteilungen. Es stimmt jedoch, dass NACH AUßEN (!) die Mitarbeiter miteinander freundlich und keinen hierarchischen Umgang pflegen. Ich betone erneut: NACH AUßEN HIN: Die proklamierte Offenheit der Geschäftsführung spiegelt nicht zwangsläufig ihren tatsächlichen Umgang mit den Mitarbeitern wider.
Die Firma ist eine "Feel Good" Firma, in der viele bereits jahrelang arbeiten, um ihre Rechnungen zahlen zu können und mit einem relativ meetingarmen Kalender rechtzeitig Feierabend machen zu können. Dass die Firma regelrecht an Unprofessionalität erstickt, interessiert niemanden. Eigeninteressen stehen im Vordergrund. Dieses "Software Unternehmen" kennt nach 25 Jahren nicht einmal ihre eigenen Dienstleistungen und Produkte und baut sich ihre Teams nach Lust und Laune, wie in einem Tetris Spiel, zusammen. Ingenieure sind überlastet, Projekt Deadlines werden nicht eingehalten, Strategiemeetings bestehen nur aus bunten Miro-Boards und großspurigen Reden über Pläne, die nie umgesetzt werden. Highlights sind Buzzwords wie "holistische Roadmap", "Disruption" ö.a.
Dieser Arbeitgeber ist geprägt von absoluter Ineffizienz, Unstrukturiertheit, Unsicherheit, Abstimmungsproblemen, Machtkämpfen und extremen Flurfunk innerhalb der C-Ebene. Direkte Kommunikation wird vermieden - schließlich ist das Reden übereinander einfacher und unterhaltsamer. Der Erfolg dieses Unternehmens ist nicht einer stabilen Infrastuktur zu verdanken, sondern dem sehr gut funktionierenden Geschäftsmodell, welches jedoch unzählige Macken aufweist. Man möchte jedoch an dieser Stelle nicht alles preisgeben und damit die Arbeit der erst kürzlich eingerichteten Rechtsabteilung gefährden.
ACHTUNG FEUERKULTUR wie man sie nicht mal bei namhaften Tech-Giganten kennt. Kompetenz wird nur wertgeschätzt, wenn diese nicht mit mehr Arbeitsaufwand für die Gesamtheit einhergeht. Desillusioniert werden ad-hoc Change Prozesse in kürzester Zeit erwartet. Die Geschäftsführung drückt sich vor Konfrontationen mit faulen oder auch sehr anstrengenden, unkooperativen, eigensinnigen Mitarbeitern, deren Verhaltensweisen spürbar Teams belasten und sich nachteilig auf das Betriebsklima auswirken. Ganz nach dem Motto "hat bis jetzt irgendwie geklappt - wird schon irgendwie weiterhin funktionieren." Die Frustration über diese Mitarbeiter wird dann auf einen Kaffee mit anderen Kollegen einfach freigelassen. Stattdessen werden kompetente Mitarbeiter, die aufgrund voriger Erfahrungen in der Industrie auf vielen Ebenen bereichernd sind, entlassen, da ihr Elan und ihre Verlässlichkeit nicht mit der Arbeitskultur zu vereinbaren sind. Als wäre diese Absurdität nicht schon genug, wurden nun wiederholt (!!!) Mitarbeitende noch während ihrer Einarbeitung – nach nur zwei Monaten – ohne Vorwarnung, ohne Signale, ohne klärende Gespräche und ohne sinnvolle Begründung entlassen. Es hatten noch nicht einmal die Zwischenfeedbackgespräche stattgefunden.
Es sind Mitarbeiter, die Verbesserungen vorschlagen. Mitarbeiter, die bewegen und optimieren möchten, die anpacken und Feuer löschen möchten, mit denen diese Firma nicht kooperieren kann, weil schnell, schlau und genau für sie nicht tragbar ist. Die Geschäftsführung fühlt sich bedroht, handelt impulsiv und trifft unfaire Entscheidungen dieser Art, die auf keiner Ebene Rechtfertigkeit verdient haben. Der Versuch, durch Workshops irgendwas in Bewegung zu bringen, scheitert kläglich. "Fake it till you make it" ist die Vision, der sie folgen.
Ich kann nur JEDEN warnen, seinen/ ihren aktuellen Arbeitgeber für diesen grotesken zu verlassen. Es sei denn, man ist auf der Suche nach einem monotonen Job im Kundenservice und möchte 1-2x im Jahr eine coole Firmenparty besuchen. Ich spreche auch im Namen der aktuellen (wenigen) kompetenten, lösungsorientierten, sachkundigen Angestellten, die auf ihre erste Gelegenheit warten, woanders ihr Können einzusetzen und auszubauen. Denn genauso wie die Geschäftsführung fälschlicherweise wohlwollend ins Gesicht der Mitarbeiter lächelt, so geschieht das auch anders herum.
Verbesserungsvorschläge
Lernt Professionalität.