Führungskultur geprägt von Mikromanagement, Kontrolle und fehlendem Respekt vor Ruhezeiten
Gut am Arbeitgeber finde ich
Die Produkte an sich sind in Ordnung. Das war es aber leider auch schon.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Die Unternehmenskultur ist von oben herab von Misstrauen und Kontrolle geprägt. Es wird systematisch mit juristisch formulierten “Gesprächsprotokollen” gearbeitet, statt Führungskräfte auf der Fläche zu unterstützen. Personalmangel wird ignoriert, was zu 11-Stunden-Einzelbesetzungen führt. Zugesagte Zertifikate werden als Druckmittel zurückgehalten.
Verbesserungsvorschläge
Das Area Management muss dringend hinsichtlich professioneller Führung, Arbeitsrecht (Einhaltung von Ruhezeiten) und Konfliktmanagement geschult werden. Die interne Administration (Lohnbuchhaltung, Zeugnisse, Zertifikate) muss deutlich schneller und transparenter arbeiten. Die Praxis, Arbeitsmittel unangekündigt an privaten Haustüren abzuholen, sollte sofort gestoppt werden.
Arbeitsatmosphäre
Die Atmosphäre in der Filiale war extrem angespannt. Es herrschte eine Kultur des Misstrauens, in der Mitarbeiter gegeneinander ausgespielt wurden (z.B. durch langjährige Mitarbeiter ohne Führungsfunktion, die vom Area Management als “Schattenmanager” unterstützt wurden). Fehler wurden gesucht, statt gemeinsam an Lösungen zu arbeiten.
Image
Nach außen hin wird das Image eines modernen, kundenorientierten Unternehmens gepflegt. Hinter den Kulissen im Store herrscht jedoch ein toxisches Klima, das durch fehlende Unterstützung und schlechte Führung durch das Area Management noch befeuert wird. Die hohe Fluktuation im Managementbereich spricht Bände.
Work-Life-Balance
Gesetzliche Ruhezeiten und freie Tage wurden vom Area Management massiv ignoriert. Meetings, Update-Calls und E-Mails wurden regelmäßig für die freien Tage angesetzt. Wenn man aus Überstundengründen (die durch permanenten Personalmangel entstanden) Einzelbesetzungen von 9 bis 20 Uhr machen musste, gab es null Unterstützung oder Entlastung.
Karriere/Weiterbildung
Weiterbildungen (wie z.B. Refraktionskurse oder externe Verkaufstrainings) werden zwar angeboten und absolviert, jedoch werden die offiziellen Zertifikate als Druckmittel zurückgehalten. Man muss Monate warten und nach dem Austritt mehrfach schriftlich – teilweise unter Androhung weiterer Schritte – nachhaken, um überhaupt einen Nachweis für seine erbrachten Leistungen zu erhalten. Das ist absolut unprofessionell.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt steht in keinem Verhältnis zu dem Druck und den extremen Arbeitsbedingungen (ständige Einzelbesetzungen). Nach dem Austritt muss man seiner korrekten Endabrechnung wochenlang hinterherlaufen. Die Lohnbuchhaltung und das Area Management schieben sich gegenseitig die Verantwortung zu, sodass man als ehemaliger Mitarbeiter komplett in der Luft hängt.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Ein echtes “Sozialbewusstsein” gegenüber den Mitarbeitern ist nicht erkennbar. Mitarbeiter werden in der Probezeit ohne Vorwarnung oder klärendes Gespräch freigestellt, Arbeitsmittel werden unangemeldet an der privaten Haustür eingefordert. Das zeugt von mangelndem Respekt und sozialer Kälte.
Kollegenzusammenhalt
Der Zusammenhalt im direkten Team war schwierig, da das Area Management gezielt Hierarchien untergraben hat. Wenn die Filialleitung Vorgaben macht, diese aber von langjährigen Mitarbeitern (wie z.B. der Stellvertretung) mit Rückendeckung von “oben” ignoriert werden dürfen, ist kein echtes Teamwork möglich.
Umgang mit älteren Kollegen
Alter oder Betriebszugehörigkeit wird hier leider als Freifahrtschein für unprofessionelles Verhalten missbraucht. Anstatt Erfahrung konstruktiv für das Team zu nutzen, wird langjährigen Mitarbeitern erlaubt, ein toxisches Arbeitsklima zu schaffen und sich Befugnisse anzumaßen, die ihnen nicht zustehen. Das Area Management unterstützt diese Dynamik sogar noch aktiv.
Vorgesetztenverhalten
Das Verhalten des direkten Vorgesetzten (Area Management) war absolut inakzeptabel. Führung bedeutete hier Mikromanagement, Druck und das Suchen von Fehlern bei der Filialleitung, um eigene Planungsfehler zu verdecken. Kündigungen oder das Einfordern von Dokumenten wurden mit sofortiger Freistellung und dem Abholen von Arbeitsmitteln an der privaten Haustür beantwortet. Ein professionelles, wertschätzendes Miteinander existiert auf dieser Führungsebene nicht.
Arbeitsbedingungen
Die Arbeitsbedingungen sind schlichtweg untragbar. Extremer Personalmangel führt dazu, dass man den Store regelmäßig von 9 bis 20 Uhr komplett alleine schmeißen muss. Auf gesetzliche Ruhezeiten oder freie Tage wird seitens der Führungsebene keine Rücksicht genommen – man wird auch dann noch mit organisatorischem Druck und Meetings belastet. Unterstützung von oben: Fehlanzeige.
Kommunikation
Die Kommunikation seitens des Area Managements war absolut einseitig und passiv-aggressiv. Statt auf einen offenen, konstruktiven Dialog auf Augenhöhe zu setzen, wurde fast ausschließlich über formelle, einschüchternde “Gesprächsprotokolle” kommuniziert. In diesen wurden Tatsachen und Aussagen oft im Nachhinein verdreht, um eigene Planungsfehler von oben systematisch nach unten abzuwälzen. Zudem wurde bei Konflikten blind der Darstellung von Untergebenen geglaubt, ohne die Filialleitung überhaupt objektiv anzuhören. Eine gesunde, lösungsorientierte Feedbackkultur existiert hier schlichtweg nicht.
Gleichberechtigung
Von Gleichberechtigung kann keine Rede sein. Langjährige Mitarbeiter ohne Führungsverantwortung genießen eine Art “Sonderstatus” und dürfen offizielle Vorgaben der Filialleitung ignorieren, weil sie vom Area Management protegiert werden. Wer als neue Führungskraft versucht, professionelle Strukturen reinzubringen, wird systematisch ausgebootet.
Interessante Aufgaben
Die theoretische Stellenbeschreibung als Filialleitung hat nichts mit der Realität zu tun. Echte Führungsentscheidungen werden vom Area Management systematisch torpediert. Statt den Store strategisch zu entwickeln, ist man vor allem damit beschäftigt, den eklatanten Personalmangel durch 11-Stunden-Einzelbesetzungen abzufangen und sich in künstlich erzeugten Konflikten und Rechtfertigungen aufzureiben.

