Karriere möglich! Für ganze 200 € brutto mehr gibt’s mehr Druck, Kontrolle – und weiterhin kein Leben in Berlin.
Gut am Arbeitgeber finde ich
Was bei Lufthansa InTouch positiv hervorzuheben ist: Diversität wird gelebt. Unabhängig von Alter, Herkunft, Behinderung oder sexueller Orientierung – alle Kolleg*innen werden gleich behandelt. Das Arbeitsumfeld ist auf kollegialer Ebene oft unterstützend, man hilft sich gegenseitig, wenn es darauf ankommt.
Auch vom Recruiting und den oberen Führungsebenen ist spürbar, dass man bemüht ist, ein wertschätzendes Umfeld zu schaffen. Leider bleibt dieses Bemühen oft an der Schwelle zum operativen Tagesgeschäft stecken. Insbesondere im Umgang der Floor-Manager mit Mitarbeitenden dominieren Intrigen, Misstrauen und eine gewisse subtile „Zickigkeit“, die das Arbeitsklima empfindlich stören.
Die Tätigkeit selbst ist abwechslungsreich und interessant – besonders in Bereichen mit anspruchsvolleren Kundenkontakten. Leider startet man oft in einer Einstiegsrolle, die zwei Jahre lang kaum Entwicklung oder Abwechslung bietet. Das verlangt Durchhaltevermögen – vor allem, wenn man weiß, dass es im besten Fall mit rund 200 € brutto mehr honoriert wird.
Kurz gesagt: Vielversprechender Anfang, gute Grundidee – aber im Alltag scheitert es leider häufig an den falschen Stellen.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Lufthansa InTouch hat im Ansatz vieles richtig gemacht: Ein wertschätzendes, diverses Umfeld, in dem Vielfalt gelebt wird und auch anspruchsvolle Tätigkeiten angeboten werden. Gerade das Bewerbungsteam und Teile der oberen Führungsebene vermitteln den Eindruck, wirklich ein angenehmes Arbeitsumfeld schaffen zu wollen.
Umso bedauerlicher ist, was dann auf dem „Floor“ passiert. Neue Mitarbeitende sind dort einem System ausgeliefert, in dem weniger Leistung als vielmehr Sympathie, persönliche Befindlichkeiten – und leider auch gelegentlich sozialer Neid – über Entwicklungsmöglichkeiten entscheiden. Konstruktives Engagement, Lernbereitschaft oder der Wille zur Verbesserung scheinen dabei manchmal eher hinderlich zu sein. Schulungen wurden teils von Personen übernommen, die eher gegen als mit einem gearbeitet haben.
Es entstand leider zu oft der Eindruck, dass Fehler nicht als Entwicklungspotenzial gesehen wurden, sondern als Gelegenheit zur Bloßstellung. Und auch die Kommunikation durch manche Floor-Manager ließ zu wünschen übrig – insbesondere dann, wenn „humorvolle“ Kommentare deutlich unter der Gürtellinie landeten.
Fazit: Ich wäre gern geblieben – die Aufgabe hatte Potenzial, die Vielfalt war wohltuend, die Grundidee gut. Doch wenn man morgens mit Bauchschmerzen zur Arbeit geht, sollte man über seine Prioritäten nachdenken.
Außerdem bin ich der Meinung, dass man von seinem Gehalt leben können sollte und dies ist hier ganz klar nicht möglich, wenn man mit über dreißig nachvollziehbarer Weise nicht in einer WG leben möchte
Verbesserungsvorschläge
Ein vertrauensvollerer Umgang mit den Mitarbeitenden wäre ein erster, wichtiger Schritt. Weniger Kontrolle, mehr Eigenverantwortung – das würde nicht nur das Arbeitsklima verbessern, sondern auch Motivation und Bindung stärken.
Dringend notwendig ist außerdem eine faire und angemessene Bezahlung, die den tatsächlichen Anforderungen und dem Arbeitsaufwand gerecht wird. Wertschätzung sollte sich nicht nur in Worten oder kleinen „Goodies“, sondern vor allem in der Vergütung und im täglichen Miteinander widerspiegeln.
Langfristig braucht es eine Unternehmenskultur, die Entwicklung fördert, echte Perspektiven bietet und Leistung nicht mit Druck, sondern mit Anerkennung beantwortet.
Arbeitsatmosphäre
Ich bin sehr ungern ins Büro gegangen
Image
Lebt vom Glamour des Mutterunternehmens
Work-Life-Balance
Nicht existent
Karriere/Weiterbildung
Kein finanzieller Anreiz vorhanden
Gehalt/Benefits
Mehr als frustrierend wenig
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Auf dem Papier sicher
Kollegenzusammenhalt
Leiden verbindet
Umgang mit älteren Kollegen
Wenn diese lange dabei sind ist es okay
Vorgesetztenverhalten
Nach oben hui nach unten pfui
Arbeitsbedingungen
Ergonomischer Arbeitsplatz
Kommunikation
Kommt auf die Person an, von sehr nett und verständnisvoll bis geringschätzig. Vor allem die betriebsratlich Tätigen scheinen eine Rangordnung festzulegen und spielen gerne Ihre „Position“ gegenüber neuen Mitarbeitenden aus. Wer nicht sofort Feuer und Flamme für deren teilweise „kämpferisches“ und auch manchmal befremdliche Auftreten ist, wird gemobbt
Gleichberechtigung
Ja, absolut
Interessante Aufgaben
Durchaus interessant und auch interessante Kunden