Wäre es anders gelaufen, wäre ich noch da.
Gut am Arbeitgeber finde ich
Das Gehalt ist fair und marktgerecht. Der Kollegenzusammenhalt war — trotz der Belastungen des letzten Jahres — lange das tragende Element des Alltags. Es arbeiten hier wirklich gute Menschen.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Kommunikation findet praktisch nicht statt — oder zu spät, zu lückenhaft, über Umwege. Veränderungen werden durchgesetzt statt erklärt. Initiative und Eigendenken werden nicht gefördert, teilweise aktiv verhindert. Die Homeoffice-Regelung ist für 2026 schlicht nicht mehr zeitgemäß. Und das Gefühl, dass "die da oben" nicht wirklich zuhören wollen, zieht sich durch.
Verbesserungsvorschläge
Eine vernünftige Kommunikation etablieren — und zwar in beide Richtungen!
Ein Mindestmaß an Selbstreflexion aufseiten der Entscheidenden bleibt wahrscheinlich ein Wunschtraum.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre hatte im Laufe des letzten Jahres spürbar gelitten. Niemand stellt in Abrede, dass es bei einem Unternehmensübergang Veränderungen geben muss. In vielen Bereichen waren sie längst überfällig. Das Wie ist jedoch ein ganz entscheidender Faktor dabei: Ich bin überzeugt, dass niemand grundsätzlich gegen Veränderung ist. Wenn aber die veränderten Erwartungen schlecht oder schlichtweg gar nicht kommuniziert werden, fühlt sich auch niemand mitgenommen. Dazu kommt ein in weiten Strecken wenig empathischer Umgang mit den Menschen. Man bekam den Eindruck, dass man in den Augen der Konzernoberen grundsätzlich alles falsch gemacht hat. Weil "die da oben" per Definition alles besser wissen? Hier wurde leider viel Vertrauen verspielt.
Image
Nach außen tut man alles dafür, dass der Stern glänzt. Schade ist nur, dass man hinter der Fassade dem eigenen Anspruch, den man den Kundinnen und Kunden vermitteln möchte — nämlich "Das Beste (für Sie und Ihren Mercedes)" zu sein — keineswegs gerecht wird. Unklare Strukturen, teilweise erratische Entscheidungen und vor allem die mangelhafte Kommunikation sorgen dafür, dass gefühlt niemand mehr richtig zufrieden ist — die Prioritäten liegen offenbar ganz klar nur auf Äußerlichkeiten. Selbst von Externen wurde man irgendwann angesprochen und gefragt, was da denn intern los sei. Schlimmer ist nur mein Eindruck, dass das niemanden zu interessieren scheint. Weil man offenbar so sehr von seinem Weg überzeugt ist. Schade. Hier arbeiten nämlich gute Menschen (auch wenn viele schon das Weite gesucht haben).
Work-Life-Balance
War in Ordnung, allerdings wurde eine unfassbar rückschrittliche Homeoffice-Regelung neu eingeführt, die denen, denen es überhaupt erlaubt war, noch nicht einmal zwei Tage Homeoffice im Monat ermöglichte. Das machen selbst deutlich kleinere Unternehmen wesentlich besser.
Karriere/Weiterbildung
Spärlich. Die Weiterbildungen seitens der Herstellermarke kann man dem Unternehmen ja wohl kaum zuguteschreiben. Die gibt es, egal welcher Händler man ist.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt war fair. Es hab jedoch viel Missmut darüber, dass nicht immer transparent war, wer Urlaubs- und Weihnachtsgeld bekommen hat und wer nicht. (Mich persönlich hat das nie interessiert, ich weiß aber, dass es anderen Kolleginnen und Kollegen wichtig war.)
Benefits gingen nicht über das Mindestmaß hinaus.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Man setzt auf Photovoltaikanlagen an allen Betrieben, was inzwischen nichts Herausragendes mehr ist. Ausgleichende Klimaschutzmaßnahmen sind mir nicht bekannt.
Kollegenzusammenhalt
Ich glaube, für viele ist das das einzige, das sie noch dort hält. Er hatte aber seit dem letzten Jahr sehr gelitten. Wo man sich früher abteilungsübergreifend einander geholfen hatte, trauten sich das manche nicht mehr, weil man keinen Anpfiff dafür riskieren wollte.
Umgang mit älteren Kollegen
Den Umgang mit älteren Kolleginnen und Kollegen betrachte ich mit gemischten Gefühlen. Es gab Menschen, die seit Jahrzehnten im Unternehmen waren und wahrscheinlich immer gern viel für das Unternehmen gegeben haben, was auch durchaus anerkannt wurde. In Einzelfällen hatte man aber auch schon vernommen, dass selbst langjährigen Mitarbeitende vorzeitig ein Austritt nahegelegt wurde. Fair schien das nicht immer zu sein.
Vorgesetztenverhalten
Durchwachsen. Grundsätzlich geschah vieles im Austausch mit den Mitarbeitenden. Es gab aber Führungskräfte, die offenbar mit Gusto ihr Chefsein demonstrieren wollten.
Arbeitsbedingungen
Hier war viel aufzuholen, und man gibt sich weiterhin Mühe, wie ich vernehme. Ob das aber aus Wertschätzung gegenüber den Mitarbeitenden geschieht oder zum Selbstzweck dient, kann ich nicht beurteilen.
Kommunikation
Nicht-Kommunikation scheint Teil der Unternehmensstrategie zu sein. Selbst wichtige Informationen hat man häufig nur über den Flurfunk erfahren. In meinen Augen gehört ein transparenter Umgang mit der jeweils aktuellen Unternehmenssituation (Absatzzahlen, Umsätze, etc.) zu einem guten Arbeitgeber-Arbeitnehmer-Verhältnis. Man hat es mit "Quartalsinformationen" versucht, was ein lobenswerter Ansatz war, allerdings was das erste auch das letzte Mal, trotz gegenteiliger Ankündigung. Und es schlich sich einem der Eindruck auf, dass man sich als "einfacher Angestellter" gar nicht für Zahlen und Ergebnisse zu interessieren hatte (geschweige denn, sie zu bewerten).
Gleichberechtigung
Führungspositionen waren nicht nur von älteren Herren besetzt. Das finde ich gut.
Interessante Aufgaben
Früher waren sie interessanter. Unter der neuen Unternehmensführung musste alles nach Schema F ablaufen. Über neue Wege, Methoden, Tools nachzudenken, lohnte sich eigentlich gar nicht. Initiative zu zeigen schien nicht mehr wirklich gewünscht zu sein. Schade.