Ungleichbehandlung von Bestandsmitarbeitern und Intransparenz
Gut am Arbeitgeber finde ich
Das Team ist fantastisch. Die Zusammenarbeit macht auch nach der langen Zeit noch Spaß und wir halten fest zusammen – besonders in schwierigen Zeiten wie der Insolvenz. Ich glaube an das Potenzial unserer Firma und die Branche. Es ist ein Unternehmen, für das es sich zu kämpfen lohnt. Unter den Kollegen herrscht ein tolles Klima, man fühlt sich menschlich wohl. Die Firma ist immer für eine Überraschung gut und im allgemeinen hat sich diese über die Jahre positiv entwickelt. Doch wer 5- >10 Jahre bleibt und durch Krisen geht, sollte nicht schlechter gestellt sein als jemand, der gerade erst anfängt.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Es fehlt an einer fairen Überwachung der Arbeitszeiten. Neue Kollegen mit Festgehaltsverträgen (40h) beenden ihren Arbeitstag oft bereits nach 36 Stunden, ohne dass dies finanzielle Konsequenzen hat. Als Stundenlöhner ist man dadurch doppelt gestraft: Man hat nicht nur den niedrigeren Basissatz, sondern muss jede einzelne Stunde physisch anwesend sein, um überhaupt auf ein akzeptables Monatsgehalt zu kommen. Diese Differenz von über 2 € pro Stunde zwischen Alt- und Neuverträgen bei exakt gleicher Arbeit ist demotivierend. Führen Sie ein einheitliches Zeiterfassungssystem ein, das für alle gilt! Es kann nicht sein, dass Festgehälter für 40 Stunden gezahlt werden, während faktisch nur 36 Stunden gearbeitet wird, während die Stundenlöhner der Stammbelegschaft jede Minute gegenrechnen müssen, um nicht unter das Lohnniveau der Neulinge zu fallen.
Verbesserungsvorschläge
Es herrscht eine deutliche Zwei-Klassen-Gesellschaft. Während neue Kollegen zu attraktiven Konditionen und mit Festgehältern angestellt werden, bleiben langjährige Mitarbeiter auf veralteten Verträgen sitzen: Die Gehaltsstruktur ist intransparent und unfair. Während Bestandsmitarbeiter auf Stundenbasis (z. B. 15 €/Std.) entlohnt werden, erhalten Neueinsteiger Festgehälter auf Basis einer 40-Stunden-Woche. Da die vereinbarte Arbeitszeit bei den neuen Verträgen jedoch nicht kontrolliert wird, arbeiten diese oft faktisch nur 36 Stunden bei vollem Lohnausgleich. Das führt dazu, dass Neueinsteiger rechnerisch einen Stundenlohn von über 17 € erhalten, während loyale Mitarbeiter für das gleiche Zielgehalt deutlich mehr Stunden leisten müssen.
Gehaltsverhandlungen werden oft abgeblockt oder mit pauschalen Absagen der Geschäftsführung („kein Budget vorhanden“) abgetan. Dies ist besonders frustrierend, da offensichtlich Mittel für neue Verträge vorhanden sind, die bei geringerer Arbeitszeit ein höheres Bruttogehalt garantieren.
Durch die alte Vertragsstruktur (bis zu 48h möglich) tragen die erfahrenen Kräfte die Hauptlast der Mehrarbeit, während neuere Verträge deutlich strengere Grenzen und bessere Vergütungsmodelle vorsehen.
Bitte belohnt Treue, statt sie durch schlechtere Konditionen zu bestrafen. Wir brauchen eine Angleichung der Altverträge an die aktuellen Marktbedingungen und eine gerechte Kontrolle der Arbeitszeiten für alle – egal ob Festgehalt oder Stundenlohn. Ein Unternehmen, das eine Insolvenz übersteht, sollte seine stärkste Säule – die langjährigen Mitarbeiter – nicht verlieren.