Nicht zu empfehlen für Studierende – unangenehmes Arbeitsklima in der Qualitätsabteilung
Gut am Arbeitgeber finde ich
Das Thema meiner Bachelorarbeit war fachlich sehr interessant und die Forschungsfrage hatte viel Potenzial. Auch die Bezahlung war für eine Abschlussarbeit angemessen. In einem unterstützenden Umfeld hätte das Projekt wirklich erfolgreich werden können.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Als Studentin in der Qualitätsabteilung wurde ich leider kaum ins Team integriert. Von Anfang an fehlte es an einer strukturierten Einarbeitung – mein Arbeitsplatz bestand zunächst aus einem improvisierten Tisch mitten im Raum, was weder praktikabel noch wertschätzend war. Ich habe mich rund um die Uhr beobachtet gefühlt. Konstruktives Feedback blieb weitgehend aus. Statt klarer Kommunikation gab es unausgesprochene Erwartungen, und Rückfragen wurden schnell als störend empfunden. Teilweise wurden Fragen nicht beantwortet, sondern direkt an meine Vorgesetzte abgewälzt – selbst bei einfacheren Themen, bei denen eine direkte Antwort möglich gewesen wäre. (Anfangs wurde gesagt jeder in der Abteilung sei mein Ansprechpartner bei Fragen)
Besonders frustrierend war, dass mein Interesse, mir ein umfassenderes Bild vom Unternehmen und den angrenzenden Fachbereichen zu machen, negativ aufgenommen wurde. Sobald ich Fragen stellte, die nicht unmittelbar meine Bachelorarbeit betrafen, wurde gereizt oder abweisend reagiert – als wäre Neugier unerwünscht. Dabei ist es absolut legitim, sich im Rahmen eines Praxisprojekts auch über den Tellerrand hinaus mit dem Unternehmen zu beschäftigen.
Statt konstruktivem Austausch wurde teilweise hinter meinem Rücken über mein Verhalten gesprochen, ohne mich direkt anzusprechen oder mögliche Missverständnisse zu klären. Auf meine Rückmeldung zum daraus resultierenden unangenehmen Arbeitsklima erhielt ich nur die Antwort, dass es früher „noch schlimmer“ gewesen sei – was für sich spricht. In einem Gespräch wurde mir sogar nahegelegt, dass ich mich glücklich schätzen solle: Immerhin sei meine Bezahlung gut und ich hätte ja schon „mehr Informationen“ als man selbst damals zur Diplomarbeit bekam – als wäre Neugier oder Engagement ein Luxusproblem. (Und als könnte man die Zeiten der Diplomarbeit vor wahrscheinlich mehr als 10 Jahren mit einer Bachelorarbeit zu heutzutage modernen Arbeitsverhältnissen und Strukturen vergleichen)
Insgesamt hatte ich den Eindruck, dass meine Arbeit gern angenommen wurde, aber mein persönlicher Lernprozess dabei völlig in den Hintergrund geriet. Letztlich habe ich die Zusammenarbeit vorzeitig beendet, da das Klima und die Bedingungen meinen Erwartungen an ein praxisorientiertes, respektvolles Umfeld nicht entsprochen haben. Außerdem wollte ich nicht, dass die Qualität meiner Bachelorarbeit unter der schlechten Kommunikation, dem unangenehmen Arbeitsklima und der Frustration leidet, mit der man regelmäßig nach Hause geht. Es ist schade zu sehen, wie man junge, motivierte Menschen mit so einem Verhalten abschreckt. Für Studierende absolut nicht weiterzuempfehlen.
Verbesserungsvorschläge
Es ist schade, dass echtes Interesse junger Menschen nicht wertgeschätzt wird. Die Rahmenbedingungen – spannende Fragestellungen, viele Standorte – bieten eigentlich großes Potenzial. Leider wird dieses Potenzial nicht genutzt. Die Qualitätsabteilung wirkte wenig offen für neue Impulse oder Hilfestellungen und Bereitschaft an einer gemeinsamen Arbeit, als würde man nicht an einem gemeinsamen Strang ziehen. Statt junge Talente einzubinden und weiterzuentwickeln, herrscht eine eher veraltete, wenig zukunftsorientierte Struktur. Digitalisierung ist praktisch nicht vorhanden – viele relevante Unterlagen werden in Ordnern abgeheftet. Das passt nicht mehr in die heutige Zeit und schreckt gerade die Nachwuchskräfte ab, die eigentlich gebraucht werden. Die Zukunft sind die Leute, die jetzt nach Praktika suchen – aber genau die werden leider von dieser alteingesessenen, unflexiblen Struktur abgeschreckt.
Arbeitsatmosphäre
Wenn ich könnte, würde ich leider gar keinen Stern geben. Siehe Bewertung
Vorgesetztenverhalten
Stark ausgeprägte Hierarchien und wenig offene Kommunikation und Transparenz. Feedbackgespräche wurden allerdings angenommen
Interessante Aufgaben
Forschungsfrage, sowie Aufgaben wären sehr spannend gewesen

