Interessante Unternehmenskultur
Gut am Arbeitgeber finde ich
Das Team auf Kolleg:innen-Ebene war grundsätzlich offen und es gab durchaus interessante Aufgaben mit Gestaltungsspielraum. Die Lange im Englischen Garten ist schwierig in Bezug auf Mittagessen, aber sonst schön.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Der Umgang der Geschäftsführung mit weiblichen Mitarbeitenden war spürbar anders als mit männlichen Kollegen. Beispielsweise ist eine Aussage wie 'das ist doch kein Job für Mädchen' ist mir gegenüber gefallen, als es darum ging etwas zu tragen. Das ist für mich ein überholtes Rollenverständnis, das nicht zu einem respektvollen Miteinander passt. Grundsätzlich aber schien Wertschätzung stark davon abhängig zu sein, ob man der Meinung des Geschäftsführers zustimmte. Kritische oder abweichende Positionen wurden nicht gerne gesehen.
Meine Arbeitsergebnisse mussten regelmäßig mehrere Kontrollschleifen bei meinem direkten Vorgesetzten durchlaufen, bei Problemen wurde die Verantwortung dann trotzdem allein bei mir gesehen, unabhängig von den vorherigen Freigaben. Auch meine Kündigung kurz vor Ende der Probezeit, nachdem ich ausschließlich positives Feedback bekam, basierte auf den "unzureichenden Ergebnissen".
Bei Arbeit auf Sommer-Events im Außenbereich gab es keine organisierte Versorgung mit Wasser oder Schattenmöglichkeiten für Mitarbeitende. Dafür war jeder selbst verantwortlich.
Die im Bewerbungsprozess versprochene Flexibilität bei Arbeitszeit und Homeoffice ließ sich in der Praxis kaum umsetzen: Ein Büroschlüssel wurde mir trotz mehrfacher Nachfrage nicht ausgehändigt, sodass ich immer abhängig von anderen war. Und auch an den wenigen möglichen Homeoffice-Tagen wurde ich mehrfach vormittags ohne konkreten Anlass angerufen.
Auch die Positionierung des Produkts im Bewerbungsprozess passte nicht ganz zur Realität: Im Vorstellungsgespräch wurde viel Wert auf mein sportliches Interesse gelegt und Multiball als Sportgerät dargestellt. Tatsächlich liegt der Hauptfokus aber eher im Entertainment-Bereich für Kinder, weniger im sportlichen Kontext. Für mich war das sehr schade, weil ich mich darauf einfach nicht beworben hatte.
Auch nach meinem Ausscheiden aus dem Unternehmen wurden von mir erstellte Videos, in denen ich als Hauptprotagonistin zu sehen war, weiterhin öffentlich genutzt, obwohl ich mehrfach um Entfernung gebeten hatte. Mir wurde mitgeteilt, man sei dazu rechtlich nicht verpflichtet. Eine Aussage, die grundlegend falsch ist.
Verbesserungsvorschläge
Ein respektvoller und gleichwertiger Umgang mit allen Mitarbeitenden unabhängig von Geschlecht und Meinung wäre wünschenswert. Zugesagte Rahmenbedingungen (Homeoffice, Bürozugang) sollten auch tatsächlich eingehalten werden.