Transparenz und Kommunikation– aber nicht miteinander, sondern übereinander
Gut am Arbeitgeber finde ich
Trotz meiner insgesamt kritischen Erfahrungen gab es auch positive Aspekte, die ich nicht unerwähnt lassen möchte.
Die Kollegen untereinander waren überwiegend hilfsbereit, und die Zusammenarbeit im Team war für mich ein positiver Punkt. Einen besonderen Zusammenhalt würde ich allerdings nicht beschreiben – die Zusammenarbeit untereinander hat dennoch in vielen Situationen gut funktioniert.
Am Anfang meiner Tätigkeit habe ich mich grundsätzlich wohlgefühlt und hatte zunächst einen sehr positiven Eindruck vom Unternehmen. Es gab eine Zeit, in der ich mir durchaus vorstellen konnte, langfristig dort zu arbeiten. Leider hat sich dieser Eindruck im Laufe der Zeit durch verschiedene Entwicklungen und Erfahrungen stark und deutlich verändert.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Ein wichtiger Punkt ist für mich die tatsächlich gelebte Transparenz. Transparenz wird zwar immer wieder eingefordert und kommuniziert, allerdings hatte ich persönlich den Eindruck, dass offene und direkte Kritik nicht wirklich erwünscht ist. Gerade wenn man gegenüber der Geschäftsführung ehrlich seine Meinung äußert und auch kritische Punkte anspricht, sollte dies möglich sein, ohne dass daraus persönliche Konsequenzen entstehen.
Auch der Umgang mit einem Wechsel in der Führungsposition hat bei mir einen negativen Eindruck hinterlassen. Nach dem Wechsel wurde meiner Wahrnehmung nach zunächst bei den Mitarbeitern nachgefragt und es wurden Meinungen über andere Mitarbeiter eingeholt. Dadurch entstand für mich der Eindruck, dass einzelne Mitarbeiter die Möglichkeit hatten, andere gegenüber der neuen Führungskraft negativ darzustellen. Besonders kritisch empfand ich dabei, dass diese Gespräche hinter verschlossenen Türen stattfanden und für die betroffenen Mitarbeiter nicht nachvollziehbar war, was über sie gesagt oder wie diese Aussagen anschließend bewertet wurden. Für mich hat dies das Vertrauen in eine offene und faire Kommunikation zusätzlich beeinträchtigt.
Meiner Meinung nach sollte sich eine Führungskraft ihr eigenes Bild von den Mitarbeitern machen – durch die tägliche Zusammenarbeit, die eigene Beobachtung und den direkten Austausch. Entscheidungen sollten nicht hauptsächlich auf Aussagen Dritter oder persönlichen Einschätzungen einzelner Mitarbeiter beruhen.
Ich persönlich habe dieses Vorgehen als falsch und teilweise hinterhältig empfunden. Gerade von einer Führungsebene würde ich mir hier mehr direkte Kommunikation, Fairness und gegenseitiges Vertrauen wünschen.
Ein weiterer Punkt betrifft die angebotenen Benefits. Hier würde ich dem Unternehmen empfehlen, die bestehenden Angebote einmal kritisch zu hinterfragen. Benefits wie Obst, Kaffee oder Wasser sind sicherlich nett gemeint, stellen für viele Mitarbeiter heutzutage aber keinen wirklichen Mehrwert oder besonderen Anreiz mehr dar. Sinnvoller wären aus meiner Sicht Angebote, die für die Mitarbeiter einen tatsächlichen persönlichen oder finanziellen Nutzen haben.
Insgesamt würde ich mir mehr echte Transparenz, direkte Kommunikation, Vertrauen und eine wertschätzende Führungskultur wünschen – und weniger Entscheidungen oder Einschätzungen, die hinter verschlossenen Türen getroffen werden.
Was hinter den verschlossenen Türen teilweise passiert, ist aus meiner Sicht schwer nachzuvollziehen. Manches wirkt so unglaublich, dass man daraus fast einen Bestseller machen könnte.
Verbesserungsvorschläge
Die Mitarbeiter sollten bei Entscheidungen, Veränderungen und Neuerungen frühzeitig einbezogen und transparent informiert werden. Es sollte vermieden werden, dass Mitarbeiter vor vollendete Tatsachen gestellt werden und sich anschließend selbst damit auseinandersetzen müssen.
Viel zu häufig entsteht der Eindruck: „Learning by Doing – seht zu, dass es funktioniert.“ Gerade bei neuen Abläufen und Veränderungen braucht es jedoch eine klare Kommunikation, eine vernünftige Einarbeitung und feste Ansprechpartner, damit Mitarbeiter nicht auf sich allein gestellt sind.
Darüber hinaus sollte die Kommunikation innerhalb des Unternehmens offener und transparenter gestaltet werden. Es gibt viele Themen, die hinter verschlossenen Türen entschieden werden und bei denen die Mitarbeiter erst sehr spät oder gar nicht erfahren, was tatsächlich passiert. Hier besteht aus meiner Sicht erheblicher Verbesserungsbedarf.
Die Mitarbeiter sollten als wichtiger Teil des Unternehmens ernst genommen, informiert und in Veränderungen mitgenommen werden – nicht erst dann, wenn Entscheidungen bereits getroffen und umgesetzt sind.
Kommunikation
Mehr übereinander statt miteinander

