Wenn man im Prinzip mitspielt ist hier halb gewonnen. Man muss nur mit den Details klarkommen...
Gut am Arbeitgeber finde ich
Sehr breites Spektrum an Arbeitsthemen, und natürlich die weite Remote-Work-Fähigkeit mit internationaler Zusammenarbeit wo man viel lernen kann! Wenn man sich darauf einlässt und gut mitspielt fühlt man sich schnell belohnt beim Einstieg. Das Branding hilft dem Produkt, und das Feedback vor allem von Kunden ist oft positiv.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Entwickler sind angespornt ohne Fragen Methoden zu folgen die nicht jedem Kopf sofort passen - für manche okay, für manche gar nicht! Als Problem wird dann oft nicht die Methode gesehen sondern wie der Mitarbeiter damit umgeht, und Raum für Argumentation ist da oft nicht mehr - entsprechend landen Vorschläge oft im Nirgendwo. Nicht viel finanzielle Entwicklungs-Motivation nach Einstieg - war mal mehr präsent, jetzt weniger. Was Teamspiel angeht ist man mehr oder minder der Vorschrift und Meinung vom Lead ausgesetzt, auch wenn diese faktisch bestreitbar ist.
Verbesserungsvorschläge
Ein bisschen mehr Flexibilität/Humanität beim Ton und Umgang mit Arbeitern würde nicht schaden, vor allem wenn Konflikte sichtbar werden. Prinzip ist verständlich aber man merkt deutlich, dass es steifer wird, und dass Zahlen und Tempo langsam anfangen mehr zu zählen als Sinn dahinter. Wird nicht jedem gefallen der eigene Werte an seiner Arbeit mit sich bringt, so was sollte kein Voll-Blocker werden.
Arbeitsatmosphäre
Generell gute Atmosphäre jedoch mit ein paar überraschenden Sensibilitäten wo man beim Ton und bei der Persistenz ein Problem zu verstehen aufpassen muss. Blaming ist vor allem im Problemfall zu unterlassen, Lob gibt es selektiv, das Produkt ist das Zentrum der Aufmerksamkeit.
Image
Große Präsenz. Es gibt natürlich hin und wieder kleine Servicebeschwerden, auch wegen dem AI-Chatbot, aber grundsätzlich ist die Kundschaft um das Branding und wie die Produkte angeboten werden sehr happy.
Work-Life-Balance
30 Tage Urlaub + Mental Health Day im Home-Office ist stark! Meetings belegen manche Zeitslots unausweichbar aber ansonsten generell Akzeptanz für klare, flexible Zeittrennung zwischen Arbeit und Privatzeit wo nötig. Wenn man zum Arzt muss, Einkaufen muss, sonstige Erledigungen... das kurz erwähnt im Team dann ist das kein Problem.
Karriere/Weiterbildung
Weiterbildung wird zwar angeboten aber ist komplett außerhalb der Routine - der Mitarbeiter muss da selbst drauf kommen wie. Persönliche Entwicklung ist ein Du-Ding, die Firma hat nur eigene Messfaktoren für Performance wo im schlimmsten Fall die pers. Entwicklung Pflicht wird. Die Aufstiegslimits sind nicht klar kommuniziert und basieren anscheinend oft trotz Erwähnung von Maßen nach Buch auf vorher etablierten persönlichen Meinungen zwischen Leads. Manchmal blockt die Organisation pers. Autonomie im eigenen Feld um Gleichausrichtung zu fördern.
Gehalt/Benefits
Sehr gutes Gehalt mit On-Call extra, allerdings nicht zwingend gebunden an Karriereaufstieg der generell eher vom Mitarbeiter angetrieben werden muss, oder der Job-Bezeichnung, und steigt auch nicht zwingend super weit über Zeit. Damit kann man aber leben. Keine automatische Gehaltserhöhung/Inflationsausgleich, man muss fragen und ein nein schon erwarten - diese erhielt in einem Jahr nur ein einziger im Team, danach ist anscheinend dauerhaft das Budget nicht vorhanden/eingeplant für den Rest.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Keine merkliche Priorität.
Kollegenzusammenhalt
Hängt davon ab wie gut das Team für sich arbeitet. Wenn man professionell ist funktioniert es einfach. Team Events gibt es und sollten hier fördern aber in Praxis scheinen sie ungeplant zu sein.
Umgang mit älteren Kollegen
Es gibt Anerkennung bei den älteren Kollegen, dass sie Produkte von Grund auf mitgeschaffen haben. Es gibt gläserne Pokale und generelle Namensnennungen für längeres Dasein. Allerdings scheint es keine zuvorkommende direkte Belohnungsmaßnahme für sie zu geben - eine automatische Gehaltserhöhung ist hier nicht drin.
Vorgesetztenverhalten
Wenn es läuft dann läuft es. Wenn nicht fällt viel Blame auf dich als Mitarbeiter zuerst. Es braucht sehr gute Argumentation zur Überzeugung und manchmal stammt der Blame auch rein von Eindrücken als Fakten. Aktuell Tendenz zu messbaren Performance-Bewertungen über humaner Einschätzung, aber mit starken Roadmaps mit Einfluss von Mitarbeitereinschätzungen, und Visionen von oben.
Arbeitsbedingungen
Aus Homeoffice-Sicht sehr angemessen, Arbeits-Hardware ist auf erwartbar modernem Stand und wird auch generell bei Problemen ausgetauscht über die Zeit. Für individuelle ausnahmsweise Testings hat es doch noch den stärkeren Heim-PC gebraucht aber das ist generell immer noch akzeptabel.
Kommunikation
International. Slack Chat (mit sehr vielen Kanälen), Google Meets für Routine und 1:1. Je nach Mitarbeiter oder Chef sehr unterschiedlich. Manchmal positiv, direkt und zuvorkommend, manchmal zurückhaltend, verwirrend oder gar fehlend und verweigernd. Interpersonelle Probleme scheint man halb zu meiden oder gar als einen "Witz-Einzelfall" abzutun - man soll sich erstmal an die Persönlichkeit gewöhnen und sich selbst anpassen wenn es geht. Der Team Lead ist der ultimative Stopp für Konfliktlösung - erstmal kein Input vom Lead darüber.
Gleichberechtigung
Ich sehe keine Probleme im Bezug Gleichberechtigung mit Frauen, genau so Wiedereinsteiger. Gleichberechtigung zwischen Kollegen generell allerdings... kommt auf das Vertrauen des Leads an.
Interessante Aufgaben
Breites Spektrum von Themengebieten die aufgabenmäßig abgedeckt sind. Hier gibt es immer irgendwo etwas interessantes - es muss aber in den Plan passen, gut ticketmäßig als eine Story/ein Task formuliert sein und ist immer prioritäts- und aufwandsmäßig abzuschätzen. Die Erwartung ist, dass man das mit der Zeit lernt.