Mangelnder Respekt und leere Antwort auf Frage zu Aktienkurs: Unternehmenskultur und Zukunft wirken erschreckend schwach
Gut am Arbeitgeber finde ich
Die Vergütung ist marktgerecht und entspricht dem Niveau der Chemiebranche.
Flexible Arbeitszeiten und die Möglichkeit zu mobilem Arbeiten werden grundsätzlich angeboten.
Die technische Ausstattung, insbesondere Laptops und Software, ist auf einem aktuellen Stand und ergonomische Lösungen wie höhenverstellbare Schreibtische sind auf Anfrage verfügbar.
Im direkten Team herrscht meist ein kollegialer und unterstützender Umgang, sodass Herausforderungen gemeinsam angegangen werden.
Es bestehen Möglichkeiten zur internen Weiterbildung und wer Eigeninitiative zeigt, kann intern gefördert werden.
Die internationalen Projekte und Teams sorgen für einen abwechslungsreichen Arbeitsalltag und ermöglichen spannende Einblicke.
Die Chemieanlagen sind zwar teilweise älter, werden aber gut gepflegt und es wird auf Sicherheitsstandards geachtet.
Verbesserungsvorschläge
Wenn ich verschiedene KI-Chatbots mit meinen Antworten füttere und öffentlich zugängliche Quellen einbeziehe, erhalte ich Vorschläge, die LYB bereits alle, jedoch nur halbherzig, angegangen ist. Das wirkt auf mich daher wie ein hoffnungsloser Fall. LYB ist offenbar lediglich ein Chemiekonzern, geführt von einem Board of Directors, das vor allem aus Investmentbankern und Fondsmanagern besteht. Hier geht es nicht um Nachhaltigkeit oder das Verfolgen echter Ziele, sondern vor allem um Erträge für die Stakeholder. Also, lieber Arbeitgeber: Frag doch einfach wieder McKinsey! Vielleicht bekommen wir dann nochmal ein neues Firmenlogo - oder man verkauft uns das altbewährte Kontinuierliche Verbesserungsprogramm bzw. die Mitarbeitervorschläge dann nochmal als »VEP – Value Enhancement Program«.
Arbeitsatmosphäre
Ich finde, die Arbeitsatmosphäre ist von Unsicherheit und mangelndem Respekt geprägt, was das Vertrauen ins Miteinander stark belastet.
Im Unternehmen herrscht eine angespannte Stimmung. Führungskräfte - insbesondere auf hoher bis höchster Ebene - gehen wenig respektvoll mit Mitarbeitenden um. Bei der letzten globalen Mitarbeiterinfo wurde z.B. ein Kollege, der mutig eine Frage zur KI Analyse des fallenden Aktienkurses angesprochen hat, für mein Empfinden vom CEO öffentlich lächerlich gemacht. Das wirkt entmutigend und trägt nicht zu einer offenen Diskussionskultur bei.
Image
Obwohl LyondellBasell laut Wikipedia das fünftgrößte Chemieunternehmen der Welt ist, handelt es sich um ein reines B2B-Unternehmen, das Grundstoffe wie Kunststoffe und Chemikalien produziert, die Endverbraucher nie direkt sehen. Entsprechend gering ist die Markenbekanntheit in der Öffentlichkeit. Das öffentliche Image ist praktisch nicht vorhanden - außerhalb der Chemiebranche kennt kaum jemand das Unternehmen. Und intern wird das Image durch die aktuellen Führungsprobleme und Unsicherheiten zusätzlich belastet.
Work-Life-Balance
Die Work-Life-Balance leidet meiner Meinung nach unter einer dauerhaft schmalen Personaldecke, fehlender Einarbeitung und hoher Fluktuation.
Trotzdem bemüht sich das direkte Team im Rahmen dessen was möglich ist, vieles aufzufangen und individuell auf die Bedürfnisse der Einzelnen einzugehen.
Karriere/Weiterbildung
Interne Karrierechancen und Weiterbildungsangebote sind vorhanden, wer sich aktiv einbringt, kann grundsätzlich gefördert werden; jedoch sind die Möglichkeiten oft von der Personalstruktur und dem jeweiligen Standort abhängig.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt liegt im soliden Durchschnitt der Chemiebranche und ist marktgerecht. Verhandlungen oder schnelle Anpassungen sind jedoch weniger möglich, ist ja Tariflich geregelt. Die Sozialleistungen entsprechen dem Branchenstandard und bieten für mich eher wenige zusätzliche Vorteile oder besondere Anreize verglichen mit anderen Chemiekonzernen. Eine besondere Anerkennung für überdurchschnittliche Leistungen oder langjährige Betriebszugehörigkeit findet (selten) statt.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Das Unternehmen betont sein Engagement für Recycling sowie zur Vermeidung von Kunststoffgranulat in der Umwelt. Gleichzeitig besteht bei mir erhebliche Sorge um die Gesundheit der Mitarbeitenden: Eine für mich ungewöhnlich hohe Zahl langfristiger Krankheitsausfälle aufgrund von Krebserkrankungen bei Kolleginnen und Kollegen ab etwa Mitte 50 finde ich auffällig. Teilweise hört man auch von frühen Todesfällen ehemaliger Kollegen in Rente. Das mag aber für die Chemiebranche grundsätzlich gelten.
Kollegenzusammenhalt
Der Kollegenzusammenhalt im Team ist meist das, was den Arbeitsalltag trägt, auch wenn die Führungskultur sich für mein Empfinden bei der weltweiten Mitarbeiterinfo im August 2025 von ihrer schlechtesten Seite gezeigt hat.
Umgang mit älteren Kollegen
Ältere Kolleginnen und Kollegen werden im Arbeitsalltag zwar respektvoll behandelt, jedoch fehlt es meiner Meinung nach vielfach an gezielter Wertschätzung sowie an konkreten Maßnahmen, um ihre Erfahrung aktiv einzubinden und zu nutzen.
Vorgesetztenverhalten
Meiner Beobachtung nach ist das Verhalten der Vorgesetzten oft respektlos und wenig unterstützend, konstruktive Kritik wird eher abgewertet als gefördert.
Arbeitsbedingungen
Die Arbeitsumgebung ist für mich insgesamt zufriedenstellend: Laptops werden regelmäßig erneuert, Software ist weitgehend global einheitlich und ergonomische Ausstattung wie höhenverstellbare Schreibtische sind auf Anfrage bestellbar. Die Chemieanlagen und Bürogebäude sind häufig schon älter, werden in Europa aber recht gut gepflegt.
Kommunikation
Die interne Kommunikation wirkt auf mich oft einseitig und wenig transparent, kritische Fragen werden nicht ernst genommen. Auch hier ist wieder die letzte globale Mitarbeiterinfo das "schlechteste" Beispiel: Dass unser CFO keine Argumente liefern konnte, warum unsere Aktie kritisch beurteilt wird, sondern stattdessen der KI die Schuld gibt, wirkt wenig überzeugend und wirft Fragen zur Transparenz auf.
Gleichberechtigung
Gleichberechtigung wird offiziell betont, in der Praxis sind jedoch unterschwellige Unterschiede im Umgang spürbar. Ob es angemessen ist, ein Gespräch vor laufender Kamera mit einem direkt unterstellten Mitarbeiter mit der Aufforderung zu beginnen, die Aussprache des Nachnamens des Mitarbeiters zu üben, lässt bei mir deutliche Zweifel an der Professionalität und dem respektvollen Umgang aufkommen - leider wieder ein Beispiel aus der letzten globalen Mitarbeiterinfo.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben sind durchaus interessant und herausfordernd, werden jedoch durch fehlende Ressourcen und klare Prioritäten erschwert. Durch geplante Verkäufe von diversen Geschäftsbereichen und Standorten in Europa herrscht teilweise hohe Unsicherheit. Die Fluktuation ist entsprechend hoch und es verlassen immer wieder Kollegen das Unternehmen. Zukunftsperspektiven sind derzeit schwer einzuschätzen.


