Sympathisches Team, aber ständige Unsicherheit und hoher Druck
Arbeitsatmosphäre
Die Kolleginnen und Kollegen waren durchweg super nett, das möchte ich ausdrücklich betonen.
Ownership wurde im Unternehmen immer wieder als wichtig kommuniziert. Ich habe es in der Praxis anders erlebt: Pläne wurden auf Geschäftsführungs- und Abteilungsleitungsebene gemacht und erst bei Start der Umsetzung kommuniziert, oft ohne die zuständigen Kanalverantwortlichen vorher einzubinden. Die Umsetzung musste dann meist sofort erfolgen.
Ich hatte häufig das Gefühl, nie genug, zu wenig oder zu spät geliefert zu haben. Waren Wettbewerber mit einer Idee früher am Markt, wurde im Nachhinein hinterfragt, warum wir nicht selbst darauf gekommen sind.
Während meiner Zeit gab es wiederholt Kündigungen, teils ganze Abteilungen. Auch aus der Vergangenheit war mir bekannt, dass Mitarbeitende gekündigt und später wieder eingestellt wurden. Dadurch fehlte mir ein Gefühl von Stabilität und Planbarkeit.
Der Umgang mit Mitarbeitenden war für mich insgesamt nicht respektvoll.
Image
Das Image von L&B war früher aus meiner Sicht deutlich besser. Mit den vielen Kündigungen, die weiterhin laufen, hat es sich zunehmend verschlechtert.
Work-Life-Balance
Flexible Arbeitszeiten wurden zugesagt. In der Praxis wurde mir jedoch nahegelegt, nicht vor 17 Uhr zu gehen, um den Auszubildenden ein Vorbild zu sein.
Bei der Urlaubsplanung durfte ich mit bestimmten Kolleginnen und Kollegen nicht gleichzeitig frei haben. In Einzelfällen wurden aber Ausnahmen gemacht, was ich als ungleiche Behandlung wahrgenommen habe.
Arbeit am Wochenende war in meiner Position Voraussetzung, wurde im Bewerbungsverfahren aber nicht angesprochen. Dafür gab es gesonderte Vereinbarungen, die zu unterschreiben waren, damit die Zeit vergütet oder als Überstunden erfasst wurde. Über diese Vereinbarungen sollte nicht gesprochen werden.
Karriere/Weiterbildung
Keine Aufstiegschancen
Gehalt/Benefits
Das Grundgehalt fand ich für meine Position in Ordnung.
Bei Gehaltserhöhungen musste man dagegen hartnäckig verhandeln. Sie waren an Bedingungen geknüpft, die aus meiner Sicht teilweise kaum oder gar nicht messbar bzw. erreichbar waren. Die Anforderungen standen für mich in keinem Verhältnis zur Erhöhung, die am Ende bei etwa 2 % gelegen hätte.
Kollegenzusammenhalt
Die Kolleginnen und Kollegen waren sehr freundlich und hilfsbereit, und wir haben uns im Alltag gegenseitig unterstützt.
Gleichzeitig war die Sorge um den eigenen Arbeitsplatz spürbar, vor allem durch die wiederholten Kündigungen im Unternehmen. Dadurch entstand aus meiner Sicht teilweise ein gewisses Konkurrenzdenken im Team, das dem Zusammenhalt nicht gutgetan hat.
Umgang mit älteren Kollegen
Kein Feedback
Vorgesetztenverhalten
Das Verhalten der Vorgesetzten war unterschiedlich. Mit einigen waren gute Gespräche und ein echter Ideenaustausch möglich.
Sobald Themen jedoch auf höherer Ebene besprochen wurden, wurden Vorschläge aus meiner Wahrnehmung eher abgeschmettert. Die Stimmung und Gesprächsbereitschaft schwankten dabei spürbar.
Kritik und Probleme habe ich wiederholt angesprochen, hatte aber nicht das Gefühl, damit ernst genommen zu werden, vor allem wenn es um bestimmte Personen ging. Mein Eindruck war, dass ein gutes Verhältnis zur Inhaberfamilie großen Einfluss darauf hatte, wie jemand behandelt wurde. Mitarbeitende, die damit weniger gut zurechtkamen, haben das Unternehmen aus meiner Beobachtung meist schnell wieder verlassen.
Arbeitsbedingungen
Der Druck war hoch, vor allem mit Blick auf Verkaufszahlen. Die Arbeitsmenge war aus meiner Sicht häufig zu hoch, da der Aufwand einzelner Aufgaben von der Führungsebene nicht immer realistisch eingeschätzt wurde.
Auszubildende wurden aus meiner Wahrnehmung nicht ausreichend betreut und kamen im Arbeitsalltag zu kurz.
Kommunikation
Bei Personalveränderungen fehlte mir eine nachvollziehbare und frühzeitige Kommunikation. Kommunikation über den Mitarbeitern hinweg, eine frühzeitige Einbindung der Fachverantwortlichen habe ich selten erlebt.
Im Umgang mit der Inhaberfamilie war ständige Vorsicht geboten. Es hieß, man müsse sie gut führen und dürfe nichts Falsches sagen. Gleichzeitig musste ich mir teilweise Äußerungen anhören, die ich als diskriminierend, unter anderem als frauenfeindlich, empfunden habe.
Gleichberechtigung
Bei der Gleichberechtigung gab es aus meiner Sicht deutlichen Verbesserungsbedarf.
Auch bei der Urlaubsplanung habe ich ungleiche Behandlung wahrgenommen: Für manche galten Einschränkungen, für andere wurden Ausnahmen gemacht. Ebenso gab es gesonderte Vereinbarungen zur Vergütung von Wochenendarbeit, über die nicht gesprochen werden sollte. Das hat bei mir den Eindruck hinterlassen, dass nicht alle nach den gleichen Regeln behandelt wurden.
Interessante Aufgaben
Das Produkt und das Unternehmen an sich fand ich sehr interessant. Besonders die Community, die rund um L&B aufgebaut wurde, ist aus meiner Sicht eine große Stärke.
Die Aufgaben waren abwechslungsreich und boten die Möglichkeit, an einem spannenden Produkt mitzuarbeiten.

