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LyondellBasell
Bewertung

Mangelnder Respekt und leere Antwort auf Frage zu Aktienkurs: Unternehmenskultur und Zukunft wirken erschreckend schwach

2,3
Nicht empfohlen
Hat zum Zeitpunkt der Bewertung bei LyondellBasell (Köln / Deutschland) in Wesseling gearbeitet.

Gut am Arbeitgeber finde ich

Die Vergütung ist marktgerecht und entspricht dem Niveau der Chemiebranche.

Flexible Arbeitszeiten und die Möglichkeit zu mobilem Arbeiten werden grundsätzlich angeboten.

Die technische Ausstattung, insbesondere Laptops und Software, ist auf einem aktuellen Stand und ergonomische Lösungen wie höhenverstellbare Schreibtische sind auf Anfrage verfügbar.

Im direkten Team herrscht meist ein kollegialer und unterstützender Umgang, sodass Herausforderungen gemeinsam angegangen werden.

Es bestehen Möglichkeiten zur internen Weiterbildung und wer Eigeninitiative zeigt, kann intern gefördert werden.

Die internationalen Projekte und Teams sorgen für einen abwechslungsreichen Arbeitsalltag und ermöglichen spannende Einblicke.

Die Chemieanlagen sind zwar teilweise älter, werden aber gut gepflegt und es wird auf Sicherheitsstandards geachtet.

Verbesserungsvorschläge

Wenn ich verschiedene KI-Chatbots mit meinen Antworten füttere und öffentlich zugängliche Quellen einbeziehe, erhalte ich Vorschläge, die LYB bereits alle, jedoch nur halbherzig, angegangen ist. Das wirkt auf mich daher wie ein hoffnungsloser Fall. LYB ist offenbar lediglich ein Chemiekonzern, geführt von einem Board of Directors, das vor allem aus Investmentbankern und Fondsmanagern besteht. Hier geht es nicht um Nachhaltigkeit oder das Verfolgen echter Ziele, sondern vor allem um Erträge für die Stakeholder. Also, lieber Arbeitgeber: Frag doch einfach wieder McKinsey! Vielleicht bekommen wir dann nochmal ein neues Firmenlogo - oder man verkauft uns das altbewährte Kontinuierliche Verbesserungsprogramm bzw. die Mitarbeitervorschläge dann nochmal als »VEP – Value Enhancement Program«.

Arbeitsatmosphäre

Ich finde, die Arbeitsatmosphäre ist von Unsicherheit und mangelndem Respekt geprägt, was das Vertrauen ins Miteinander stark belastet.
Im Unternehmen herrscht eine angespannte Stimmung. Führungskräfte - insbesondere auf hoher bis höchster Ebene - gehen wenig respektvoll mit Mitarbeitenden um. Bei der letzten globalen Mitarbeiterinfo wurde z.B. ein Kollege, der mutig eine Frage zur KI Analyse des fallenden Aktienkurses angesprochen hat, für mein Empfinden vom CEO öffentlich lächerlich gemacht. Das wirkt entmutigend und trägt nicht zu einer offenen Diskussionskultur bei.

Image

Obwohl LyondellBasell laut Wikipedia das fünftgrößte Chemieunternehmen der Welt ist, handelt es sich um ein reines B2B-Unternehmen, das Grundstoffe wie Kunststoffe und Chemikalien produziert, die Endverbraucher nie direkt sehen. Entsprechend gering ist die Markenbekanntheit in der Öffentlichkeit. Das öffentliche Image ist praktisch nicht vorhanden - außerhalb der Chemiebranche kennt kaum jemand das Unternehmen. Und intern wird das Image durch die aktuellen Führungsprobleme und Unsicherheiten zusätzlich belastet.

Work-Life-Balance

Die Work-Life-Balance leidet meiner Meinung nach unter einer dauerhaft schmalen Personaldecke, fehlender Einarbeitung und hoher Fluktuation.
Trotzdem bemüht sich das direkte Team im Rahmen dessen was möglich ist, vieles aufzufangen und individuell auf die Bedürfnisse der Einzelnen einzugehen.

Karriere/Weiterbildung

Interne Karrierechancen und Weiterbildungsangebote sind vorhanden, wer sich aktiv einbringt, kann grundsätzlich gefördert werden; jedoch sind die Möglichkeiten oft von der Personalstruktur und dem jeweiligen Standort abhängig.

Gehalt/Benefits

Das Gehalt liegt im soliden Durchschnitt der Chemiebranche und ist marktgerecht. Verhandlungen oder schnelle Anpassungen sind jedoch weniger möglich, ist ja Tariflich geregelt. Die Sozialleistungen entsprechen dem Branchenstandard und bieten für mich eher wenige zusätzliche Vorteile oder besondere Anreize verglichen mit anderen Chemiekonzernen. Eine besondere Anerkennung für überdurchschnittliche Leistungen oder langjährige Betriebszugehörigkeit findet (selten) statt.

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Das Unternehmen betont sein Engagement für Recycling sowie zur Vermeidung von Kunststoffgranulat in der Umwelt. Gleichzeitig besteht bei mir erhebliche Sorge um die Gesundheit der Mitarbeitenden: Eine für mich ungewöhnlich hohe Zahl langfristiger Krankheitsausfälle aufgrund von Krebserkrankungen bei Kolleginnen und Kollegen ab etwa Mitte 50 finde ich auffällig. Teilweise hört man auch von frühen Todesfällen ehemaliger Kollegen in Rente. Das mag aber für die Chemiebranche grundsätzlich gelten.

Kollegenzusammenhalt

Der Kollegenzusammenhalt im Team ist meist das, was den Arbeitsalltag trägt, auch wenn die Führungskultur sich für mein Empfinden bei der weltweiten Mitarbeiterinfo im August 2025 von ihrer schlechtesten Seite gezeigt hat.

Umgang mit älteren Kollegen

Ältere Kolleginnen und Kollegen werden im Arbeitsalltag zwar respektvoll behandelt, jedoch fehlt es meiner Meinung nach vielfach an gezielter Wertschätzung sowie an konkreten Maßnahmen, um ihre Erfahrung aktiv einzubinden und zu nutzen.

Vorgesetztenverhalten

Meiner Beobachtung nach ist das Verhalten der Vorgesetzten oft respektlos und wenig unterstützend, konstruktive Kritik wird eher abgewertet als gefördert.

Arbeitsbedingungen

Die Arbeitsumgebung ist für mich insgesamt zufriedenstellend: Laptops werden regelmäßig erneuert, Software ist weitgehend global einheitlich und ergonomische Ausstattung wie höhenverstellbare Schreibtische sind auf Anfrage bestellbar. Die Chemieanlagen und Bürogebäude sind häufig schon älter, werden in Europa aber recht gut gepflegt.

Kommunikation

Die interne Kommunikation wirkt auf mich oft einseitig und wenig transparent, kritische Fragen werden nicht ernst genommen. Auch hier ist wieder die letzte globale Mitarbeiterinfo das "schlechteste" Beispiel: Dass unser CFO keine Argumente liefern konnte, warum unsere Aktie kritisch beurteilt wird, sondern stattdessen der KI die Schuld gibt, wirkt wenig überzeugend und wirft Fragen zur Transparenz auf.

Gleichberechtigung

Gleichberechtigung wird offiziell betont, in der Praxis sind jedoch unterschwellige Unterschiede im Umgang spürbar. Ob es angemessen ist, ein Gespräch vor laufender Kamera mit einem direkt unterstellten Mitarbeiter mit der Aufforderung zu beginnen, die Aussprache des Nachnamens des Mitarbeiters zu üben, lässt bei mir deutliche Zweifel an der Professionalität und dem respektvollen Umgang aufkommen - leider wieder ein Beispiel aus der letzten globalen Mitarbeiterinfo.

Interessante Aufgaben

Die Aufgaben sind durchaus interessant und herausfordernd, werden jedoch durch fehlende Ressourcen und klare Prioritäten erschwert. Durch geplante Verkäufe von diversen Geschäftsbereichen und Standorten in Europa herrscht teilweise hohe Unsicherheit. Die Fluktuation ist entsprechend hoch und es verlassen immer wieder Kollegen das Unternehmen. Zukunftsperspektiven sind derzeit schwer einzuschätzen.

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Arbeitgeber-Kommentar

People & Culture, Talent Acquisition
People & CultureTalent Acquisition

Liebe*r Kolleg*in,

vielen Dank für Ihr ausführliches Feedback auf dieser Seite und die Zeit, die Sie sich dafür genommen haben. Ihre detaillierten Einblicke helfen uns, ein umfassendes Bild der aktuellen Situation zu erhalten.

Es freut uns zu lesen, dass Sie einige positive Aspekte wie die technische Ausstattung, die marktgerechte Vergütung und die Weiterbildungsmöglichkeiten schätzen - das freut uns sehr!

Leider ist uns aber auch aufgefallen, dass Sie in anderen Punkten nicht ganz zufrieden sind. Mit Bedauern nehmen wir Ihre kritischen Anmerkungen zur Führungskultur und Kommunikation wahr. Ihre Beobachtungen zur Personalstruktur und den damit verbundenen Auswirkungen auf die Work-Life-Balance nehmen wir sehr ernst. Ebenso Ihre Anmerkungen zur Gleichberechtigung und zum Umgang mit erfahrenen Mitarbeitenden. Wir arbeiten stets daran, Verbesserungsfelder zu ermitteln und an diesen zu arbeiten, daher schätzen wir Ihre ehrliche Rückmeldung.

Wir bitten jedoch um eine verantwortungsvolle und faktenbasierte Kommunikation. Unbelegte Aussagen bzw. Vermutungen bezüglich einer Häufung schwerwiegender Erkrankungen können unbeabsichtigt Ängste auslösen und sollten daher mit besonderer Sorgfalt formuliert werden. Sollten Sie zu diesem Thema weitere Information benötigen, stehen Ihnen unsere Health-Care-Kollegen gerne zur Verfügung - selbstverständlich im anonymen Austausch.

Wir würden uns freuen, wenn Sie uns die Möglichkeit geben, Ihre Erfahrungen und Verbesserungsvorschläge in einem persönlichen Gespräch zu vertiefen. Sie können sich hierzu gerne vertraulich an karriere@lyb.com wenden.

Wir wünschen Ihnen auf Ihrem weiteren Weg alles Gute.

Viele Grüße
Ihr People & Culture Team

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Anonym · Sieh, ob’s deinen Kolleg:innen auch so geht.