Ihr Unternehmen?

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LUS 
GmbH
Bewertung

Ihr Unternehmen?

Spaßig, lehrreich, fordernd, stressig

2,7
Empfohlen
Hat zum Zeitpunkt der Bewertung im Bereich Produktion in Magdeburg gearbeitet.

Verbesserungsvorschläge

Innere Strukturen sollten überdacht, Aufgaben neu verteilt sowie Zuständigkeiten klar festgelegt werden. (alles schriftlich und jederzeit einsehbar) Für eine bessere Kommunikation sollten öfter Besprechungen (sei es mit allen zusammen oder in den einzelnen Bereichen) stattfinden. Ein Kummerkasten (1x monatlich ausgewertet) könnte konfliktscheue Mitarbeiter länger in der Firma halten. Ein Umzug in eine größere Räumlichkeit wäre inzwischen angebracht, da sowohl die Angestellten, die Proben als auch die Labortechnik keinen Platz mehr haben.

Arbeitsatmosphäre

Vertrauen ist der Grundstein in dieser Firma. Jedem Mitarbeiter wird so ein großes Vertrauen entgegen gebracht, dass fast jeder zusätzlich äußerst wichtige Aufgaben zu erledigen hat, die über dem eigentlichen Verantwortungsbereich liegen. Leider ohne eine dementsprechende Vergütung und in Verbindung mit viel Stress. Dadurch entstehen oft Zweifel an der Fairness (Vergütung, Aufgabenverteilung, Zuständigkeit). Gelobt wird teilweise schon, aber ohne eine Aussicht auf Besserung haben diese Worte stets einen sauren Beigeschmack.

Image

Jedes Labor, was heutzutage (in den Zeiten der Monopolstellung der Dakks) noch eine Akkreditierungsurkunde vorweisen kann, hat einen gewissen Qualitätsstandard, der nicht einfach zu erreichen ist. Darauf können alle Mitwirkenden stolz sein. Trotz dem unnötig hohen Verwaltungsaufwand (der eher für Medizin oder Forschung erforderlich wäre), schafft es diese kleine Firma mit den größeren Umweltlaboren mitzuschwimmen. Das zeigt, wie fleißig die Kollegen Tag für Tag kämpfen. Es sollte einem aber bewusst sein, dass die Laboranten (die gleichzeitig Techniker, Klempner, Elektriker, Mathematiker, Call-Center, Lehrer und auch Seelsorger sind) dafür eine Menge opfern müssen.

Work-Life-Balance

Wirklich schön ist, dass es keine Schichten gibt und die Wochenenden stets frei sind. Der Urlaub wird fast immer genehmigt (wenn auch teils mit viel Diskussion und erst sehr spät) und Zwangs-Überstunden werden selten eingefordert. Allerdings gibt es trotz einheitlichem Wunsch immer noch keine Zeiterfassung, sodass es offiziell keine Überstunden gibt, obwohl fast jeder sie freiwillig leistet. Demnach muss die Zeit stets nachgearbeitet werden, die außerplanmäßig versäumt wird, obwohl sie längst eingearbeitet ist. (z.B. Arztbesuche, Kinder abholen usw.) Außerdem ist stets mehr Arbeit als Zeit vorhanden. Die seltenen Ruhephasen im Jahr gleichen den Stress leider nicht aus.

Karriere/Weiterbildung

So gut wie nicht vorhanden. Ab und an gibt es Teambildungsveranstaltungen.

Gehalt/Benefits

Das Gehalt wird pünktlich gezahlt und es gibt Weihnachtsgeld. Jedoch entsprechen die Löhne bei Weitem nicht der jeweiligen Verantwortung. Sozialleistungen gibt es nicht. Wie überall im privaten Sektor gibt es einen gewissen Verhandlungsspielraum. Wer nicht gut verhandeln kann oder auf eigenständig stattfindende Gehaltsanpassung hofft, wird meist enttäuscht.

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Für die Mülltrennung, Wiederverwertung und das Energiesparen ist jeder Bereich selbst verantwortlich. Dadurch dass es einige umweltbewusste Menschen im Unternehmen gibt, wird darauf teilweise geachtet. Jedoch gibt es dort durchaus Potential nach oben. Bei der Auswahl der Messtechnik ist man im Labor begrenzt auf die vorhandenen Anbieter. Die restliche Einrichtung orientiert sich eher am Preis und nicht an fairer oder klimaneutraler Produktion. Immerhin wird durch die Arbeit an sich zu einer besseren Umwelt beigetragen, da es sich um ein Umweltlabor handelt.

Kollegenzusammenhalt

Die Laune ist oft gut, die Kollegen sind freundlich, witzig und hilfsbereit. Schlechte Tage gibt es überall, aber wenn das auffällt, wird aufeinander Rücksicht genommen und versucht, sich gegenseitig wieder aufzumuntern. Auch bereichsübergreifend unterstützt man sich, wo man kann. (bis auf wenige Ausnahmen)

Umgang mit älteren Kollegen

Auch das Alter spielt keine Rolle. Es wird die Expertise erfahrener Mitarbeit geschätzt und auf körperliche Einschränkungen (fast immer) Rücksicht genommen. Jedoch wirkt es so, dass die Treue zum Unternehmen eher als selbstverständlich genommen wird. Eine Wertschätzung (sei es finanziell oder verbal) bleibt oft aus.

Vorgesetztenverhalten

Die zwei Vorgesetzten besitzen viel Expertise in ihren jeweiligen Bereichen und treffen überwiegend nachvollziehbare und sinnvolle Entscheidungen. Sie sind sich ihrer Verantwortung bewusst und arbeiten nach ihrem besten Wissen und Gewissen. Leider unterscheiden sich ihre Meinungen oft in wichtigen Punkten stark voneinander, sodass die Laboranten dann nicht wissen, nach welcher Schiene gefahren werden soll. Probleme werden gelöst, jedoch fehlt oft die Kommunikation, weshalb fast immer Folgeprobleme auftreten, die hätten vermieden werden können. Einige Probleme werden auch absichtlich ignoriert/überhört, für die keine Nerven, Zeit oder Geld geopfert werden sollen/können. Gesetzte Ziele werden immer knapper realisierbar und auch immer häufiger zu Gunsten der Messtechnik, der immer chaotischer werdenden Struktur oder der Gesundheit der Laboranten.

Arbeitsbedingungen

Die Messtechnik wird versucht (trotz kleinem Budget) auf dem neuesten Stand zu halten. Jedoch lassen andere Punkte (wie Digitalisierung, Klimatisierung, Wartung, Beleuchtung und Gesundheitsvorsorge) zu wünschen übrig. Hervorzuheben ist, dass Getränke (Kaffee, Tee, Wasser) und manchmal auch Snacks kostenlos zur Verfügung gestellt werden.

Kommunikation

Leider funktioniert das nicht besonders gut. Häufig kommen wichtige Informationen (meist durch Zeitdruck) nur über das "Hören-Sagen" und oft erst viel zu spät bei den betreffenden Personen an. Offizielle Meetings finden nur selten statt, Informationsbrocken werden in den Pausen aufgeschnappt oder in der WhatsApp-Gruppe.

Gleichberechtigung

Das Geschlecht oder die körperliche Verfassung spielen in dieser Firma keine Rolle. Vielmehr muss durch die Vielschichtigkeit der Aufgaben jeder alles können. Generationsübergreifend gibt es teilweise konservative Meinungen und auch rollenspezifische Kommentare. Jedoch findet das von allen Seiten her statt und ist wohl einfach dem "Menschsein" geschuldet.

Interessante Aufgaben

Durch die hohe Eigenverantwortung und das mangelnde Budget, was kleine Firmen mit sich bringen, ist oft viel Kreativität bei der Abarbeitung und Problemlösung gefragt, die einem auch gewährt wird. Das ist anspruchsvoll, aber lässt die meisten auch oft über sich hinauswachsen und steigert das Erfolgserlebnis sowie Selbstbewusstsein. Über die Gerechtigkeit der Arbeitsverteilung lässt sich streiten. Fakt ist, dass in vielen Bereichen durch das hohe Arbeitsaufkommen viel mehr Personal erforderlich wäre, was einzelne ausgleichen müssen.

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Anonym · Sieh, ob’s deinen Kolleg:innen auch so geht.