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Traumjob mit Tieren, Albtraum mit der Führung

1,9
Nicht empfohlen
Ex-Angestellte/r oder Arbeiter/inHat bis 2026 im Bereich Vertrieb / Verkauf in Leipzig gearbeitet.

Gut am Arbeitgeber finde ich

Sorry, aber nach all dem gibt es für mich da nicht wirklich viel.

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

Blindes Vertrauen in die falschen Leute, das Anschreien von Mitarbeitern, es wird nicht zugehört und niemand ernst genommen, eigentlich so ziemlich alles, was ich oben bereits beschrieben habe.

Verbesserungsvorschläge

Die Einführung anonymer Mitarbeiterfragebögen zu den verschiedenen Führungspositionen, die direkt vom Ladenbesitzer eingeholt werden, wäre sinnvoll. So ließe sich ein realistisches Bild der aktuellen Situation im Laden gewinnen, ohne Manipulationsversuche und ohne dass Mitarbeiter allein aufgrund mündlicher Aussagen einzelner Personen diskreditiert werden, ohne dass es dafür Belege gibt.

Regelmäßige Feedbackgespräche würden ebenfalls helfen. Generell könnte echte Wertschätzung der Mitarbeiter ganz einfach beginnen: jeden beim Kommen grüßen, kleine Gespräche führen, Mitarbeiter ernst nehmen und ihnen wirklich zuhören. Auch sollte man vermeintlich plötzliche Charakterveränderungen bei Mitarbeitern hinterfragen und genauer hinschauen, statt sie unkommentiert hinzunehmen.

Arbeitsatmosphäre

Der Umgangston von Führungskräften war häufig respektlos und unangemessen. Mitarbeiter wurden regelmäßig angeschrien, teilweise sogar in Anwesenheit von Kunden, die daraufhin besorgt nachfragten, ob alles in Ordnung sei. Konstruktive Kritik oder ein wertschätzender Umgang fanden praktisch nicht statt. Gemachte Fehler wurden fast immer auf verschiedene Mitarbeitende geschoben. Auch der Umgang der Führungskräfte mit Kunden, gerade bei Reklamationen oder Beschwerden, war teilweise zum Fremdschämen. Unliebsame oder unbequeme Mitarbeiter bekamen Aufgaben entzogen oder wurden strafversetzt. Gespräche auf Augenhöhe und der Versuch, gemeinsam Lösungen zu finden, gab es nie. Beschwerden über Fehlverhalten von Kollegen wurden nie ernst genommen. Dadurch entstand eine sehr toxische Arbeitsatmosphäre.

Work-Life-Balance

Die Öffnungszeiten sind von 9:30 bis 19 Uhr, wobei Früh und Spätschicht zeitlich nur etwa eine Stunde auseinanderliegen. Dadurch lässt sich weder vor noch nach der Arbeit großartig etwas unternehmen. Bei der Vergabe von freien Tagen wird mit zweierlei Maß gemessen: Manche Mitarbeiter bekommen problemlos gemeinsam frei, bei anderen wird gezielt darauf geachtet, dass sie nicht zusammen frei haben, wofür dann fragwürdige Begründungen genannt werden. Beim Urlaub verhält es sich genauso, während es den einen erlaubt wird gemeinsam Urlaub zu nehmen, wird es anderen verwehrt. Auffällig ist, dass davon vor allem Mitarbeiter betroffen sind, die bei der Führung ohnehin schlecht angesehen sind. Freie Samstage gibt es nur sehr selten. Von Überstunden würde ich klar abraten: Sie lassen sich weder abbauen noch werden sie zuverlässig ausbezahlt, es lohnt sich schlicht nicht.

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Jedes Jahr wird zu Weihnachten eine Spendenaktion organisiert, die richtig gut ankommt und bei der auch viel zusammenkommt. Ganzjährig wird zudem für Straßenkatzen e.V. sowie das Tierheim Delitzsch gesammelt. Statt Plastiktüten für Fische gibt es recycelte Pfandeimer, die die Kunden meist zurückbringen und die dann wiederverwendet werden, das fand ich immer sehr gut gelöst. Auch bei Nagern gibt es keine Pappkartons, stattdessen muss man seine eigene Transportbox mitbringen oder kann vor Ort eine kaufen, was hygienischer, sicherer und nachhaltiger ist. Zusätzlich gibt es eine Welpenspielstunde auf dem Freigelände, die von einem Hundetrainer betreut wird, das ist wirklich top.

Karriere/Weiterbildung

Am Anfang lief alles gut, ich wurde gefördert und bekam Möglichkeiten, mich weiterzuentwickeln. Irgendwann war man dann aber der Führung ausgeliefert, das eigene Image änderte sich plötzlich, und es folgten wiederholte Versetzungen. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich bereits gelernt, dass Kritik an der Führung ohnehin nichts bringt und sich dadurch nichts ändert. Am liebsten wäre ich schon nach dieser ersten Enttäuschung gegangen, habe aber leider keinen anderen Job gefunden.

Kollegenzusammenhalt

Der Zusammenhalt unter den Kollegen ist sehr unterschiedlich. Ein Teil der Belegschaft hält trotz allem zusammen, hilft sich gegenseitig und denkt im Interesse des Ladens. Ein anderer Teil spielt sich gegenseitig aus, hat regelrecht Freude an den Fehlern anderer, bauscht Kleinigkeiten auf und trägt sie gezielt an die Führung weiter. Gelästert wird mal über die eine, mal über die andere Person. Auch innerhalb der Führung wird schlecht übereinander gesprochen, gehalten wird aber zusammen, sobald es einen gemeinsamen 'Feind' gibt. Insgesamt kein angenehmes Klima.

Umgang mit älteren Kollegen

Auffällig ist, dass gerade ältere, langjährige Mitarbeiter zu der unbeliebten Gruppe gehören, vermutlich weil sie Missstände offen und deutlich ansprechen. Mir wurde eine Kollegin bereits im Bewerbungsgespräch als jemand mit veraltetem Wissen dargestellt. Später stellte sich heraus, dass dem lediglich ein Disput mit der Führung zugrunde lag, woraufhin die Person entsprechend schlechtgemacht wurde. Für mich persönlich war genau diese Kollegin meine wichtigste Ansprechpartnerin, da sie über ein enormes Fachwissen verfügt, das ich sehr schätze.

Vorgesetztenverhalten

Es gibt keine Gespräche auf Augenhöhe, man wird angeschrien, auch vor Kunden. Logik und Sinnhaftigkeit sucht man bei Entscheidungen vergeblich. Statt klar zu sagen, was das eigentliche Problem ist, und dem Mitarbeiter die Chance zu geben, dazu Stellung zu nehmen, wird man versetzt oder bekommt Aufgaben entzogen. Wenn man Glück hat, erfährt man überhaupt den wahren Grund dafür.

Intrigen und persönliche Interessen scheinen wichtiger zu sein als ein gut laufender Laden mit einem harmonischen Team. Man hat den Eindruck, dass die Führung aktiv manipuliert wird, um bestimmte Mitarbeiter nicht zu mögen und den eigenen Willen durchzusetzen, sei es Kündigung, Versetzung oder das gezielte Rausekeln aus dem Team. Versucht man, das anzusprechen, trifft man auf Ablehnung, es gibt also praktisch keine Möglichkeit, Kritik oder Beschwerden vorzubringen. Wenn man sich mit Mitarbeitern aus anderen Filialen unterhält, hört man ähnliche Geschichten. Das sorgt für hohen Frust und wirkt absolut demotivierend.

Arbeitsbedingungen

Zusätzlich zur toxischen Arbeitsatmosphäre wird sich strikt geweigert, die Klimaanlage zu benutzen. Es wird behauptet, der Einbau sei Mietersache, dabei läuft im gesamten Gebäudekomplex überall eine Klimaanlage, außer in dem Laden, der Tiere führt. Sowohl Menschen als auch Tiere leiden dadurch bei sehr hohen Temperaturen unter stehender, schlechter Luft. Wasser wird nicht durchgehend zur Verfügung gestellt, sobald es etwas kühler ist, gibt es auch kein kostenloses Wasser mehr. Im Winter wiederum wurde die Heizung teilweise erst ab 17°C eingeschaltet.

An der Kasse darf nicht gesessen werden, obwohl es durchaus Menschen gibt, die nicht über längere Zeit an einem Fleck stehen können, unabhängig vom Alter. Das ist strikt untersagt, und fragt man nach dem Grund, bekommt man keine schlüssige Erklärung.

Auffällig ist zudem, dass sich die Führung bei hohen Temperaturen gerne ins kühle Lager oder Büro zurückzieht und dabei sehr kreativ darin ist, passende Aufgaben zu finden, die dort erledigt werden müssen, statt auf der heißen Verkaufsfläche zu sein. Auch bevorzugte Mitarbeiter suchen gezielt nach Gründen, im Lager statt auf der Fläche arbeiten zu müssen, und schicken andere weg.

Kommunikation

Beim Hinterfragen von Arbeitsanweisungen oder dem Dienstplan wird abweisend und defensiv reagiert. Weist man auf unlogische Aussagen hin, wird darauf gepocht, dass die höhere Führungsebene das so angeordnet habe, statt sich inhaltlich mit dem Einwand auseinanderzusetzen. Nichtigkeiten werden jedem einzelnen Mitarbeiter persönlich mitgeteilt, wofür die Führungskraft durch den ganzen Laden läuft, um wirklich jeden zu erreichen. Belanglosigkeiten werden zudem nach Dienstschluss über WhatsApp mitgeteilt, und trotz der Bitte, dies zu unterlassen, wurde daran nichts geändert.

Unter den Mitarbeitenden wird toleriert, dass einzelne Personen nicht grüßen, sich Kunden gegenüber patzig verhalten oder Dienstanweisungen offen verweigern – allerdings nur, wenn es sich um bevorzugte Mitarbeiter handelt. Bei anderen werden schon Kleinigkeiten mit Gesprächen und angedrohten Konsequenzen sanktioniert.

Feedbackgespräche gibt es kaum, weder negatives noch positives Feedback. Wenn es doch zu Gesprächen kommt, sind es meist bereits Eskalationen. Konfrontationen scheinen grundsätzlich vermieden zu werden: Statt Konflikte zu klären, werden Mitarbeiter lieber in andere Filialen versetzt, ohne Erklärung.

Gehalt/Benefits

Das Gehalt war für mich und meine Lebensumstände in Ordnung. Benefits gab es für mich persönlich keine, ich gehörte irgendwann nicht mehr zu den gemochten Mitarbeitern.

Gleichberechtigung

Es gibt deutliche Unterschiede in der Behandlung einzelner Mitarbeiter. Eine Gruppe von Mitarbeitern, die sich selbst für unantastbar zu halten scheint, darf sich vieles erlauben und spürt so gut wie keine Konsequenzen. Eine andere Gruppe dagegen wird ständig unter Druck gesetzt und schikaniert, obwohl sie ihre Arbeit gut macht. Auch bei der Urlaubsvergabe zeigt sich das deutlich: Manchen Paaren wird gemeinsamer Urlaub problemlos gewährt, während er anderen verwehrt wird.

Interessante Aufgaben

Die Arbeit an sich macht sehr viel Spaß, gerade wenn man Tiere liebt. Je nachdem, in welcher Abteilung man arbeitet, sind die Aufgabenbereiche teilweise sehr unterschiedlich, was den Job sehr abwechslungsreich und interessant macht. Wegen der Arbeit selbst wäre wohl niemand gegangen.

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