Einst Top, heute Flop: Kahlschlag zerstört den Standort
Gut am Arbeitgeber finde ich
Stand heute nichts mehr
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Verlust von Know-how und die ständige Angst vor der Werksschließung
Es ist erschreckend mitanzusehen, wie über 150 erfahrene Kolleginnen und Kollegen das Unternehmen verlassen haben. Noch unverständlicher ist allerdings die aktuelle Personalpolitik: Lücken werden im Eiltempo mit Personen nachbesetzt, die aus fachfremden Bereichen kommen und ohne jede Vorbereitung ins kalte Wasser geworfen werden. Dass darunter die Qualität massiv leidet und es uns wirtschaftlich schlecht geht, ist das logische Resultat dieser Fehlplanung.
Gleichzeitig steht gefühlt die nächste Werksschließung direkt vor der Tür. Die gesamte Belegschaft wartet eigentlich nur noch auf die offizielle Meldung, dass der Standort dichtgemacht wird. Es wirkt, als würde das Management gar kein Interesse mehr am Erhalt des Stadnortes zeigen. Da das Unternehmen in der Vergangenheit schon diverse andere Standorte sehr kurzfristig und ohne Rücksicht auf die Mitarbeiter geschlossen hat, gibt es hier für niemanden mehr eine langfristige Perspektive oder Jobsicherheit.
Verbesserungsvorschläge
Schluss mit dem permanenten Brände-Löschen – wir brauchen Entlastung!
Nach den massiven Entlassungen ist kaum noch jemand da, und die verbliebenen Kolleginnen und Kollegen müssen hier permanent nur noch Feuerwehr spielen, um den Laden irgendwie am Laufen zu halten
Arbeitsatmosphäre
Nach den großen Entlassungen ist die Stimmung völlig im Keller
Die Arbeitsatmosphäre ist extrem abgekühlt. Nach der großen Entlassungswelle aus dem letzten Jahr und den ständig neuen personellen Einschnitten herrscht im gesamten Team verständlicherweise eine enorme Frustration und Zukunftsangst. Die Stimmung ist dementsprechend schlecht und gedrückt. Man merkt einfach an allen Ecken und Enden, dass der Kahlschlag beim Personal der Kultur massiv geschadet hat.
Image
Der Ruf in der Branche leidet – wir gewinnen kaum noch Projekte
Es fällt auf, dass wir in speziellen Fachbereichen im Grunde keine neuen Projekte mehr an Land ziehen. Wenn man sich in der Branche umhört, merkt man auch schnell, woran das liegt: Unser Ruf bei anderen Firmen hat massiv gelitten. Es wird draußen leider nicht besonders positiv über uns gesprochen. Dieser Imageverlust schlägt sich mittlerweile ganz konkret in den Zahlen nieder, weil uns die Auftraggeber weglaufen.
Work-Life-Balance
Dauerdruck macht die Leute krank – die Personalplanung ist fatal
Von einer gesunden Work-Life-Balance kann hier überhaupt keine Rede mehr sein. Die Belastung für die Stammbelegschaft war/ist so extrem hoch, dass ich allein in meinem Umfeld drei Kollegen miterleben musste, die wegen der psychischen Überlastung dauerhaft ausgefallen und nie wiedergekommen sind. Das sollte dem Management eigentlich extrem zu denken geben. Statt gegenzusteuern, lässt man zu, dass erfahrene Mitarbeiter reihenweise von selbst kündigen oder im Zuge von Entlassungen genau die falschen Leute gehen müssen. Am Ende bleibt die Arbeit an den Wenigen hängen, die noch da sind.
Karriere/Weiterbildung
Weiterbildung wird fast komplett abgeblockt
In Sachen Fortbildung und Karriereförderung passiert hier so gut wie gar nichts. Ich habe in der ganzen Zeit lediglich eine einzige Schulung bekommen – und das auch nur, weil sie für ein bestimmtes Projekt zwingend notwendig war. Sobald man selbst Vorschläge macht oder sich in einem Bereich weiterentwickeln möchte, der nicht sofort akut gebraucht wird, heißt es sofort: „Kein Budget vorhanden.“ Jede Anfrage wird mit diesem Standard-Argument abgelehnt. Schade, denn so wird das Potenzial der Mitarbeiter komplett liegengelassen
Gehalt/Benefits
Gutes Geld, aber ein viel zu hoher Preis für die eigene Gesundheit
Das Gehalt ist im Grunde der einzige wirkliche Lichtblick hier. Man muss aber ganz ehrlich sagen: Das Geld fühlt sich eher wie eine Art Schmerzensgeld an, mit dem die schlechten Bedingungen und der immense Druck kompensiert werden sollen
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Von sozialer Kompetenz oder Teamfähigkeit ist hier leider keine Spur – der Umgangston ist oft empathielos und alles andere als wertschätzend. Das macht die tägliche Zusammenarbeit extrem mühsam. Mülltrennung gab es nicht.
Kollegenzusammenhalt
Ist Ok aber aufgrund der Führung wird Sie immer schlechter
Umgang mit älteren Kollegen
Erfahrung zählt hier nicht mehr – es geht nur noch ums Geld
Der Umgang mit älteren und langjährigen Kollegen ist wirklich traurig. Sie verlassen die Firma gerade reihenweise oder werden im Zuge von Sparmaßnahmen vor die Tür gesetzt, weil sie dem Management schlichtweg „zu teuer“ geworden sind. Statt den Wert ihrer langjährigen Erfahrung zu schätzen, schaut man nur noch stur auf die Zahlen. Menschlich ist das ein ganz schwaches Bild und für die verbliebenen Teams ein herber Verlust an Know-how.
Vorgesetztenverhalten
Die Teamleiter tun, was sie können – das Problem liegt weiter oben
Das mittlere Management und die Teamleitungen geben wirklich alles, um den Laden am Laufen zu halten. Aber sie rennen gegen Wände an, weil die Führungsebene (GM, PL, AL) komplett am operativen Geschäft vorbeisteuert. Bevor man der Basis die Schuld gibt oder dort spart, sollte man sich die Gehälter und die Daseinsberechtigung in den oberen Etagen anschauen. Wenn man unten zehn Leute entlässt, spart das auf dem Papier vielleicht kurzfristig Geld, aber die Arbeit bleibt liegen und die Prozesse brechen zusammen. Da spart man einfach an der völlig falschen Stelle.
Die Stammbelegschaft blutet aus
Die Kolleginnen und Kollegen haben sich über Jahre hinweg den Buckel krummgearbeitet, um die Fehler im System abzufedern. Jetzt wird die erfahrene Stammbelegschaft vor die Tür gesetzt – und das Management wundert sich im Nachgang ernsthaft, warum nichts mehr funktioniert. Ohne die Leute, die das Know-how haben, geht es nun mal nicht. Das war mit Ansage absehbar.
Vorschläge werden ignoriert, bis es zu spät ist
Die Führungskultur ist extrem starr. Warnhinweise aus den Teams oder konkrete Vorschläge vom Betriebsrat werden monatela
Arbeitsbedingungen
Einst ein guter Arbeitgeber, heute leider extrem belastend.
Am Anfang hat mir die Arbeit hier wirklich gefallen, aber in den letzten zwei Jahren hat sich das Blatt leider komplett gewendet. Die Arbeitsbedingungen und die Stimmung haben so stark abgebaut, dass es mittlerweile schlichtweg unzumutbar geworden ist. Es herrscht eine stark negative Atmosphäre, in der jegliche Wertschätzung fehlt und die einen auf Dauer mental völlig auslaugt. Wer einen Arbeitsplatz sucht, an dem man respektiert wird und ein gesundes Miteinander zählt, wird hier aktuell leider sehr enttäuscht. Daher kann ich im Moment nur eine klare Absage erteilen
Kommunikation
Krasse Fehlentscheidung am Team vorbei – das muss Konsequenzen haben. Was da entschieden wurde, ist fachlich eine absolute Katastrophe. Das Schlimmste daran ist: Weder das Team noch die Teamleitung wurden vorab auch nur ansatzweise informiert – wir wurden alle komplett vor vollendete Tatsachen gestellt. Wie kann man eine Entscheidung treffen, die uns direkt betrifft, ohne mit den Leuten zu sprechen, die die Arbeit machen? Wer so an der Praxis vorbeiplantiert, zeigt ganz klar, dass er für diese Führungsposition nicht tragbar ist. Hier wurden Fehler gemacht, die personelle Konsequenzen in der Fachbereichsleitung nach sich ziehen müssen.
Gleichberechtigung
soweit mir bekannt war es hier ganz ok
Interessante Aufgaben
Das Arbeitspensum war/ist für eine Person allein schlicht zu viel
Natürlich hängt die Auslastung immer ein bisschen vom jeweiligen Projekt und der aktuellen Situation ab. Aber unterm Strich ist das Arbeitspensum meistens viel zu hoch für eine einzige Person – und genau das spiegelt sich in den oben genannten Punkten auch ganz klar wider. Man versucht hier permanent, eine Last auf einer Schulter abzuladen, die eigentlich auf mehrere verteilt gehört. Das ist auf Dauer einfach nicht machbar.